vor 16 Stunden
Lange gibt Sabally-Update
Auf die deutschen Basketballerinnen wartet beim großen Double-Header in Köln ihre WM-Generalprobe. Eine Woche vor Turnierstart hat Bundestrainer Olaf Lange viel Arbeit vor sich.

Olaf Lange schwor die deutschen Basketballerinnen auf dem Court der Kölner Lanxess Arena auf die WM-Generalprobe ein, mit WNBA-Profi Luisa Geiselsöder flachste er gar ein wenig. Doch gut eine Woche vor der Heim-Weltmeisterschaft beschäftigen den Bundestrainer noch zahlreiche Baustellen. Zwei Test-Niederlagen, angeschlagene Stars und die Absage von Satou Sabally: Wie medaillenreif ist Langes Team?
"Die Kristallkugel habe ich auch nicht", sagte Lange vor dem letzten Testspiel am Donnerstag (17.00 Uhr/MagentaTV) beim Double-Header in der Domstadt gegen die Türkei. Seit er im Vorjahr sein Amt antrat, sei die Ansage gewesen: "Wenn wir alle gesund und in Bestform haben, sind wir schon in der Lage, im Halbfinale mitzuspielen. Das ist nun schon mal nicht der Fall." Man müsse schauen, "was da geht." Denn die bisherige Vorbereitung war vor allem von Verletzungssorgen geprägt.
Dass Topstar Satou Sabally wegen einer Gehirnerschütterung passen muss, war eine bittere Nachricht, ein starker Dämpfer für die Träume von Edelmetall. Mut machte vor allem kürzlich Leonie Fiebichs 20-Punkte-Comeback für New York Liberty in der WNBA nach einer längeren Verletzungspause, auch Nyara Sabally von Toronto Tempo (Wade) scheint auf dem Weg der Besserung, wie Lange am Dienstagabend beim Training in Köln durchblicken ließ.
"Kommen wird sie auf jeden Fall", sagte der Coach, ebenfalls als Co-Trainer in Toronto aktiv, mit Blick auf Saballys Heimturnier in Berlin (4. bis 13. September). Die 26-Jährige, die ihr letztes Spiel vor rund zwei Wochen machte, sei sogar schon in Deutschland und werde behandelt. Um den strengen Regeln der WNBA zu entsprechen, gibt es derzeit jedoch noch keinen direkten Kontakt zwischen Sabally und der Nationalmannschaft. Die Abstellungsphase beginnt erst ab dem 31. August, wenn die Profiliga pausiert.
Geiselsöder, die nach Absprache mit Portland bereits seit Beginn des WM-Sommers beim Team weilt, ist aktuell die einzige WNBA-Spielerin im Kader. Ohne die anderen Schlüsselfiguren aus Übersee tat sich Deutschland in den Tests bislang aber schwer. Gegen Spanien (60:65) gab es viele gute Ansätze, das 62:68 gegen Ungarn war am Sonntag wegen zahlreicher Fehler ein Rückschlag. In Köln, am Doppelspieltag mit dem Männer-Team, soll eine Reaktion folgen. "Die Türkei wird ein harter Gegner", so Geiselsöder, "aber es geht gerade einfach nur darum, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen."
Eine umfassende Aussage über die Medaillen-Tauglichkeit der deutschen Mannschaft dürfte jedoch auch nach dem Türkei-Spiel kaum möglich sein. Denn die Ankunft von Fiebich, Sabally und Frieda Bühner (Portland Fire) relativ kurz vor dem Auftaktspiel gegen Spanien am 4. September wird viel im deutschen Spiel verändern. "Das wird uns natürlich immens helfen", sagte auch Kapitänin Marie Gülich: "Leo mit ihrer Erfahrung, mit ihrer Ruhe und ihrem Scoring. Dazu Nyara und Frieda. Das gibt uns vor allem Sicherheit in der Offense und ein bisschen mehr Struktur."
Fest steht: Im Medaillenrennen gegen die übermächtig anmutenden USA, Frankreich, Belgien und Co. braucht Olaf Lange so viel WNBA-Power, wie er kriegen kann.
SID