vor 16 Stunden
Europameister geschlagen
Deutschlands Medaillentraum lebt. Im Viertelfinale gelingt den DBB-Frauen die große Überraschung, sie kegeln Europameister Belgien aus dem Turnier. Am Ende heißt es 93:74 für das Team von Bundestrainer Olaf Lange.

Die Revanche ist geglückt. Noch im Vorjahr hatte Deutschland im EM-Viertelfinale deutlich gegen Belgien verloren, nun gelang vor heimischem Publikum in Berlin die faustdicke Überraschung. Der Traum von einer Medaille lebt, am Samstag treffen die deutschen Frauen dann auf Frankreich, das wenige Stunden zuvor China deutlich schlug. Tip-Off ist 16.30 Uhr.
Es war eine geschlossene Teamleistung, in der alle eingesetzten Spielerinnen ihren Anteil hatten. Angeführt wurde das Team aber von der in Halbzeit eins überragenden Leonie Fiebich (17 Punkte, 6/16 FG, 10 Rebounds), bei der auch endlich der Knoten von der Dreierlinie platzte. Dazu steuerte Nyara Sabally (16, 12 Rebounds) ein Double-Double bei. Zweistellig scorten zudem Alexis Peterson-Smalls (13, 4/6), Marie Gülich (12), Alexandra Wilke (10) und Frieda Bühner (13). Bei Belgien wehrte sich Superstar Emma Meesseman (29), doch vom Rest kam zu wenig.
Deutschland vertraute zum vierten Mal in Folge der gleichen Fünf zu Beginn, es dauerte aber fast drei Minuten, bis Fiebich per Dreier die ersten Punkte erzielte. Ärgerlich war dagegen, dass Geiselsöder schnell zwei Fouls hatte. Kapitänin Gülich knüpfte als Ersatz aber nahtlos an das Südkorea-Spiel an, die deutschen Frauen blieben in Schlagdistanz. Und nicht nur das: Nach fünf Zählern in Folge von Alexandra Wilke übernahm das DBB-Team sogar die Führung und war nach dem ersten Viertel mit 22:19 vorne.
Ein wichtiger Faktor waren die Dreier, selbst Lina Sontag verwandelte einen Versuch, es war Teil eines 11:0-Lauf über nicht einmal drei Minuten, der Deutschland die erste zweistellige Führung bescherte. Dazu fühlte es Fiebich, die zwei Sprungwürfe am Stück traf und schon 13 Zähler eingesammelt hatte (34:23). Außerdem hielt man defensiv dagegen und konnte sich so auch mal kleinere Dürren verkraften. Belgien verkürzte wieder auf zwei Zähler, Sabally und Peterson-Smalls konterten dies aber mit zwei Dreiern nach über fünf Minuten ohne ein Field Goal und sorgten für einen Halbzeitstand von 42:35 für die deutsche Mannschaft.
Und Deutschland kam wieder stark aus der Pause. Ein Floater von Britta Daub, ein And-1 von Geiselsöder sowie ein Sabally-Dreier brachten einen weiteren 8:2-Lauf. Belgien fand defensiv gegen keine Lösungen, nun zogen die Deutschen plötzlich entschlossen und erfolgreich zum Korb. Bei den Belgierinnen funktionierte dagegen fast nur Meesseman, aber das war in dieser Phase nicht genug. Stattdessen wurde es etwas ruppiger, doch Deutschland zeigte sich unbeeindruckt und baute den Vorsprung weiter aus. Belgien scorte zwar jetzt wieder, aber Deutschland hatte immer eine Antwort. Bühner traf einen Dreier, Gülich netzte Freiwürfe und die DBB-Frauen nahmen einen 74:59-Vorsprung ins Schlussviertel mit.
Belgien scorte dort wieder schnell, aber ein schneller Dreier von Wilke nahm dem Comeback etwas den Wind aus den Segeln. Die Gäste kamen einfach nicht näher und die Uhr tickte unerbittlich gegen den Europameister. 5:30 Minuten vor Schluss waren es immerhin noch zwölf Zähler Differenz, dennoch griff Lange zur Auszeit. Wenig später hing Geiselsöder Center Kyara Linskens das fünfte Foul an - ein herber Verlust für Belgien. Allerdings wirkte Deutschland jetzt nervös, die Abschlüsse waren nicht mehr gut herausgespielt.
Umso wichtiger war der Dreier von Peterson-Smalls knapp drei Minuten vor dem Ende, der Entlastung brachte. Belgien kam nicht mehr heran und bei 15 Punkten Vorsprung bei noch 90 Sekunden auf der Uhr warf der Gäste-Coach tatsächlich das Handtuch und wechselte die Stars aus. Die Überraschung war perfekt - Deutschland trifft im Halbfinale nun auf Frankreich.
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