01.06.2025
Siakam gewinnt Larry Bird Trophäe
Die Indiana Pacers haben es geschafft: Mit einem 125:108 gegen die New York Knicks beendeten sie nicht nur die Serie, sondern auch eine 25-jährige Finals-Durststrecke. Während in Indiana gefeiert wird, herrscht bei den Knicks Frust - aber auch Zuversicht für die Zukunft.

"Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie besonders dieses Team ist", sagte Tyrese Haliburton nach dem Spiel. "Wir haben uns gesagt: Das war der Plan - etwas Besonderes schaffen. Und jetzt sind wir mittendrin." Der Point Guard lieferte mit 21 Punkten und 13 Assists erneut eine starke Vorstellung ab und umarmte nach dem Spiel lange seinen Co-Star Pascal Siakam - den MVP der Serie.
Siakam sicherte sich die Larry Bird Trophy mit 31 Punkten im Entscheidungsspiel und durchschnittlich 24,8 Punkten über die Serie hinweg - nur eine Stimme trennte ihn von Haliburton im finalen Voting. "Es ist einfach unglaublich, wieder auf dieser Bühne zu stehen. Du weißt nie, wann du nochmal so eine Chance bekommst", sagte Siakam, der 2019 mit Toronto bereits NBA-Champion wurde. "Das ist etwas, wofür du dein ganzes Leben arbeitest."
Pacers-Coach Rick Carlisle, der nach dem Titel mit Dallas 2011 nun zum zweiten Mal die Finals erreicht, lobte sein junges Team: "Wir haben besondere Dinge geschafft - aber wir nehmen das nicht als selbstverständlich." Und er mahnte: "Das ist nicht der Moment für Champagner. Jetzt beginnt die nächste Aufgabe." Die Finals beginnen am Donnerstagabend in Oklahoma City - die Thunder gelten als klarer Favorit.
Indiana geht als Underdog ins Endspiel, doch daran haben sich die Pacers längst gewöhnt. "Wir sind keine Superstars, keine Superteams - aber wir sind ein Team", sagte Center Myles Turner. "Was wir machen, ist vielleicht der neue Blueprint für die Liga. Junge Spieler, Tempo, Zusammenhalt - und kein Ego." Haliburton, Turner und Siakam stehen sinnbildlich für diese Identität, ebenso wie die Tiefe des Kaders: Andrew Nembhard, Obi Toppin und T.J. McConnell liefern regelmäßig wichtige Impulse von der Bank (Nembhard als Starter).
Während in Indiana Euphorie herrscht, bleibt New York einmal mehr der große Wurf verwehrt. Seit 1973 warten die Knicks auf einen Titel, die Finals wurden zuletzt 1999 erreicht. Jalen Brunson, der in der Serie 30,6 Punkte im Schnitt erzielte, zeigte sich selbstkritisch: "Ich rede immer davon, Dinge zu kontrollieren, die ich kontrollieren kann - aber ich habe es nicht geschafft, meine Turnover zu minimieren." Der Point Guard verlor im sechsten Spiel fünfmal den Ball, New York insgesamt 17-mal.

Auch Josh Hart fand klare Worte: "Turnover und Kommunikationsprobleme haben uns gekillt. In den Playoffs kannst du dir sowas nicht erlauben." Trotz des bitteren Endes zeigte sich Brunson kämpferisch: "Ich habe das größte Vertrauen in dieses Team. Übertrieben viel Vertrauen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir wiederkommen."
Der Aufbau ist gemacht: OG Anunoby wurde langfristig gebunden, Karl-Anthony Towns kam vor der Saison für Julius Randle. Doch die Knicks waren in den entscheidenden Momenten nicht diszipliniert genug - und das nutzten die Pacers eiskalt aus. Es war das vierte Mal in sieben Playoffserien seit 1993, dass Indiana New York besiegte. Und erneut war es Game 6, das den Unterschied machte.
sgm