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    NBA

    vor 4 Stunden

    Top-Pick kommt nach DC

    Zwischen Rebuild und Playoff-Ambitionen: Wie Dybantsa in den Wizards-Plan passt

    Mit AJ Dybantsa haben die Washington Wizards den Nummer-eins-Pick des Drafts ausgewählt und ihrem Neuaufbau das Gesicht gegeben, auf das die Franchise jahrelang gewartet hat. Nun beginnt die eigentliche Herausforderung: Wie integriert man einen potenziellen Superstar in ein Team, das mit Trae Young und Anthony Davis gleichzeitig schon gewinnen will?

    Dybantsa ist ein Washington Wizard.
    Dybantsa ist ein Washington Wizard. Brad Penner-Imagn Images

    Mit AJ Dybantsa haben die Wizards den wohl wichtigsten Baustein ihres Rebuilds hinzugefügt. Der als zukünftiger Superstar gehandelte Forward soll zum Gesicht der Franchise werden und markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Neuaufbaus, der Washington in den vergangenen drei Jahren die schlechtesten Bilanzen der NBA eingebracht hat.

    Die Zahlen sprechen für sich. In den letzten drei Spielzeiten gewannen die Wizards lediglich 15, 18 und 17 Partien. Kein Team sammelte in diesem Zeitraum mehr Niederlagen. Nach Jahren im Mittelmaß rund um Bradley Beal entschied sich die Franchise für einen radikalen Neuanfang. Nun scheint erstmals ein klarer Plan erkennbar.

    Dass die Wizards Dybantsa überhaupt auswählen konnten, war dabei kein Zufall. Bereits während der vergangenen Saison holte Washington mit Trae Young und Anthony Davis zwei etablierte Stars ins Team, verzichtete aber bewusst darauf, kurzfristig um Siege zu spielen. Die Strategie zahlte sich aus: Die Wizards gewannen die Draft Lottery und sicherten sich den begehrten First Pick.

    Wizards: Die Bilanzen seit 2019

    SaisonBilanzPlatzAnm.
    29/2025-4710.-
    20/2134-388.Niederlage in Runde eins (1-4 PHI)
    21/2235-4712.-
    22/2335-4712.-
    23/2415-6714.-
    24/2518-6415.-
    25/2617-6515.-

    Die Wizards verfolgen zwei Zeitpläne gleichzeitig

    Genau darin liegt allerdings auch die Herausforderung. Washington versucht aktuell, zwei unterschiedliche Zeitpläne miteinander zu vereinen.

    Auf der einen Seite stehen die erfahrenen Stars. Young hat mittlerweile einen neuen Vierjahresvertrag über 212 Millionen Dollar unterschrieben und sich langfristig an die Franchise gebunden. Anthony Davis soll nach seinem Trade erstmals eine komplette Saison für die Wizards absolvieren und dem Team sofort helfen, konkurrenzfähiger zu werden.

    Auf der anderen Seite verfügt Washington über einen der spannendsten jungen Kerne der Liga. Alex Sarr entwickelte sich in seiner zweiten NBA-Saison deutlich weiter, Kyshawn George, Tre Johnson und Bilal Coulibaly zeigten immer wieder ihr Potenzial. Mit Dybantsa kommt nun der Spieler hinzu, um den sich künftig alles drehen soll.

    Young (li.) hat einen neuen Vertrag unterschrieben.
    Young (li.) hat einen neuen Vertrag unterschrieben. Getty Images

    Warum Dybantsa so gut in den Kader passt

    Die größte Stärke von Dybantsa ist, dass er praktisch in jedes denkbare Szenario der Wizards passt.

    Kurzfristig muss der ehemalige BYU-Star nicht sofort die komplette Verantwortung übernehmen. Neben Young und Davis kann er als dritte Scoring-Option wachsen und sich Schritt für Schritt an die NBA gewöhnen. Gleichzeitig dürfte er von der Aufmerksamkeit profitieren, die Defensiven den beiden etablierten Stars schenken.

    Langfristig sieht die Sache anders aus. Die Wizards betrachten Dybantsa als Gesicht des Rebuilds und potenziellen Franchise Player. Sollte Davis in einigen Jahren nicht mehr Teil der Zukunft sein und Young zunehmend in eine unterstützende Rolle rücken, besitzt Dybantsa die Anlagen, selbst zur ersten Option einer Mannschaft zu werden. Genau deshalb galt er für viele Scouts als bester Spieler des Jahrgangs.

    Seine Vielseitigkeit macht diesen Übergang möglich. Dybantsa kann selbst Würfe kreieren, konstant Druck auf den Korb ausüben und verfügt über die körperlichen Voraussetzungen, um auf mehreren Positionen eingesetzt zu werden. Zudem passt seine Größe hervorragend zu den langen und athletischen Flügelspielern, die Washington in den vergangenen Jahren gesammelt hat.

    AJ Dybantsa Stats (BYU)

    SaisonPTSREBASTFG%3P%
    2025/26 (BYU)25,56,83,751,0 %33,1 %

    Die größte Frage heißt Trae Young

    Ganz ohne Fragezeichen ist die Situation dennoch nicht.

    Sowohl Young als auch Dybantsa entfalten ihre größten Stärken mit dem Ball in der Hand. Deshalb wird entscheidend sein, wie die Wizards die Rollenverteilung gestalten. Young zählt weiterhin zu den besten Passgebern der NBA, könnte aber künftig häufiger abseits des Balles eingesetzt werden, während Dybantsa nach und nach mehr Verantwortung als primärer Initiator übernimmt.

    Möglich ist auch, dass Washington zunächst stärker auf Young als offensiven Motor setzt und Dybantsa behutsam aufbaut. Die Wizards haben den Luxus, sich nicht sofort entscheiden zu müssen.

    AJ Dybantsa führte den College-Basketball bei den Punkten pro Spiel an.
    AJ Dybantsa führte den College-Basketball bei den Punkten pro Spiel an. IMAGO/Newscom World

    Endlich eine Perspektive

    Auf dem Papier könnte Washington mit Young, George, Dybantsa, Sarr und Davis in die neue Saison starten. Dahinter warten mit Tre Johnson, Coulibaly, Bub Carrington, Will Riley und weiteren Talenten zahlreiche Alternativen.

    Ob dieses Team bereits in der kommenden Saison um die Playoffs kämpfen kann, bleibt offen. Klar ist aber: Die Wizards verfügen erstmals seit langer Zeit über eine Richtung. Young soll Stabilität bringen, Davis Erfahrung und Qualität. Die Zukunft der Franchise liegt jedoch in den Händen von AJ Dybantsa.

    Washington hat jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet. Nun muss die Organisation beweisen, dass sie aus einem Top-Talent auch tatsächlich einen Superstar machen kann.

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    Robert Arndt, Sam Müller