vor 8 Stunden
Von Dybantsa bis Burries
Der NBA Draft 2026 ist Geschichte. An der Spitze verlief vieles wie erwartet, dahinter setzten einige Teams jedoch interessante Schwerpunkte für ihre Zukunft. Wir bewerten die ersten zehn Picks des Drafts und werfen einen Blick darauf, wie gut Spieler und Franchise zusammenpassen.

1. Washington Wizards: AJ Dybantsa
Washington hat den Spieler bekommen, den die Franchise seit Jahren gesucht hat. Dybantsa bringt Superstar-Potenzial als Shot-Creator mit und könnte langfristig das Gesicht der Wizards werden. Dass er neben Veteranen wie Trae Young und Anthony Davis starten kann, dürfte seinen Übergang in die NBA deutlich erleichtern.
2. Utah Jazz: Darryn Peterson
Die Jazz verpassen zwar Dybantsa, landen aber mit Peterson einen potenziellen Franchise-Guard. Besonders wertvoll ist seine Fähigkeit, sowohl mit als auch ohne Ball effektiv zu agieren. In Utah muss er nicht sofort die Hauptlast tragen und kann sich in einem talentierten Umfeld entwickeln.

3. Memphis Grizzlies: Cameron Boozer
Für Memphis war Boozer die logische Wahl. Der Duke-Star gilt als einer der komplettesten Spieler des Jahrgangs und bringt offensiv bereits ein beeindruckendes Gesamtpaket mit. Neben Zach Edey und einem jungen Kern erhält er eine Situation, die seine Stärken optimal zur Geltung bringen könnte.
4. Chicago Bulls: Caleb Wilson
Wilson besitzt vielleicht das höchste Potenzial der gesamten Draftklasse. Seine Länge, Mobilität und Vielseitigkeit passen perfekt zu einem Bulls-Team, das seinen Kader bewusst auf Größe und Athletik ausgerichtet hat. Mit Nic Claxton, Matas Buzelis, Josh Giddey und Noa Essengue entsteht zudem ein junges Gerüst, in dem Wilson seine defensiven Stärken sofort einbringen kann. Entwickelt sich sein Wurf, könnte Chicago hier einen zukünftigen Star und das neue Gesicht der Franchise gelandet haben.
5. Los Angeles Clippers: Keaton Wagler
Die Clippers entschieden sich gegen einen Trade und für ihren möglichen Point Guard der Zukunft. Wagler überzeugt vor allem durch Spielintelligenz, Playmaking und Shotmaking. Da er nicht sofort die Verantwortung eines Franchise-Spielers übernehmen muss, könnte Los Angeles ein idealer Entwicklungsort sein.

6. Brooklyn Nets: Mikel Brown Jr.
Brooklyn war bei diesem Pick kaum durch Positionsbedürfnisse eingeschränkt. Die Nets seinen Neuaufbau konsequent fort. Brown bringt als Scorer und Spielmacher enormes Potenzial mit und ergänzt sich auf dem Papier hervorragend mit Egor Demin. Die Verletzungssorgen aus dem College bleiben ein Risikofaktor, der mögliche Ertrag rechtfertigt den Pick aber eindeutig.
7. Sacramento Kings: Darius Acuff
Die Kings blieben geduldig und ließen sich offenbar nicht von den Gerüchten um die Clippers und Nets verunsichern, die beide Interesse an Darius Acuff nachgesagt bekamen. Am Ende blieb Sacramento auf seiner Position und wurde mit genau dem Spieler belohnt, den die Franchise offenbar die ganze Zeit im Blick hatte. Acuff überzeugt durch Kreativität, Spielübersicht und Shot-Creation, während seine Defensivschwächen aktuell noch die größte Baustelle darstellen. Für die Kings ist er dennoch ein sinnvoller Pick mit viel Upside.

8. Atlanta Hawks: Kingston Flemings
Atlanta investiert in den möglichen Nachfolger von CJ McCollum. Flemings bringt Playmaking, Tempo und starke Fähigkeiten aus der Mitteldistanz mit. Zwar wird sich zeigen müssen, wie gut sein Scoring gegen NBA-Athletik funktioniert, doch die Hawks können ihm die nötige Zeit für seine Entwicklung geben. Die Voraussetzungen sind damit ideal, damit Flemings langfristig in eine größere Rolle hineinwachsen kann.
9. Dallas Mavericks: Morez Johnson
Nur einen Tag nachdem Dallas Meistercoach Dusty May von der University of Michigan verpflichtet hat, folgt mit Morez Johnson einer seiner Starter aus dem Titelteam. Johnson ist möglicherweise nicht der spektakulärste Pick, aber einer der sichersten. Der Forward bringt Physis, Defensive und zahlreiche Winning Plays mit, die in erfolgreichen Teams gefragt sind. Neben Cooper Flagg könnte er schnell zu einem wichtigen Puzzlestück werden.
10. Milwaukee Bucks: Brayden Burries
Mit dem Abgang von Giannis Antetokounmpo beginnt in Milwaukee eine neue Ära. Auch wenn Burries für manche etwas früher als erwartet vom Board ging, besitzt er als vielseitiger Scorer interessante Anlagen und zeigte vor allem in der zweiten College-Hälfte sein Potenzial. Für die Bucks ist es ein sinnvoller erster Schritt, um eine neue Kernrotation aufzubauen.
Sam Müller