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    NBA

    vor 10 Stunden

    OKC könnte einen Steal gelandet haben

    Bedenklicher Spurs-Auftakt: Das Guard-Trio ist zum Scheitern verurteilt

    Die Oklahoma City Thunder haben die San Antonio Spurs in der Opening Night der NBA klar mit 116:104 besiegt. Dabei zeichnete sich umgehend ab, dass das neue Guard-Trio des Finalisten auf Dauer nicht haltbar sein wird. Die Erkenntnisse zum Spiel.

    De'Aaron Fox
    De'Aaron Fox ist einer der drei Guards der Spurs. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

    Das Guard-Trio der Spurs ist zum Scheitern verurteilt

    Die San Antonio Spurs befinden sich in einer kniffligen Situation: De'Aaron Fox ist ein All-NBA-Spieler und kam erst vergangenes Jahr als designierter Co-Star von Victor Wembanyama nach San Antonio. Dieser Trade wurde damals gefeiert (man wusste ja nicht, dass man Monate später Harper draftet), 20 Monate später bereitet der Guard Mitch Johnson aber sicherlich Kopfzerbrechen. Er ist nominell immer noch zu gut, um nicht zu starten, niemand konnte aber gleichzeitig damit rechnen, dass Stephon Castle und vor allem Dylan Harper so schnell so gut werden würden.

    Da Harper, der in den Finals der zweitbeste Spieler des Teams war, faktisch nicht mehr von der Bank kommen kann (und das ganz nebenbei auch nicht mehr will) und Johnson weder Castle noch Fox stattdessen in die zweite Garde verbannen will, muss er zwangsläufig mit drei/bzw. vier Guards (Devin Vassell ist 1,96 Meter groß!) + Wemby starten. Dieses Quintett hat enorm viel Potenzial, ist in dieser Konstellation aber schlichtweg zu klein und nicht ausbalanciert. Wemby ist der beste Defensivspieler bzw. Help-Verteidiger der Liga und sammelte gegen OKC gleich sechs Blocks, oft wusste er aber gar nicht, bei wem er aushelfen sollte.

    Und auch offensiv ergab das Trio nicht so richtig viel Sinn. Castle wurde von den Thunder eigentlich immer offen stehen gelassen und ist trotz seiner 5/12 Dreier von draußen nicht konstant genug, um das regelmäßig zu bestrafen, genauso sind Fox und Harper beides keine Knockdown-Shooter. Vielmehr sind alle drei gut mit dem Ball in der Hand und lieben es, ihr eigenes Ding machen zu können. Wenn alle drei zusammen auf dem Parkett stehen, leiden aber gefühlt alle drei darunter.

    Es ist kein Wunder, dass es deshalb in der Offseason schon viele Trade-Gerüchte um Fox gab, sein Trade-Wert ist nach den schwachen Playoffs aber nicht besonders hoch. Er muss aber ja auch nicht gleich getradet werden, als Anführer der Bank wäre er umgehend Favorit auf den Sixth Man of the Year - die Frage ist nur, ob sein Ego das mitmacht. Klar ist lediglich, dass er früher oder später nicht mehr in der Starting Five stehen kann, sonst bremst das Team sich selbst aus.

    Chet Holmgren
    Chet Holmgren hat gegen die San Antonio Spurs geglänzt. Daniel Dunn

    Chet Holmgren ist immer noch ein Two-Way-Star

    Chet Holmgren war in den Finals eine große Enttäuschung und wurde von Wemby regelmäßig aus dem Spiel genommen, in Spiel 7 war er so von der Rolle, dass er lediglich zwei (!) Würfe nahm. Das ist für den nominell drittbesten Spieler des Teams inakzeptabel, was er aber auch gemerkt haben muss.

    Von Beginn an wirkte er deutlich energischer als noch im Vorjahr, stand seinen Mann oft stark gegen Wemby und zeigte, warum er der vielleicht zweitbeste Defender der Liga ist. "Ich fand, dass Chet einen hervorragenden Job gegen ihn gemacht hat", schwärmte Head Coach Mark Daigneault nach der Partie, SGA lobte ihn sogar als "All-NBA-Talent auf beiden Seiten des Feldes", der "dein Team besser macht".

    Chet war defensiv engagiert (4 Blocks), suchte offensiv seine Abschlüsse (14 Punkte, 3/8 FG), ohne etwas zu forcieren. Gleichzeitig war er der Hauptgrund, warum Wemby zwölf Field Goals in Folge danebensetzte und nie in die Partie fand. Spielt der 24-Jährige so weiter, sind die schwachen Conference Finals schon bald wieder vergessen.

    Die Abgänge haben OKC nicht geschadet - im Gegenteil

    Das erste Mal musste OKC in diesem Sommer aufgrund der finanziellen Situation in Person von Lu Dort, Aaron Wiggins und Isaiah Joe gleich drei wichtige Rotationsspieler ziehen lassen. Negativ auf ihr Spiel ausgewirkt zu haben, scheint sich das aber überhaupt nicht.

    Cason Wallace wird von der Beförderung in die Starting Five profitieren und das Feld in Zukunft breiter machen, auch wenn er gegen die Spurs keinen seiner vier Dreier traf. Das war jedoch kein Problem, da die zweite Garde des Champs von 2025 so dominant auftrat wie in den vergangenen Jahren. Alex Caruso und Ajay Mitchell sind weiterhin zwei absolute Premiumlösungen von der Bank, dazu mausert sich Jared McCain immer mehr zu einem der besten Bankscorer der Liga (20 Punkte gegen die Spurs, 6/8 Dreier).

    Dazu scheint Sam Presti bei Rookie Aday Mara mal wieder ein goldenes Händchen bewiesen zu haben. Aufgrund von Hartensteins Foulproblemen sah er insgesamt zwölf Minuten und machte einen richtig guten Eindruck. Der Spanier ist ein absoluter Berg (2,21 m groß, 116 kg schwer) mit guten defensiven Instinkten und einem feinen Händchen. Auch bei Wemby stellte er sich umgehend mal mit einem krachenden Block bei einem Alley-Oop-Versuch vor. Seine Masse könnte in wichtigen Playoff-Spielen gegen die dominanten Center der Liga noch wichtig werden.

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