vor 15 Stunden
Siege gegen Tschechien und Kroatien
Deutschland hat den Supercup für sich entschieden. Gegen Kroatien zeigte sich das DBB-Team im Finale verbessert, dennoch sieht die Mannschaft weiterhin jede Menge Luft nach oben.

"Wir mussten leiden", brachte es Bundestrainer Alex Mumbru nach dem Spiel auf den Punkt, nachdem seine Mannschaft beinahe eine zweistellige Führung im vierten Viertel verspielte. Topscorer Oscar da Silva (22 Punkte) hielt die Mannschaft aber über Wasser, ein Dreier von Dennis Schröder sorgte dann schließlich für die Entscheidung.
Der Kapitän erzielte zwar zehn Punkte und zehn Assists, warf aber nur 3/16 aus dem Feld und gab deswegen nach der Partie bei MagentaSport zu: "Ich habe nicht gut gespielt, aber wir haben gewonnen." Zwischenzeitlich musste Schröder auch angeschlagen auf die Bank, nachdem er unglücklich auf die Hüfte gefallen war. "Es ist alles in Ordnung", gab der Kapitän umgehend Entwarnung.
Doch auch diese Phase überstand der Welt- und Europameister im dritten Viertel, weil Schröder-Backup Maodo Lo eines seiner besten Spiele seit Jahren machte und unter Beweis stellte, dass er mit 33 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört. "Übernehmen? Ich habe ein bisschen Rhythmus gefunden und dann einfach Basketball gespielt", bilanzierte der Guard von Zalgiris Kaunas.
Das war etwas untertrieben, denn mit seinen 19 Punkten hielt er das deutsche Team am Laufen und produzierte ein klassisches Lo-Spiel, wie man es in den vergangenen Jahren schon so oft sah. Gleichzeitig war es eine Erinnerung daran, wie gut dieser Kader ist - trotz einiger prominenter Spieler, die nicht dabei waren.
Die Gebrüder Wagner, Isaiah Hartenstein, Ariel Hukporti, Andreas Obst, die frisch gedrafteten Hannes Steinbach und Christian Anderson Jr. oder auch der schon mit Nationalmannschaftserfahrung ausgestattete Jack Kayil - sie alle fehlten noch und werden sicherlich auch um einen Platz im WM-Kader kämpfen.

Kroatien schöpfte dagegen fast aus dem Vollen, stellte Deutschland eine durchaus starke Mannschaft entgegen, die zumindest in Europa zu den besseren Teams zu zählen ist. Und trotzdem war das DBB-Team mit Ausname des letzten Viertels deutlich überlegen. Da Silva sah es als "guten Härtetest" für die anstehende WM-Qualifikation. Hier gibt es in der kommenden Woche noch Spiele gegen die Niederlande und bei den ungeschlagenen Polen.
Mit einer Bilanz von 5-1 liegt Deutschland hier zwar hinter Polen (6-0) und Kroatien (5-1) nur auf Rang drei, doch da sich die besten Drei qualifizieren, dürfte auch hier nicht mehr viel anbrennen. Der Supercup war vielmehr eine gute Gelegenheit, mal wieder den Großteil der Mannschaft zu sehen und trotz diverser Holprigkeiten ist erkennbar, dass Deutschland weiter zur Weltspitze im Basketball zählt - und das wird sich auch nicht so schnell ändern.
rar