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    NBA

    vor 10 Stunden

    New York in der Offseason-Analyse

    Zwischen Repeat und Vertragschaos: Ist mit den Knicks erneut zu rechnen?

    Erstmals seit 53 Jahren gehen die New York Knicks als amtierender NBA-Champion in eine Saison. Statt nachzulegen, hat Besitzer James Dolan den Sparstift angesetzt. Die Aussetzung der Vertragsverhandlungen schlug sich zuletzt auch auf die Mannschaftsmoral nieder. Hat die Situation das Potenzial, das derzeit wahrscheinlich beste Team der Liga in die Knie zu zwingen? Die Offseason-Analyse.

    Die Knicks sind amtierender NBA-Champion.
    Die Knicks sind amtierender NBA-Champion. John E. Sokolowski-Imagn Images

    New York Knicks: Was wurde in der Offseason gemacht?

    Viel Zeit zum Feiern blieb dem Front Office um Präsident Leon Rose nach der Titelparty im Juni nicht. Besitzer James Dolan gab früh die Marschroute vor, dass die Payroll 2026/27 nicht über den Second Apron, die zweite Luxussteuergrenze, klettern darf. Entsprechend handelte New York beim Draft: Den 24. Pick reichten die Knicks über mehrere Trades weiter, verabschiedeten sich so komplett aus der ersten Runde und kassierten dafür mehrere künftige Zweitrundenpicks.

    In Runde zwei sicherten sich die Knicks die Rechte am deutschen Aufbauspieler Jack Kayil (Pick 39) sowie an Vanderbilt-Shooter Tyler Nickel (Pick 47). Kayil, frisch gebackener deutscher Meister und bester junger Spieler der BBL, soll vorerst weiter in Europa Erfahrung sammeln und unterschrieb einen langfristigen Vertrag bei Alba Berlin. Nickel, in der Summer League einer der auffälligsten Knicks-Akteure, erhielt einen Two-Way-Vertrag.

    In der Free Agency ging es dann vor allem ums Zusammenhalten. Landry Shamet, in den Playoffs mit 47,5 Prozent von der Dreierlinie ein Unterschiedsspieler, unterschrieb für vier Jahre und 24 Millionen Dollar, Lokaltmatador Jose Alvarado verzichtete auf seine Spieleroption und band sich für drei Jahre und mehr als 14 Millionen. Dazu blieben Mohamed Diawara (vier Jahre) und Jordan Clarkson (ein Jahr, 3,9 Millionen) an Bord.

    Der Preis für die Sparsamkeit hieß Mitchell Robinson. Der dienstälteste Knick unterschrieb beim Divisionsrivalen Boston einen Dreijahresvertrag über rund 47 Millionen Dollar, als Ersatz kam der zweimalige All-Star Andre Drummond für ein Jahr und 3,9 Millionen aus Philadelphia. Auch Ariel Hukporti ist weg: Die Knicks verzichteten auf ein Qualifying Offer, der deutsche Center wechselte nach Philly und zog sich dort ausgerechnet im Preseason-Duell mit seinem Ex-Team einen Achillessehnenriss zu.

    New York Knicks. Die Zu- und Abgänge

    KategorieSpieler
    ZugängeAndre Drummond (76ers)
    AbgängeMitchell Robinson (Celtics), Ariel Hukporti (76ers)
    DraftJack Kayil (#39, bleibt bei ALBA Berlin), Tyler Nickel (#47, Two-Way-Vertrag)
    Neue VerträgeLandry Shamet (4 Jahre, 24 Mio. Dollar), Jose Alvarado (3 Jahre, über 14 Mio.), Mohamed Diawara (4 Jahre, 11,3 Mio.), Jordan Clarkson (1 Jahr, 3,9 Mio.)

    New York Knicks: Die Ausrichtung der Franchise

    Die Strategie ist klar: Kontinuität vor Experimenten. Elf der zwölf Spieler mit den meisten Minuten aus der Meistersaison sind zurück, die Starting Five um Brunson, Mikal Bridges, Josh Hart, OG Anunoby und Karl-Anthony Towns bleibt unangetastet.

    Hinter den Kulissen knirscht es dennoch. Towns, Hart, Miles McBride und Tyler Kolek hofften auf Vertragsverlängerungen vor dem Saisonstart, doch Anfang Oktober legten die Knicks per Statement sämtliche Verhandlungen bis "später in der Saison" auf Eis. Towns hatte zuvor bereits eingeräumt, die Gespräche sähen "nicht gut aus". Das ist brisant, weil der 30-Jährige im kommenden Sommer durch das Ablehnen seiner Spieleroption über 61,1 Millionen Dollar Free Agent werden kann.

