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    WNBA

    vor 16 Stunden

    Zwischen Durchbruch und Verletzungssorgen

    Bilanz vor der Heim-WM: So läuft es bei den Deutschen in der WNBA

    So viele deutsche Spielerinnen wie in dieser Saison standen noch nie gleichzeitig in der WNBA unter Vertrag. Kurz vor der Heim-WM in Berlin fällt die Bilanz allerdings gemischt aus: Zwei Nationalspielerinnen feierten ihren Durchbruch, bei den großen DBB-Stars bestimmen Verletzungen das Bild.

    Zwei der DBB-Stars in der WNBA: Satou Sabally und Leonie Fiebich.
    Zwei der DBB-Stars in der WNBA: Satou Sabally und Leonie Fiebich. IMAGO/Icon Sportswire

    Fünf deutsche Basketballerinnen gehören in dieser Saison zu einem WNBA-Kader. Satou Sabally und Leonie Fiebich spielen für New York Liberty, Nyara Sabally für Toronto Tempo sowie Luisa Geiselsöder und Frieda Bühner für Portland Fire. Wie viele davon bei der Weltmeisterschaft vom 4. bis 13. September tatsächlich für Deutschland auflaufen können, ist weiterhin offen.

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    Leonie Fiebich meldet sich stark zurück

    Die beste Nachricht für den DBB kam zuletzt aus New York. Leonie Fiebich feierte nach siebenwöchiger Verletzungspause ein starkes Comeback und erzielte beim 109:102 gegen Indiana 20 Punkte inklusive fünf Rebounds und fünf Assists. Sie traf sieben ihrer zehn Würfe und versenkte drei Dreier.

    Fiebich hatte seit Anfang Juli wegen einer Verletzung am linken Fuß gefehlt. Davor spielte die 26-Jährige ihre bisher beste WNBA-Saison. In 15 Einsätzen kommt sie auf durchschnittlich 10,7 Punkte, 2,7 Rebounds, 2,1 Assists und 1,2 Steals. Stark ist vor allem ihre Quote von 44,6 Prozent aus der Distanz.

    Leonie Fiebich spielt seit 2024 in New York.
    Leonie Fiebich spielt seit 2024 in New York. Wendell Cruz-Imagn Images

    Die Flügelspielerin ist längst mehr als eine Spezialistin für Defense und offene Dreier. New York lässt Fiebich den Ball häufiger führen und bindet sie stärker als Passgeberin ein. Sie kann aber auch defensiv mehrere Positionen übernehmen und gegnerische Stars verteidigen. Beim Comeback gegen Indiana bekam das auch Caitlin Clark zu spüren.

    Für den DBB ist ihre rechtzeitige Rückkehr beinahe unverzichtbar. Fiebich hat ihre Teilnahme an der Heim-WM bestätigt und soll zur WNBA-Spielpause ab dem 31. August zur Nationalmannschaft stoßen. Viel gemeinsame Trainingszeit bleibt vor dem Auftakt gegen Spanien am 4. September allerdings nicht.

    Satou Sabally erlebt schwieriges Jahr in New York

    Ganz anders sieht die Lage bei ihrer Teamkollegin aus. Satou Sabally absolvierte nach ihrem Wechsel zu New York nur 13 Spiele und kommt dabei auf 10,4 Punkte, 2,8 Rebounds und 1,9 Assists. Seit Ende Juni steht die dreimalige WNBA-All-Star nicht mehr auf dem Feld. Grund ist eine Gehirnerschütterung, unter deren Folgen Sabally weiterhin leidet. Schon in den WNBA-Finals 2025 hatte sie eine Gehirnerschütterung erlitten.

    Wurde schon dreimal ins All-Star-Team der WNBA gewählt: Satou Sabally.
    Wurde schon dreimal ins All-Star-Team der WNBA gewählt: Satou Sabally. IMAGO/Sports Press Photo

    Vor Kurzem sagte Sabally deshalb ihre Teilnahme an der Heim-WM ab. Sie müsse auf ihren Körper hören, ihre Gesundheit an die erste Stelle setzen und sich auf ihre vollständige Genesung konzentrieren, erklärte die Berlinerin. Einen Zeitplan für ihre Rückkehr bei den Liberty gibt es ebenfalls nicht.

    Für Deutschland ist das der größtmögliche sportliche Ausfall. Sabally ist die vielseitigste Offensivspielerin im Kader, kann selbst kreieren, zum Korb ziehen und unterschiedliche Positionen verteidigen. Bei den Olympischen Spielen 2024 legte sie durchschnittlich 18,8 Punkte auf und führte den DBB erstmals ins Viertelfinale.

