02.07.2025
Eine Hypothek auf die Hypothek
Die Milwaukee Bucks haben tatsächlich Damian Lillard entlassen. Der derzeit verletzte Star-Guard ist damit plötzlich zwei Jahre vor Vertragsende ohne Team. Zwar konnte so Myles Turner verpflichtet werden, dennoch wird die Bucks diese Entscheidung für Jahre verfolgen.

So etwas hat es noch nie gegeben. Die Bucks schlucken tatsächlich 112,6 Millionen Dollar für zwei Jahre, um All-Star Damian Lillard loszuwerden, der sich in den Playoffs die Achillessehne riss. Durch diese Entscheidung konnte zwar Myles Turner für vier Jahre verpflichtet werden (107 Mio. Dollar), gleichzeitig sind die Bucks nun für fünf Jahre gehandicapt.
Vermutlich sind das also die letzten guten Jahre von Giannis Antetokounmpo (2030 wird der Grieche 36 Jahre), wenn dieser bleiben möchte/darf. Für Lillard verwendeten die Bucks die sogenannte "Stretch Provision". Hierbei werden die 112,6 Millionen Dollar für fünf Jahre gegen den Cap gerechnet. Heißt: Lillard wird bis zum Saisonende 2030 von den Bucks weiterbezahlt und Milwaukees Cap wird in jedem der fünf Jahre für 22,5 Millionen Dollar belastet.
Geld, das dann nicht zur Verfügung steht und ein Klotz am Bein sein wird. Für diese Summe bekommt man derzeit einen soliden Starter oder womöglich sogar zwei Rotationsspieler. Da aber niemand Lillards Monstervertrag ohne Entschädigung (Picks!) genommen hätte, griffen die Bucks zu dieser drastischen Maßnahme.
So etwas gab es übrigens noch nie. Vor fünf Jahren entließen die Charlotte Hornets mal Nicolas Batum, um diesem keine 27 Millionen für eine Saison zu zahlen. Ansonsten gibt es kaum einen historischen Vergleich.
Übrigens: Ein ähnlich untradebarer Vertrag ist der von Bradley Beal in Phoenix. Diese können aber nicht von der Stretch Provision Gebrauch machen, weil maximal 15 Prozent des Salary Caps für die Stretch Provision erlaubt sind. Da die Suns aber bereits E.J. Liddell und Nassir Little über dieses Tool aus dem Kader strichen, würde eine Beal-Entlassung den Rahmen sprengen (es sei denn, Beal würde auf Geld verzichten).
So oder so: Bei solchen Summen ergibt die Stretch Provision oft wenig Sinn. Die Bucks haben zwar mit Myles Turner einen guten Spieler bekommen, doch die Lillard-Entlassung wird die Franchise noch in einigen Jahren beschäftigen und merkbar einschränken. Ob es das wert gewesen ist?
Gewinner dieser Aktion: Damian Lillard! Er wird weiter fürstlich entlohnt, kann seine Reha in der Heimat Portland fortsetzen und sich dann ein Team gewissermaßen aussuchen, für welches er dann wieder fit spielen könnte.
rar