vor 6 Stunden
Dosunmu und McDaniels überragen
Die Minnesota Timberwolves haben die Denver Nuggets in Spiel 3 mit einem defensiven Meisterwerk zermürbt und sich Spiel 3 klar gesichert.

Die Grundlage für den Sieg legten sie schon im ersten Viertel, als sie den Nuggets überhaupt keine Luft zum Atmen ließen. Wie schon in Spiel 2 machte Rudy Gobert einen unglaublichen Job gegen den dreimaligen MVP Nikola Jokic, der seine ersten sechs Würfe allesamt vorbeisetzte. Auf der Gegenseite ließ Jaden McDaniels seinen Sticheleien aus dem Vorfeld Taten folgen und war von Beginn an ein Fixpunkt in der Offensive (9 Punkte im ersten Viertel). Am Ende standen die Nuggets nur bei mageren elf Punkten nach den ersten zwölf Minuten, was einen neuen Franchise-Rekord für das erste Viertel in der Franchise-Geschichte der Wolves darstellt, die ihrerseits 25 auflegten.
Denver, das kurzfristig auf Aaron Gordon verzichten musste (Oberschenkel), tat sich auch im zweiten Abschnitt schwer, in seine offensiven Sets zu kommen, da Minnesota auch das gefürchtete Pick-and-Roll zwischen dem Joker und Jamal Murray erstklassig verteidigte. Minnesota hatte dagegen offensiv einen ganz klaren Gameplan, der lautete: Zone attackieren. Angeführt von den pfeilschnellen Anthony Edwards, Ayo Dosunmu und Donte DiVincenzo pushten sie den Ball nach jedem Ballgewinn nach vorne und dominierten Denver unterm Korb (68 zu 34 Points in the Paint, 21 zu 7 Fastbreak Points).
Vor allem Dosunmu, der den angeschlagenen Edwards viel entlastete (32 Minuten Spielzeit, Edwards nur 23), war von den Nuggets nicht zu bremsen. Mit seiner Schnelligkeit kam er nach Belieben zum Korb, wo er seinem Team einfache Punkte holte oder an die Freiwurflinie ging. Am Ende war der 26-Jährige, der zur Trade Deadline aus Chicago gekommen war, mit 25 Punkten (10/15 FG) der beste Scorer der Wolves. Der Guard war es auch, der Mitte des zweiten Viertels den Vorsprung erstmals auf +20 für Minnesota ausbaute.
Gianluca Fraccalvieri

Denver kämpfte zwar und startete immer wieder kleine Läufe, die Timberwolves hatten an diesem Abend aber auf alles eine Antwort. Nach einem Jumper von Julius Randle gingen sie mit +22 in die Halbzeitpause und ließen auch danach den Fuß auf dem Gaspedal. Edwards, der im ersten Viertel seine Würfe oft kurz gesetzt hatte, kam mit merklich Energie aus der Kabine und scorte fünf schnelle Punkte, was in der höchsten Wolves-Führung des gesamten Spiels resultierte (+27).
In Halbzeit zwei wachten dann auch Jokic und Murray langsam auf, Minnesota ließ aber nicht zu, dass das Spiel noch mal spannend wurde. Als Denver vier Minuten vor dem Ende auf -14 verkürzte, machte McDaniels, der defensiv sowie offensiv eines der besten Playoff-Spiele seiner Karriere zeigte (20 Punkte, 9/13 FG, 10 Rebounds), den Sack zu. Er traf erst einen Dreier und brachte das Target Center in der folgenden Possession mit einem krachenden, einarmigen Dunk gegen zwei Nuggets-Verteidiger zum Explodieren Anschließend hisste David Adelman die weiße Fahne und nahm seine Starter vom Feld.
Nach Dosunmu und McDaniels war Edwards mit 17 Punkten der beste Scorer, Julius Randle und DiVincenzo steuerten je 15 Zähler bei. Gobert kam auf zehn Punkte, zwölf Rebounds und drei Blocks. Bei den Nuggets war Jokic mit 27 Punkten (7/26 FG, 26 FG% - schlechtester Playoff-Wert seiner Karriere!) und 15 Rebounds der erfolgreichste Scorer, hatte aber auch das schlechteste Plus-Minus seines Teams (-21). Murray kam auf 16 Zähler (5/17 FG), Tim Hardaway Jr. auf elf. Insgesamt hielt Minnesota Denver bei 34,1 Prozent aus dem Feld und 25 Prozent von draußen.
Durch den Sieg haben die Wolves die 2-1-Führung in der Serie übernommen. Spiel 4 steigt in der Nacht auf Sonntag (2.30 Uhr deutsche Zeit) in Minneapolis.
