vor 17 Stunden
Harte Abrechnung nach dem WM-Aus
Belgien ist nach zwei EM-Titeln in Folge überraschend im WM-Viertelfinale an Deutschland gescheitert. Im Anschluss rechnete Julie Allemand hart mit der eigenen Leistung ab.

Deutschlands Basketballerinnen haben mit ihrem historischen Halbfinaleinzug auch beim Gegner großen Eindruck hinterlassen. Nach dem deutlichen 93:74-Erfolg der DBB-Frauen gestand Belgiens Spielmacherin Julie Allemand ein, dass ihre Mannschaft dem deutschen Team in beinahe allen Bereichen unterlegen gewesen sei. "Wir haben geglaubt, die Medaille bereits um den Hals zu haben", sagte Allemand in der Mixed Zone gegenüber dem belgischen Portal BeBasket.
Belgien hatte seine drei Gruppenspiele gewonnen und dabei unter anderem Australien besiegt. Als amtierender Europameister ging man deswegen mit großen Erwartungen in das Viertelfinale. Gegen Deutschland geriet die Mannschaft aber früh in Rückstand und fand über die gesamte Dauer des Spiels keine echte Antwort.
Allemand sprach von "einer großen deutschen und einer kleinen belgischen Mannschaft". Während die Gastgeberinnen bereit gewesen seien, habe Belgien darauf vertraut, irgendwann automatisch die Kontrolle zu übernehmen. Aus Sicht der 30-Jährigen sei das Team mit zu viel Selbstvertrauen in die Partie gegangen. Deutschland habe dagegen aggressiver gespielt und den Sieg mehr gewollt. Besonders die Größe und Athletik der DBB-Auswahl hätten verhindert, dass Belgien sein gewohntes Spiel entwickeln konnte. Offensiv sei ihre Mannschaft zu häufig in Einzelaktionen verfallen, defensiv habe sie Deutschland immer wieder einfache Punkte gestattet.
"Für mich ist es ein Misserfolg", erklärte Allemand unmissverständlich. Mit dem aktuellen Kader und der Entwicklung der vergangenen Jahre könne Belgien mit einem Platz unter den besten acht Mannschaften nicht zufrieden sein. Das erklärte Ziel sei eine Medaille gewesen.
Allemand kam selbst auf zehn Punkte, sieben Assists und vier Rebounds. Den Spielverlauf konnte aber auch die Spielerin der Toronto Tempo nicht entscheidend verändern. Deutschland traf hochprozentig, kontrollierte die Rebounds und setzte sich im letzten Viertel endgültig ab. Allemand kritisierte auch, dass von ihrer Mannschaft keine echte Reaktion gekommen sei. Dabei schloss sie ausdrücklich die Spielerinnen auf dem Feld, die Bank und den Trainerstab ein.
Die Enttäuschung beschränkte sich nicht allein auf das verpasste Halbfinale. Belgien hatte schon bei den vorherigen Weltmeisterschaften die eigenen Erwartungen nicht erfüllt. "Es ist an der Zeit, uns die richtigen Fragen zu stellen", erklärte Allemand deshalb.
kon