    Nyara Sabally gelingt vor der Verletzung der Durchbruch

    Ihre jüngere Schwester erlebte bis zu ihrer Verletzung dagegen die beste Saison ihrer Karriere. Toronto Tempo wählte Nyara Sabally im Expansion Draft aus New York aus und gab ihr deutlich mehr Verantwortung. Die Centerin zahlte das Vertrauen zurück.

    Nyara ist die jüngere Schwester von Satou Sabally.
    Nyara ist die jüngere Schwester von Satou Sabally. Kamil Krzaczynski

    In 24 Partien, davon 20 als Starterin, erzielte Sabally durchschnittlich 12,3 Punkte, 5,3 Rebounds und 1,7 Assists. Dazu kamen 1,0 Steals und 0,9 Blocks. Aus dem Feld traf sie starke 52,7 Prozent, ihre Dreier sogar zu 39,2 Prozent. Beim Sieg gegen Chicago stellte sie mit 29 Punkten einen persönlichen WNBA-Bestwert auf.

    Nach zwei Jahren als Ergänzungsspielerin bei den Liberty hatte sich die 26-Jährige als wichtige Leistungsträgerin eines WNBA-Teams etabliert. Diese Entwicklung hätte sie auch für Deutschland besonders wertvoll gemacht, doch auch sie fehlt derzeit mit einer Verletzung an der linken Wade. "Kommen wird sie auf jeden Fall", erklärte Bundestrainer Olaf Lange vor der WM-Generalprobe gegen die Türkei. Wegen der Abstellungsregeln der WNBA darf sie allerdings erst ab dem 31. August direkten Kontakt zur Nationalmannschaft haben. Ob die Centerin bei der WM tatsächlich spielen kann, bleibt weiterhin offen.

    Frieda Bühner behauptet sich als Rookie

    Zu den Gewinnerinnen der Saison gehört Frieda Bühner. Portland wählte die deutsche Nationalspielerin im Draft an 17. Stelle aus. Dass sich ein Zweitrundenpick sofort einen festen Platz in der Rotation erarbeitet, ist in der WNBA alles andere als selbstverständlich.

    Die 22-Jährige absolvierte bislang 35 Spiele und kommt auf 6,3 Punkte, 2,2 Rebounds und 0,7 Assists. Aus dem Feld trifft sie rund 43 Prozent, von der Dreierlinie 36 Prozent. Portland setzt Bühner als Power Forward und als kleinere Centerin ein.

    Frieda Bühner wurde im April im Draft ausgewählt.
    Frieda Bühner wurde im April im Draft ausgewählt. Mark J. Rebilas

    Die Fire verpassten zwar in ihrer ersten Saison nach der Rückkehr in die WNBA die Playoffs, für Bühner war das Jahr trotzdem wertvoll. Sie musste sich gegen physisch stärkere und erfahrenere Gegenspielerinnen behaupten, bekam regelmäßig Einsatzzeit und zeigte, dass sie auch auf diesem Niveau offensiv Akzente setzen kann.

    Zur DBB-Auswahl darf sie trotzdem erst mit Beginn der offiziellen WNBA-Pause am 31. August reisen. Für Bundestrainer Olaf Lange ist sie gerade ohne Satou Sabally eine wichtige Alternative auf den großen Flügelpositionen.

    Geiselsöder bereits beim DBB-Team

    Luisa Geiselsöder spielte ebenfalls für Portland, wurde vom Klub aber früher für die WM-Vorbereitung freigestellt. Die Centerin steht deshalb schon im Aufgebot und konnte sich in den Testspielen einbringen. Gegen Spanien als auch gegen Ungarn erzielte sie jeweils 13 Punkte.

    Kam aus Dallas nach Portland: Luisa Geiselsöder.
    Kam aus Dallas nach Portland: Luisa Geiselsöder. Jaime Valdez-Imagn Images

    In der WNBA fiel ihre Rolle kleiner aus als ein Jahr zuvor bei Dallas. Geiselsöder absolvierte 21 Spiele für Portland, davon neun in der Starting Five, und legte in 16,6 Minuten durchschnittlich 4,5 Punkte, 2,6 Rebounds und 1,3 Assists auf. Ihre Wurfquoten von 33 Prozent aus dem Feld und 29,1 Prozent von außen zeigen, dass sie offensiv nicht den gewünschten Rhythmus fand.

    Für Deutschland ist ihre frühe Freigabe viel wert. Geiselsöder kennt die Systeme, kann gemeinsam mit dem Team trainieren und dürfte im Frontcourt eine feste Rolle erhalten. Sollte Nyara Sabally ausfallen, wären Geiselsöder und Marie Gülich die wichtigsten Centerinnen im deutschen Kader.

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    Lukas Hetterich