vor 23 Stunden
18 Punkte gegen Japan
Nyara Sabally galt kurz vor der Heim-WM noch als große Wackelkandidatin. Nach zwei Spielen gehört die WNBA-Spielern schon zu den wichtigsten Leistungsträgerinnen der deutschen Mannschaft.

"Ich war sehr überrascht, wie gut und wie lange Nyara spielen konnte", sagte Bundestrainer Olaf Lange nach dem 74:58-Sieg gegen Japan. Nyara Sabally stand dabei fast 22 Minuten auf dem Feld und war mit 18 Punkten hinter Frieda Bühner die zweitbeste deutsche Werferin. Dazu sammelte sie neun Rebounds.
Noch bis kurz vor dem Turnier war unklar gewesen, ob Sabally bei der Heim-WM überhaupt eingesetzt werden kann. Wegen Wadenproblemen hatte die 26-Jährige seit dem 12. August kein Spiel mehr für Toronto Tempo bestritten. Vorher hatten ihr wiederholt Probleme am Knie zu schaffen gemacht.
Lange kennt ihre gesundheitliche Vorgeschichte besonders gut. Neben seiner Aufgabe als Bundestrainer arbeitet er als Assistenzcoach in Toronto und betreut Sabally damit auch während der WNBA-Saison. "Ich habe sie diese Saison ja in Toronto gecoacht, da hat sie bislang noch keine zwei Spiele an zwei Tagen gemacht. Das ging wegen ihres Knies nicht", erklärte Lange. Bei der WM absolvierte Sabally nun innerhalb von rund 24 Stunden die beiden deutschen Gruppenspiele gegen Spanien und Japan.
Bereits bei der deutlichen 53:83-Auftaktniederlage gegen Spanien kam sie knapp 17 Minuten zum Einsatz und erzielte zehn Punkte sowie sieben Rebounds. Einen Tag später steigerte sie sich gegen Japan deutlich und trug entscheidend zum ersten deutschen WM-Sieg seit 1998 bei.
Eine Erklärung für Saballys überraschend hohe Belastbarkeit sieht Lange auch in den besonderen Bedingungen des Turniers. "Ich glaube, es hat auch viel damit zu tun, dass es in Berlin ist. Sie hat ihre Familie hier und das ist schon noch einmal eine spezielle Situation", sagte der Bundestrainer.
Durch Sabally erhält Deutschland unter dem Korb eine dringend benötigte Mischung aus Physis, Athletik und offensiver Qualität. Besonders nach dem Ausfall ihrer Schwester Satou kommt der 26-Jährigen innerhalb der Mannschaft eine noch größere Bedeutung zu.
| Datum | Wettbewerb | Gegner | MIN | PTS | REB |
|---|---|---|---|---|---|
| 05.09.2026 | Weltmeisterschaft | Japan | 22 | 18 | 9 |
| 04.09.2026 | Weltmeisterschaft | Spanien | 17 | 10 | 7 |
| 17.03.2026 | WM-Qualifikation | Nigeria | 27 | 13 | 8 |
| 14.03.2026 | WM-Qualifikation | Frankreich | 23 | 10 | 3 |
| 11.03.2026 | WM-Qualifikation | Südkorea | 20 | 11 | 11 |
| Schnitt 2026 | 21,8 | 12,4 |
Trotz der überzeugenden Vorstellung gegen Japan will Lange mit seiner Spielerin weiterhin vorsichtig umgehen. Ob Sabally auch im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Mali am Montag wieder eingesetzt werden kann, ließ er offen. "Wir müssen jetzt sehen, wie sie sich morgen und am Montag präsentiert", erklärte Lange. Anschließend fügte er hinzu: "Ich will die Erwartungen bei ihr etwas in Grenzen halten."
Deutschland benötigt gegen Mali einen Sieg, um sicher die nächste Runde zu erreichen. Nach jeweils einem Erfolg und einer Niederlage können die DBB-Frauen in der ausgeglichenen Gruppe A weiterhin Erster werden, theoretisch aber auch noch ausscheiden.
kon
| 7,6 |