11.05.2025
Boston überzeugt in Must-Win-Szenario
Die Boston Celtics haben mit einem deutlichen Sieg in Spiel 3 auf 1-2 in der Serie mit den New York Knicks verkürzt. Die Defense steht, die Dreier fallen und doch gab es erneut Anzeichen, dass Boston in dieser Serie wieder Probleme kriegen könnte.

Und so war es auch (zumindest in Halbzeit eins), gefühlt war die Partie schon nach 24 Minuten durch. Boston führte mit 71:46, traf 12/19 von der Dreierlinie und holte darüber hinaus neun Offensiv-Rebounds. In einer maximalen Drucksituation reagierte Boston im Stile eines Champions und ließ ordentlich die Muskeln spielen.
Entsprechend ruhig war es im Madison Square Garden, der sein womöglich größtes Knicks-Spiel seit 25 Jahren erlebte. Nur: Boston ließ es nicht zu, dass die Knicks die Euphoriewelle reiten konnten. Doch die Celtics wären nicht die Celtics, wenn es im vierten Viertel nicht Momente gab, in denen New York noch dezent die Tür geöffnet wurde.
"Die letzten 72 Stunden waren düster für uns", gab auch Coach Joe Mazzulla zu. "Für uns war das aber etwas Gutes. Man muss aus diesen dunklen Momenten die richtigen Schlüsse ziehen." Neben dem Treffen von Würfen war es das verbesserte Rebounding, aber auch die generelle Minimierung von vermeidbaren Fehlern.
Die Celtics leisteten sich nur zwölf Ballverluste, New York kam selten ins Laufen und musste gegen eine gut gestaffelte Verteidigung viel Halbfeld-Basketball spielen. Zum dritten Mal erzielten die Knicks maximal 100 Punkte, auf ihre Verteidigung können die Celtics sich auch in dieser Serie verlassen.
Und das ist wichtig, denn trotz der 20 verwandelten Dreier hakte es vor allem erneut nach dem Wechsel. Dort erzielte Boston nur noch 44 Punkte, das Star-Duo um Jayson Tatum und Jaylen Brown erzielte zehn (4/16) davon. Beide hatten eine gute erste Halbzeit gespielt, dann aber merklich abgebaut. Die Entscheidungsfindung passte einfach nicht mehr. Überhastete Würfe, leichte Turnover, die Zutaten für einen Knicks-Lauf waren da, doch der kam nicht.
Letztlich ist es auch meckern auf hohem Niveau. Boston musste dieses Spiel gewinnen und das taten sie deutlich. "Man muss uns erst einmal in vier Spielen schlagen. Alles andere spielt keine Rolle", brachte es Brown auf den Punkt. Es ist schwer, aber auch nicht unmöglich, denn wenn die Dreier wieder unterdurchschnittlich fallen, bleibt auch der Meister schlagbar.
Robert Arndt