vor 21 Stunden
Was den DBB-Frauen gegen Mali Mut macht
Erst der Fehlstart gegen Spanien, dann die deutliche Antwort gegen Japan: Deutschland hat sich bei der Heim-WM zurückgemeldet. Nach zwei Spieltagen ist in der Gruppe A alles möglich - vom Gruppensieg bis zum vorzeitigen Aus. Vor dem entscheidenden Duell mit Mali setzt die DBB- Auswahl vor allem auf das, was gegen Japan plötzlich so gut funktioniert hat: Energie, Defense und den gemeinsamen Spirit.

Viel unterschiedlicher hätten die ersten beiden WM-Spiele für Deutschland kaum laufen können. Auf die ernüchternde 53:83-Niederlage gegen Spanien folgte am Samstag ein überzeugender 74:58-Erfolg gegen Japan. Nicht nur das Ergebnis macht Mut. Die Mannschaft trat mit deutlich mehr Energie auf, verteidigte aggressiver, reboundete besser und wirkte insgesamt wesentlich mehr aufeinander abgestimmt.
"Das Team hat mega zusammen gespielt und ich glaube, wir haben uns den Sieg richtig verdient. Wir haben defensiv einen riesigen Schritt von gestern gemacht", sagte Point Guard Clara Bielefeld im Gespräch mit basketball-world. Für die 19-Jährige war es zugleich eine wichtige persönliche Erfahrung: Nach ihrem ersten WM-Spiel in der Uber Arena stand sie nun auch in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle auf dem Feld.
Dass die Kulisse dabei nicht nur Rückenwind bedeutet, sondern auch Nerven kosten kann, weiß Bielefeld. "Natürlich ist man nervös vor so vielen Leuten zu spielen." Die Mannschaft habe deshalb vorher darüber gesprochen, "wie wir das handeln wollen zusammen, dass man nicht alleine steht". Am Ende überwog der Push von den Rängen: "Die Halle ist für uns und feuert uns an. Man muss wirklich sagen, dass uns das geholfen hat."
Sportlich ist die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel am Montag maximal spannend. Deutschland, Spanien, Japan und Mali stehen alle bei einem Sieg. Nach dem überraschenden Erfolg Malis gegen Spanien am Samstag ist sogar der Gruppensieg noch möglich - gleichzeitig könnte Deutschland bei einer Niederlage vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden.
"Ich glaube, dass im Turnier alles passieren kann. Wir müssen einfach von Spiel zu Spiel gehen", sagt Bielefeld. Zu weit in die Zukunft denken wolle sie nicht. Der Fokus liegt auf Mali. "Wir müssen das natürlich jetzt gewinnen und ich glaube, dann haben wir eine gute Ausgangslage" für die nächste Runde.

Auch Bundestrainer Olaf Lange will sich nicht mit Szenarien beschäftigen. "Wir müssen gewinnen", lautet seine Devise. Viel wichtiger als jede Tabellenkonstellation ist für ihn ohnehin die Erkenntnis aus dem Japan-Spiel. "Mich hat vor allem unser Spirit sehr beeindruckt, unabhängig vom Ergebnis." Entscheidend sei gewesen, "wie wir miteinander, füreinander gespielt haben". Gerade in einer Situation, in der man "mit dem Rücken zur Wand steht", komme manchmal das Beste aus einer Mannschaft heraus.
Und genau diesen Spirit wird Deutschland am Montag brauchen. Marie Gülich erwartet gegen Mali eine völlig andere Herausforderung: "Wir haben drei Spiele, die komplett anders vom Style sind. Darauf müssen wir uns einstellen. Es wird einfach sehr, sehr physisch, sehr athletisch."
Nach zwei Spielen in zwei Tagen steht am Sonntag zunächst Regeneration auf dem Programm. Alexandra Wilke möchte danach mit voller Energie in die entscheidende Partie gehen: "Wir wollen auf jeden Fall gewinnen, damit wir sicher weiter sind."
Ob Alexis Peterson dabei helfen kann, ist weiter offen. Die Point Guard fehlte gegen Japan wegen einer Lebensmittelvergiftung. Laut Lange geht es ihr "nicht sehr gut". Ob sie am Montag wieder einsatzbereit ist, müsse sich erst zeigen: "Momentan kann ich nichts versprechen." Eins ist vor dem letzten Gruppenspiel aber bereits klar: "Alles ist offen für uns", sagt Bielefeld.
Franziska Staupendahl