    Dahinter steckt ein finanzielles Puzzle. Brunson unterschrieb 2024 einen Vertrag deutlich unter Marktwert, der dem Front Office jahrelang Spielraum verschaffte, doch diese Rabattphase läuft absehbar aus. Zur Saison 2028/29 könnten neue Großverträge für Brunson, Towns, Hart und Anunoby gleichzeitig greifen, und das in einem Klub, dessen Besitzer schon jetzt jeden Dollar oberhalb der Second Apron scheut.

    Brunson ist der Anführer der Knicks.
    Brunson ist der Anführer der Knicks. Scott Wachter

    New York Knicks: Depth Chart

    PGSGSFPFC
    J. BrunsonM. BridgesJ. HartO. AnunobyK. Towns
    J. AlvaradoM. McBrideL. ShametM. DiawaraA. Drummond
    T. KolekJ. ClarksonP. DadietT. Nickel(J. Wiseman)

    New York Knicks: Stärken und Schwächen

    Sportlich spricht dennoch vieles für New York. Die Knicks stellten in der Vorsaison die viertbeste Offensive der Liga und waren das beste Schlussviertel-Team der vergangenen 30 Jahre. Kein Team traf mehr Dreier aus der Ecke, allen voran Anunoby, der in Regular Season und Playoffs jeweils die meisten Corner-Threes der Liga versenkte.

    Bemerkenswert ist vor allem der Leistungssprung im Frühjahr: Als einziges Team punkteten die Knicks in den Playoffs effizienter als in der Regular Season und gewannen ihre Spiele im Schnitt mit 14,9 Punkten Vorsprung. Anunoby steigerte sich auf 20,1 Punkte bei einer True-Shooting-Quote von 72,1 Prozent, Brunson ist nach seiner Handgelenks-OP im Juli wieder voll belastbar. Wird auch nur ein Teil dieses Niveaus konserviert, ist New York schwer zu schlagen.

    Hinzu kommt eine Bank, die in den Playoffs ihren Wert bewiesen hat. Mit Shamet, Alvarado, McBride und Clarkson verfügt Trainer Mike Brown über vier erprobte Guards, die je nach Matchup Shooting, Druck auf den Ball oder Scoring liefern.

    Die große Baustelle ist die Frontcourt-Tiefe. Robinson war mit 4,2 Offensivrebounds pro Partie und einer Feldwurfquote von 72,3 Prozent ein Faktor. Drummond ist laut Towns zwar "einer der besten Rebounder unserer Generation", gilt defensiv aber als klarer Rückschritt. Einen echten Power Forward hat das Team neben Anunoby nur mit Diawara, entsprechend wichtiger werden die Verfügbarkeit und die Verteidigung von Towns.

    Wie dünn die Personaldecke hier ist, zeigte die Vorbereitung. Die Kandidaten für den dritten Center-Posten fielen reihenweise weg: Drew Eubanks riss sich den Brustmuskel, Tony Bradley wurde US-Berichten zufolge ebenso entlassen wie Flügelspieler Ochai Agbaji. Um den letzten Kaderplatz, mehr lässt die Second Apron nicht zu, duellieren sich nun der einstige Nummer-2-Pick James Wiseman und Champion Bruce Brown.

    Die ersten Knicks-Spiele der neuen Saison

    New York Knicks: Die Prognose

    Der Weg zur Titelverteidigung führt durch einen Osten, der aufgerüstet hat wie lange nicht. Philadelphia holte LeBron James und Jaylen Brown, Miami Giannis Antetokounmpo, Toronto Kawhi Leonard, und in Indiana kehrt Tyrese Haliburton zurück.

    Dennoch gehen die Knicks als Titelverteidiger und damit als nominell bestes Team in die neue Spielzeit. Da es erst im Laufe der Playoffs in der vergangenen Saison richtig Klick machte, ist denkbar, dass New York nun vor einer deutlich verbesserten Regular Season steht.

    Ob es dann auch erneut zum Titel reicht, entscheidet sich wie im Vorjahr erst im Mai und Juni, und an der Frage, ob wie die Lücke unter dem Korb aufgefangen wird. Seit den Warriors 2018 hat kein Team mehr seinen Titel verteidigt. Acht verschiedene Champions in acht Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Die erste Antwort gibt es am 20. Oktober, wenn im Madison Square Garden das Meisterbanner unters Hallendach gezogen wird, und der Gegner heißt ausgerechnet Philadelphia mit LeBron James.

    • New York Knicks: Der Kader
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    Julius Ostendorf

    New York Knicks
    NEWNew YorkNew York Knicks
    21.10.
    01:00
    Philadelphia 76ers
    PHIPhiladelphiaPhiladelphia 76ers
    Boston Celtics
    BOSBostonBoston Celtics
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    New York Knicks
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    Orlando Magic
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