vor 6 Stunden
Spiel 7 steigt in Cleveland
Die Toronto Raptors haben die Cleveland Cavaliers in einem dramatischen OT-Krimi besiegt, der von einem Gamewinner von R.J. Barrett im Stile von Tyrese Haliburton entschieden wurde.

Eigentlich sah es schon so aus, als würde Cleveland als Sieger vom Feld gehen, nachdem Donovan Mitchell die Seinen mit einem Layup 34 Sekunden vor dem Ende in Front gebracht hatte und Jamal Shead anschließend seinen zweiten Freiwurf zum Ausgleich danebenwarf. Toronto setzte Dennis Schröder nach dem folgenden Inbound-Pass in der eignen Hälfte aber clever unter Druck, sodass Evan Mobley den Pass des Deutschen nicht richtig verarbeiten konnte und ins Aus dribbelt.
So wanderte der Wilson für die entscheidende Possession in die Hände von Scottie Barnes, der in die Zone zog und dann den Kickout auf den weit offenen R.J. Barrett an der Birne spielte. Der Forward drückte sofort ab, der Ball knallte an das hintere Ende des Rings, sprang von dort einige Meter in die Luft und fiel unter dem Jubel der fast 20.000 Fans in der Scotiabank Arena zur Führung durch den Ring. Mit 1,4 Sekunden auf der Uhr bekam Mobley sogar noch mal einen ordentlichen Versuch los, sein Dreier klatschte aber nur an den Ring.
Der Wurf von Barrett erinnerte sehr an den Dreier von Tyrese Haliburton zum Sieg in Spiel 7 in den letztjährigen Playoffs. Zudem ist es erst sieben Jahre her, dass die Fans in Toronto den Gamewinner von Kawhi Leonard bejubeln durften, der in Spiel 7 der Conference Finals gegen die Sixers vom Ring in den Korb sprang.
Dabei sah es zunächst so aus, als würden die Raptors Spiel 7 auch in der regulären Spielzeit erzwingen. Wie in ihren beiden vorherigen Heimspielen waren sie den Großteil des Spiels über das bessere Team, überrannten die Cavs im Fastbreak und führten zwischenzeitlich mit 15 Zählern, ehe Cleveland im Schlussviertel noch mal zurückkam und dank der starken Donovan Mitchell und Mobley den Ausgleich schaffte. Vor allem Barnes glänzte in Halbzeit eins mit 14 Punkten und zehn Assists.
Gianluca Fraccalvieri
Nachdem Shead einen Jumper zum Sieg vergebene hatte, ging es dann zum ersten Mal in dieser Serie in die Verlängerung. Dort war es über die ersten vier Minuten ein zäher Kampf, ehe sich dann in den Schlusssekunden die Ereignisse überschlugen. "Ich dachte, er wäre trotzdem gut, weil der Ball gerade nach oben gegangen ist. Wenn er gerade nach oben geht, hast du immer eine Chance", kommentierte Barrett seinen Gamewinner.
Barrett war mit 24 Punkten und neun Rebounds einer der Grundpfeiler für den Sieg, Barnes kam auf 25 Punkte, sieben Rebounds und 14 Assists, während Ja'Kobe Walter 24 Zähler beisteuerte. Bei den Cavs war Mobley der beste Mann mit 26 Punkten (9/15 FG) und 14 Rebounds, Mitchell erzielte 24 Zähler (11/26 FG). James Harden kratzte zwar an einem Triple-Double (16 Punkte, 9 Rebounds, 9 Assists), erwischte aber keinen guten Shooting-Abend (5/14). Ähnlich erging es auch Dennis Schröder, der in 16 Minuten keinen seiner vier Würfe traf, dafür aber immerhin siebenmal an der Freiwurflinie erfolgreich war.
Durch den Sieg haben die Raptors Spiel 7 in Cleveland erzwungen, das in der Nacht auf Montag (1.30 Uhr deutsche Zeit) steigt.