vor 10 Stunden
Deutschland im Spiel um Platz 3
Deutschland hat das Finale bei der Basketball-WM der Frauen in Berlin verpasst. Gegen das mit Stars gespickte Frankreich unterlagen die DBB-Frauen mit 64:86 und spielen nun am Sonntag um die Bronzemedaille.

Gegner wird dort Spanien sein, die nach hartem Kampf den USA im zweiten Halbfinale unterlagen. Tip-Off am Sonntag ist dann um 16.30 Uhr in der Uber Arena, 3,5 Stunden später spielt Frankreich dann im Finale. Deutschland hat noch die Chance, erstmals eine Medaille bei einer Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen zu gewinnen.
Für Frankreich überragte Gabby Williams (22 Punkte, 4 Steals) auf beiden Seiten des Feldes, dazu verbuchte Janelle Salaun (14, 11 Rebounds) mit einem Double-Double. Für Deutschland scorten Nyara Sabally (12 Punkte) und Marie Gülich (12, 10 Rebounds) zweistellig. Knackpunkt für das deutsche Team waren aber die Ballverluste. Über 40 Minuten unterliefen den DBB-Frauen 25 Turnover, woraus die Französinnen 29 Punkte generierten.
rar
Erneut veränderte Bundestrainer Olaf Lange sein Team nicht, doch Frankreich begann stark mit zwei verwandelten Dreiern. Die DBB-Frauen brauchten etwas, um sich an die aggressive Verteidigung zu gewöhnen. Leonie Fiebich (9, 2/8 FG, 8 Rebounds) traf ihren ersten Dreier, Sabally tankte sich für ein And-1 zum Korb. Die deutschen Frauen machten zwar auch Fehler, zeigten sich aber auch furchtlos und übernahm nach zwei starken Abschlüssen von Gülich sogar die Führung. Nach zehn Minuten führte Frankreich mit 25:23, doch der deutsche Auftritt machte Mut.

Doch die Französinnen erhöhten vor allem defensiv noch einmal den Druck, leichte Würfe gab es jetzt nicht mehr. Umso wichtiger war es, dass ein Fiebich-Dreier mal wieder fiel, ansonsten ging aber nicht viel. Mitte des zweiten Viertels hatte das DBB-Team bereits zehn Ballverluste (FRA:1) und nach einem Dreier von Marine Johannes (13, 3/8 Dreier) brauchte der Gastgeber eine Auszeit (29:38). Es fruchtete mit einem 5:0-Lauf, dann aber hatte mal wieder Williams eine Antwort. Mit 38:45 aus deutscher Sicht ging es in die Pause.
Wieder ging es mit einem Ballverlust los, Frankreich eröffnete mit einem 9:0-Lauf, auch eine schnelle Auszeit half nicht. Erst über drei Minuten erzwang Sabally mit einem Drive Punkte, kurz darauf ließ sie einen Dreier folgen. Der Rückstand war wieder einstellig und die DBB-Defense war nun deutlich besser, doch wieder waren es Turnover, die verhinderten, dass Deutschland noch näher kam. Insbesondere Alexis Peterson-Smalls (7, 5 Turnover) hatte hier einen schweren Stand, auch wenn sie viel versuchte. Das Momentum war wieder etwas dahin, der französische Wackler konnte nicht genutzt werden. Vor dem Schlussabschnitt führte Frankreich mit 64:50.
Diesmal erwischte aber Deutschland den besseren Start. Frieda Bühner verbuchte ihre ersten Punkte, Peterson-Smalls traf aus der Ecke. Immerhin zwang ein Dreier von Emily Bessoir den Gegner sogar zu einer Auszeit nach noch knapp sechs Minuten auf der Uhr (60:69), Frankreich hatte aber die Star-Power. Erst hatte es Johannes zu leicht, dann tankte sich Williams für ein And-1 zum Korb. Die Deutschen scorten zwar auch besser, kamen aber nicht näher. Im Gegenteil: Ein Johannes-Dreier wirkte wie die Vorentscheidung (64:81), die Moral der Deutschen war gebrochen, auch weil die Dreier nicht mehr fielen. 90 Sekunden vor Schluss nahm der Bundestrainer dann Fiebich vom Feld, womit die Sache gelaufen war.
