26.01.2026
Nach tödlichen Schüssen
Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti hat die angespannte Stimmung in Minneapolis auch das NBA-Spiel zwischen den Timberwolves und Warriors geprägt. Nach der Partie äußerten sich mehrere Protagonisten - darunter Steve Kerr, Stephen Curry und Anthony Edwards - zu den Ereignissen.

Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen Demonstranten in Minneapolis hat die angespannte Stimmung in der Stadt auch Auswirkungen auf das NBA-Spiel der Minnesota Timberwolves gegen die Golden State Warriors gehabt. "Diese Gruppe hat gelitten. Die Stimmung auf den Rängen - das war eines der bizarrsten, traurigsten Spiele, an dem ich je beteiligt war", sagte Warriors-Trainer Steve Kerr nach dem 111:85-Sieg seiner Warriors um Stephen Curry, der auf 26 Punkte kam. "Man konnte die gedrückte Atmosphäre spüren. Deren Mannschaft hatte damit zu kämpfen, was hier vor sich geht und was diese Stadt durchmachen muss."
Am Samstagmorgen war ein US-Bürger bei einem Einsatz von Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde getötet worden. Anfang Januar starb eine US-Bürgerin in derselben Stadt durch Schüsse aus der Waffe eines Beamten der Einwanderungsbehörde ICE. Die Regierung spricht von Selbstverteidigung. Videomaterial im Netz erweckt einen anderen Eindruck.
Auch Stephen Curry sprach nach dem Spiel über die Situation in der Stadt und bezog sich auf die Proteste in Minneapolis. "Man spürt das irgendwie, seit wir vor zwei Tagen hier angekommen sind. Die Proteste downtown waren beeindruckend - der Andrang, der friedliche Protest, die geeinte Stimme. Das fühlt sich so an, als könnte das etwas in eine positivere Richtung drehen", sagte Curry. Er ergänzte: "Es muss sich viel verändern - und wenn man hier ist, fühlt man das. Ich war gestern, als wir nicht gespielt haben, am Fernseher festgeklebt, habe die Berichterstattung verfolgt, versucht zu verstehen, was los ist, und mich zu informieren. Hoffentlich kommt die Community zusammen und es werden die richtigen Entscheidungen getroffen, damit es hier wieder friedlicher wird." Zudem schilderte Curry, er habe Videos auf dem Handy, "drei Stunden lang bei zehn Grad" - und nannte den Zuspruch "schön" und "beeindruckend".

Timberwolves-Trainer Chris Finch nannte den Auftritt seines Teams - der fünften Niederlage in Serie und der niedrigsten Punkteausbeute in mehr als vier Jahren - "ein Gespenst von einer Leistung". Schon vor dem Duell hatte er sich ungewohnt emotional gezeigt. "Ich bin nicht nur ein Einwohner. Das ist mein Zuhause. Ich liebe es, hier zu leben. Ich liebe es, ein Teil dieser Gesellschaft zu sein. Die haben mich vom ersten Tag an aufgenommen, die Leute waren großartig. Es ist traurig, zu sehen, was passiert."
Das Spiel zwischen den Teams war eigentlich für Samstag angesetzt worden, dann aber nach Angaben der NBA aus Sicherheitsgründen um einen Tag verschoben worden. Finch sagte, die Timberwolves hatten um die Absage gebeten und bedankte sich bei den Warriors und der Liga für die Unterstützung. "Basketball spielen hat sich einfach nicht angefühlt wie das Richtige", sagte Finch. Die Timberwolves hielten vor Spielbeginn eine Schweigeminute ab für den erschossenen Krankenpfleger.
Anthony Edwards äußerte sich ebenfalls, wenn auch deutlich kürzer: "Ich liebe Minnesota - all die Liebe und Unterstützung, die sie mir zeigen. Deshalb stehe ich hinter allem, was sie machen. Ich habe nicht wirklich Social Media und bin nicht über alles im Bilde, aber ich habe von den Dingen gehört, die passieren." Edwards ergänzte: "Meine Familie und ich beten definitiv für alle."
DPA