27.03.2026
Center führt Liga bei Assists an
Nikola Jokic verpasste in der Nacht auf Donnerstag gegen die Dallas Mavericks nur knapp ein 20-20-20-Spiel. In der Folge gab es aber in den sozialen Medien Kritik an der Zählweise der Stats.

23 Punkte, 21 Rebounds und 19 Assists verbuchte Nikola Jokic gegen Dallas und baute damit auch seine Führung in der Assist-Wertung deutlich aus. 10,8 direkte Vorlagen sind es im Schnitt für den Serben, der damit 0,9 mehr Assists pro Spiel verteilt als der Zweitplatzierte Cade Cunningham von den Detroit Pistons.
In den sozialen Medien gibt es aber inzwischen Zweifel an der Menge der Assists für Jokic. Es tauchten einige Highlight-Clips auf, in denen gezeigt werden sollte, dass der Center in Teilen zu Unrecht mit einem Assist belohnt wurde. Solche Diskussionen sind jedoch nicht neu, das gab es in der Vergangenheit häufiger. Seien es Steals von Michael Jordan oder auch die Vorlagen von John Stockton, dem All-Time Assist Leader der NBA-Geschichte.
Grundsätzlich muss man wissen, dass jedes Heimteam selbst den Anschreibetisch besetzt. Dass dann in Heimspielen mal ein Auge zugedrückt wird, ist nur logisch, passiert aber auch in allen anderen 29 Arena der Association. Dazu ist die Definition, was als Assist zählen darf, teilweise Auslegungssache.
| Platz | Spieler (Team) | APG |
|---|---|---|
| 1 | Nikola Jokic (Nuggets) | 10,8 |
| 2 | Cade Cunningham (Pistons) | 9,9 |
| 3 | Luka Doncic (Lakers) | 8,3 |
| 4 | Jalen Johnson (Hawks) | 8,1 |
| 5 | James Harden (Clippers/Cavs) | 8,0 |
Die NBA definiert es wie folgt: "Ein Spieler bekommt einen Assist, wenn er den letzten Pass spielt, der direkt zu einem erfolgreichen Wurf führt. Das gilt aber nur, wenn der scorende Spieler sofort die Absicht zeigt, den Korb zu attackieren." Lange galt zudem die Regel, dass nach einem Dribbling automatisch kein Assist mehr zugesprochen werden kann, dies gilt heute nicht mehr.
Dazu gibt es den Unterschied, dass in FIBA-Wettbewerben auch Assists gegeben werden, wenn der Pass zu einem Foul beim Wurfversuch führt. In der NBA gibt es das nicht. Gleichzeitig ist man in den USA deutlich großzügiger in der Auslegung, wovon auch Jokic profitiert.
Vor allem die Situationen aus Hand-Offs, dem bekanntesten Spielzug zwischen ihm und Jamal Murray ist ein Graubereich. Natürlich drückt der Kanadier nicht sofort ab, sondern nimmt ein oder zwei Dribblings in die Zone, bevor er zum Wurf hochsteigt. Streng genommen ist das kein Assist, wird aber zumeist als ein solcher gewertet - nicht nur für Jokic. Das ist auch ein Grund dafür, warum in den vergangenen Jahren Center immer mehr Assists einsammelten.

Im 19-Assists-Spiel gegen die Mavs waren mehrere solcher Situationen zu sehen, wo man keinen Assist geben muss, gleichzeitig spielt es auch keine Rolle. Die Brillanz von Jokic als Passgeber ist unbestritten, ob 13 oder 19 Assists, sollte nebensächlich sein. Dazu sagt es wenig über den Einfluss des Serben auf das Spiel aus.
Gerade diese Handoff-Situationen sind so gefährlich, weil man Jokic eben unter keinen Umständen frei stehen lassen kann. Durch seine individuelle Klasse hat der Center eine solche "Gravity", die über reine Zahlen hinausgehen. Das ist die eigentliche Klasse des Serben und nicht, ob Murray nach einem Hand-Off zwei, drei oder sechs Dribblings nimmt.
Man kann sich also über aufgeblähte Stats echauffieren, doch wenn man sich jeden einzelnen Assist aller NBA-Spieler anschaut, wird man merken, dass die Zählweise für Jokic keine Ausnahme, sondern eher die Norm ist. Solange es da auch keine wasserdichte Definition gibt, wird sich daran auch nichts ändern.
Robert Arndt