vor 9 Stunden
Erneutes Comeback in San Antonio
Die New York Knicks sitzen zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert auf dem NBA-Thron! In Spiel 5 der Finalserie gegen die San Antonio Spurs gelang den Knickerbockers abermals ein Comeback nach Rückstand von bis zu 16 Punkten. Jalen Brunson avancierte dabei zum Matchwinner.

Der 29-Jährige erzielte mit 45 Punkten die zweitmeisten der NBA-Geschichte in einem Closeout-Game. 15 davon kamen im Schlussdurchgang, womit er New York zu einem weiteren Comeback-Sieg verhalf, nachdem sein Team noch rund 13 Minuten vor Schluss zweistellig zurücklag. Spurs-Star Victor Wembanyama konnte dem Spiel dabei erneut nicht seinen Stempel aufdrücken.
In den vier zurückliegenden Spielen outscorten die Spurs New York im ersten Viertel mit durchschnittlich elf Punkten. Auch in Spiel 5 würde das nicht anders sein. Angeführt von einem dominanten Victor Wembanyama, der allein in den fünf Anfangsminuten drei Blocks einsammelte, setzte San Antonio defensiv den Ton. Als Dylan Harper ins Spiel kam fanden die Spurs auch offensiv immer besser rein. Sieben Punkte erzielte der immer-noch-Rookie am Stück, legte anschließend einen Dreier für Keldon Johnson auf und plötzlich waren die Hausherren bereits zweistellig vorn (18:8).
Dreier von Champagnie und Wembanyama schraubten den Vorsprung der Schwarz-Weißen zu Beginn des zweiten Durchgangs dann auf einen Spitzenwert von 16 Punkten hoch. Es war allerdings auch der Moment, an dem die Gäste aufwachen sollten. Neben Jalen Brunson, der sein Team bis zu diesem Zeitpunkt auf seinen Schultern getragen hatte, wurden nun auch die Mitspieler mutiger. Bridges und Hart profitierten von der engen Spurs-Defensive gegen die Mitspieler, die ihnen selbst mehr Freiräume offenbarten. Knapp eine Minute vor dem Kabinengang nutzte Bridges den Vorteil, der durch das Doubleteam gegen Brunson geschaffen wurde, mit einem Floater über Kornet aus, um auf -3 zu verkürzen (40:37). Vassells Mitteldistanzwurf sorgte für den Schlusspunkt der ersten Hälfte.
Die zweite Hälfte begann für die Knicks zunächst mit einem Rückschlag. Nach zugegeben wenig Kontakt gegen Wembanyama holte sich Karl-Anthony Towns sein viertes persönliches Foul ab und wurde umgehend wieder ausgewechselt. Dazu schweißte auf der Gegenseite Champagnie zwei weitere Dreier durch den Ring. womit die Spurs abermals zweistellig davon eilten (51:41). Ein offensives Spektakel wurde das Spiel aber auch in der zweiten Hälfte nicht, weil beide Teams viele Ressourcen in die Defensive steckten.
Wenn im Angriff bei den Spurs etwas gehen sollte, dann zumeist über Harper, auf dessen Drive und Mitteldistanzwurf New York weitgehend keine Antwort fand. Mit sechs unbeantworteten Punkten erhöhte er den Vorsprung wieder auf +15 (68:53). Die Knicks reagierten, indem sie auffällig klein spielten und zeitweise gar keinen Center auf dem Feld beschäftigten. Der Plan ging auf. Ein 10:2-Lauf zum Viertelende brachte die Gäste wieder in Schlagdistanz (72:65).

Im Schlussviertel zeichnete sich dann wieder ab, was bereits in der gesamten Serie offensichtlich war: San Antonios Offensive stagnierte. Ballbewegung? Fehlanzeige! Besser machten es die Knicks - oder besser gesagt: Jalen Brunson. Der Starspieler New Yorks erzielte zwölf Punkte nacheinander, davon sieben an der Freiwurflinie. Weil er Vassell drei Minuten vor Schluss ein Foul am Dreier (nach Pumpfake) anhängte, gingen die Knicks jetzt sogar erstmals seit dem Eingangsviertel wieder in Führung.
Nach Wembanyama- und Harper-Punkten entwischte Brunson dem zu eng verteidigenden Castle und stellte per Floater auf 90:88. San Antonio ging in dieser Phase primär zu Fox, der allerdings erneut ohne Wurfglück blieb. Nach Fouls machten die Knicks an der Linie letztlich alles klar.
jos