vor 4 Stunden
Denver vor einem richtungsweisenden Sommer
Nach dem enttäuschenden Playoff-Aus gegen die Minnesota Timberwolves stehen die Denver Nuggets vor einem richtungsweisenden Sommer. Franchise-Boss Josh Kroenke schloss größere Veränderungen am Kader nicht aus.

Trotz des Erstrunden-Aus gegen Minnesota stärkte Kroenke zunächst Head Coach David Adelman demonstrativ den Rücken. "Ich habe volles Vertrauen in Coach Adelman", erklärte der Nuggets-Präsident auf einer Pressekonferenz in Denver. Der Coach habe "unter den Umständen eine verdammt starke Saison" abgeliefert. Denver gewann 54 Spiele und ging mit einer zwölf Spiele langen Siegesserie in die Playoffs, scheiterte dort jedoch in sechs Spielen an den Timberwolves.
Kroenke verwies dabei vor allem auf die enorme Verletzungsmisere. Aaron Gordon verpasste große Teile der Serie gegen Minnesota, Peyton Watson fiel komplett aus. Insgesamt verzeichneten die Nuggets Spieler inklusive Playoffs 245 verpasste Spiele durch Verletzungen. Dennoch deutete Kroenke an, dass die Verantwortlichen nun sämtliche Optionen prüfen würden. "Alles muss auf dem Tisch sein", sagte er - einschließlich eines kompletten "Run it back" mit dem bestehenden Kern.
Eine Ausnahme scheint es allerdings zu geben: Nikola Jokic. Der dreifache MVP gilt weiterhin als Gesicht der Franchise und soll langfristig gebunden werden. Jokic kann im Sommer eine Vertragsverlängerung über vier Jahre und bis zu 290 Millionen Dollar unterschreiben, die laut Kroenke weiterhin das Ziel beider Seiten sei. Abgesehen vom Serben scheint dagegen kein Spieler komplett unantastbar zu sein. Vor allem Jamal Murray dürfte ligaweit großes Interesse wecken, sollte Denver tatsächlich Trade-Gespräche führen.

Gleichzeitig spielen auch finanzielle Fragen eine große Rolle. Die Starting Five der Nuggets wird in der kommenden Saison voraussichtlich mehr als 184 Millionen Dollar kosten. Hinzu kommen komplizierte Personalentscheidungen rund um Peyton Watson und Aaron Gordon. Watson könnte nach seiner starken Saison einen Vertrag über mehr als 20 Millionen Dollar jährlich erhalten, während Gordon erneut von Verletzungen ausgebremst wurde.
Besonders bei Gordon kündigte Kroenke bereits offene Gespräche an. "Wir müssen alle in den Spiegel schauen und fragen: ,A.G., wie können wir dir helfen?'", erklärte der Nuggets-Boss. Wenn Gordon fit sei, sehe das gesamte Team besser aus. Genau darin liegt nun die große Aufgabe für Denver: Den Kader um Jokic herum so aufzubauen, dass die Nuggets ihr Meisterschaftsfenster nicht ungenutzt verstreichen lassen.
sgm