04.03.2025
Neue Starting Five in Milwaukee
Die Milwaukee Bucks haben einen schwachen Saisonstart vergessen gemacht, unter anderem durch den Erfolg im NBA Cup. Zur Trade Deadline wurde das Team noch einmal neu aufgestellt, auch die Starting Five wurde angepasst. Was für und gegen die Bucks in dieser Saison spricht.

Es ist still geworden um die Milwaukee Bucks. Nach einigen Playoff-Enttäuschungen - im Vorjahr war aufgrund diverser Verletzungen schon in Runde eins gegen Indiana Schluss - und einem schwachen Saisonstart (als viele schon den Abgesang auf den Ex-Champion einstimmten) wurden die Bucks nur noch selten als echter Contender im Osten genannt.
Das hat Gründe, Cleveland (50-10) bleibt in der Regular Season eine Maschine, der Champion aus Boston (43-18) ist ebenfalls noch da. Milwaukee (34-25) dagegen kämpft noch mit Indiana und Detroit um den Heimvorteil in der ersten Runde und hatte in dieser Saison noch keinen Stretch, in dem das Team wirklich dominant auftrat.
Womöglich sind die Bucks aber jetzt in genau einer solchen Phase. Seit dem All-Star Game wurden fünf von sechs Partien gewonnen, nur in Houston unterlag das Team von Doc Rivers denkbar knapp (97:100). Rückgrat der Mannschaft ist dabei eine deutlich verbesserte Defense, auch wenn zuletzt etwas Wurfglück involviert war (Gegner treffen nur 32 Prozent ihrer Dreier seit dem All-Star Break gegen die Bucks).
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| D. Lillard | T. Prince | K. Kuzma | G. Antetokounmpo | B. Lopez |
| K. Porter Jr. | G. Trent Jr. | A.J. Green | B. Portis* | J. Sims |
| R. Rollins | A. Jackson Jr. | Chris Livingston | T. Smith | - |
Dennoch ist dieser Trend kein Zufall. Zur Trade Deadline gaben die Bucks mit Khris Middleton ihren defacto Backup-Spielmacher zwar ab, dafür holten sie sich mit Kyle Kuzma, Jericho Sims und Kevin Porter Jr. mehr Athletik ins Team. Die neue Starting Five zählt zu den größten der Liga, Stretch Four Taurean Prince beginnt dabei als Shooting Guard.
"Mir gefällt unsere Größe und ich glaube, dass es bislang ganz gut gelaufen ist", meinte Coach Rivers nach dem Erfolg in Dallas am Wochenende. Mit diesem Quintett haben die Bucks ein Net-Rating von +11,1 - ein guter Wert, auf den sich aufbauen lässt. Milwaukee geht hier mit dem Trend und setzt auf größere Aufstellungen, gleichzeitig wurde dem Kader die benötigte Athletik hinzugefügt.
In der Theorie hat Giannis Antetokounmpo vier Schützen um sich herum, auch wenn außer Lillard weder Brook Lopez noch Kuzma oder Prince waschechte Shooter sind. Sie alle können den Dreier treffen, tun dies aber nicht konstant. Gerade bei Kuzma gibt es Fragezeichen, in seinen zehn Auftritten im Bucks-Jersey traf der 29-Jährige nur einmal mehr als die Hälfte seiner Würfe.

Als variabler Verteidiger und erfahrener Playoff-Spieler besitzt Kuzma dennoch Wert für Milwaukee und entlastet auch Antetokounmpo ein wenig. Im NBA Cup sah man, wozu der Grieche auch defensiv noch fähig ist, über eine Saison ist dies aufgrund seiner offensiven Last aber nicht haltbar. Satte 35 Prozent aller Angriffe schließt Antetokounmpo selbst ab (Usage Rate), niemand übernimmt so viel Verantwortung.
30,9 Punkte pro Spiel sowie 20,3 Würfe aus dem Feld sind Karrierehöchstwert für den 30-Jährigen. Ermöglicht wird das auch durch Co-Star Lillard, im zweiten Jahr zusammen haben sich die Automatismen langsam verfestigt. "Der Coach pocht darauf, dass wir zusammenspielen und wir müssen verstehen, dass wir beide eine Gefahr darstellen", erklärte Antetokounmpo.
"Die Gegenspieler haben Angst vor Hand-Offs, weil Dame sofort den Dreier werfen kann. Gegenspieler haben Angst, wenn ich mit Tempo den Korb attackieren kann." Eine gute Offense sind die Bucks jedoch weiterhin nicht, was an einem Umstand festgemacht werden kann. Steht Antetokounmpo auf dem Feld, kratzen die Bucks an einer Top-5-Offense. Ist dem nicht der Fall bewegen sie sich auf dem Niveau der Orlando Magic und können in der Verteidigung niemanden stoppen.
In den Playoffs wird der zweifache MVP sicherlich ein paar Minütchen mehr spielen können, dort sind aber auch die Gegner konstant stark und das war bislang ein Problem. Gegen die Top 3 des Ostens konnte Milwaukee noch keinen Sieg einfahren (0-8), auch gegen die Teams im Westen mit besserer Bilanz sieht es nur marginal besser aus (2-4), selbst wenn im Cup-Finale OKC überzeugend geschlagen wurde.
Die kommenden Wochen werden mehr über dieses Team und seine neue Zusammenstellung verraten. Ab kommenden Sonntag haben die Bucks gleich acht Spiele in Serie gegen Teams mit positiver Bilanz, es ist der Härtetest für eine Mannschaft, die keine Zeit zu verlieren hat.
Antetokounmpo gibt sich zumindest weiterhin optimistisch: "Wir hatten Höhen und Tiefen in dieser Saison, aber blickt man auf das große Ganze, dann spielen wir guten Basketball. Je mehr wir zusammenspielen, desto besser werden wir auch sein."
Robert Arndt