vor 5 Stunden
Historischer Blowout bringt New York weiter
Die New York Knicks haben die Atlanta Hawks mit einem historischen Sieg aus den Playoffs geworfen. Nach Spiel 6 standen vor allem die Anpassungen und Stimmen der Knicks im Fokus.

Die Saison der Knicks war alles andere als konstant. Phasenweise dominierend, dann wieder ideenlos und stockend - auch zu Beginn der Serie gegen Atlanta, als jede Offense ein Kampf war. Doch genau im entscheidenden Moment scheint New York seinen Rhythmus gefunden zu haben: Nach einem 1:2-Rückstand folgten drei klare Siege, gekrönt von einem historischen Blowout in Spiel 6.
"Das Wichtigste war, dass wir unsere Offense anpassen mussten", erklärte Head Coach Mike Brown nach der Partie. Die ersten Spiele seien ein "Grind" gewesen, jeder Ballbesitz hart erarbeitet. Entsprechend reagierten die Knicks mit Anpassungen - nicht radikal, aber gezielt, um das Spiel für ihre Akteure einfacher zu machen.

Im Zentrum dieser Veränderungen stand Karl-Anthony Towns. Der Big Man übernahm verstärkt als Playmaker, zog Verteidiger auf sich und schuf Räume für Cutter. Der 30-Jährige kam dabei auf ein ungewöhnliches Triple-Double: 12 Punkte bei 1/4 FG (10/10 FT), 11 Rebounds und 10 Assists.
"Sie haben uns gezwungen, umzudenken und anders zu spielen", sagte Brown. Ziel sei es gewesen, die Spieler in Situationen zu bringen, in denen sie ihre Stärken ausspielen können - mit sichtbar wachsendem Erfolg.
Davon profitierten vor allem die Flügel. OG Anunoby dominierte erneut und setzte seine starke Phase fort, während Mikal Bridges nach schwierigen Spielen in der Serie mit 24 Punkten (10/12 FG) zurück in die Spur fand. "Er hat einfach das gemacht, wozu er fähig ist", lobte Brown und hob neben dem Scoring besonders Defense und Rebounding hervor.
Auch innerhalb des Teams war die Entwicklung spürbar. "Wir sagen uns immer, dass wir gewinnen wollen - das ist das Wichtigste", erklärte Jalen Brunson. "Am Ende geht es um Taten." Nach zwei knappen Niederlagen und dem zwischenzeitlichen Rückstand reagierten die Knicks genau so - mit drei zunehmend dominanten Auftritten.
Ein kleiner Makel blieb dennoch: Im zweiten Viertel kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Mitchell Robinson und Dyson Daniels, die in beidseitigen Ejections endete. "Wenn du so hoch führst, passieren solche Dinge", sagte Brown. "Wenn jemand das Gefühl hat, dass etwas nicht richtig läuft, ist es schwer, die Ruhe zu bewahren."

Während andere Teams im Osten noch in engen Serien stecken, haben sich die Knicks mit ihrem deutlichsten Playoff-Sieg der Franchise-Geschichte frühzeitig eine Pause erarbeitet. Ob sie tatsächlich zur richtigen Zeit im Flow sind, wird sich im Conference-Halbfinale zeigen - entweder gegen die Boston Celtics oder die Philadelphia 76ers.
Sam Müller