vor 1 Tag
Weiteres enges Duell zwischen Bonn und Würzburg
Am Samstag starten die Play-Offs der Basketball-Bundesliga. Wir blicken auf die Serien, die am Samstag starten - und zwar: Pokalsieger Bamberg gegen Vizemeister Ulm und die Telekom Baskets Bonn gegen die Fitness First Würzburg Baskets.

Es ist vermutlich die spannendste Serie der ersten Runde, vor allem hat dieses Duell jede Menge Storylines. Leichter Favorit sollten die Bamberger sein, da sie über die Saison deutlich konstanter als Ulm agierten. Die Starting Five ist komplett eingespielt, die Automatismen funktionieren. Davon war bei Ulm nicht viel zu sehen, das Potenzial konnte die Mannschaft zu selten abrufen.
Aber hat Bamberg nicht vielleicht sogar mehr? Mit Ibi Watson, Cobe Williams oder Demarcus Demonia haben die Franken so viel Möglichkeiten in der Offense, gleichzeitig könnten die Ulmer auch ausreichend Konter haben. Justin Simon, einer der besten Verteidiger der Liga, dürfte sich um Watson kümmern, Nelson Weidemann und Tobias Jensen werden im Backcourt für Unruhe stiften.
| Bamberg | Stat | Ulm |
|---|---|---|
| 24-10 | Bilanz | 19-15 |
| 116,7 (3.) | O-Rating | 108,2 (13.) |
| 106,2 (5.) | D-Rating | 102,3 (2.) |
| +10,5 (2.) | Net-Rating | +5,9 (4.) |
| 1-1 | Vergleich | 1-1 |
Allerdings ist Ulm offensiv zu abhängig von Chris Ledlum, der ebenfalls nicht immer effizient agiert. Der Vizemeister ist zudem kein gutes Team aus der Distanz, was Bamberg mit Shotblocker E.J. Onu ebenfalls in die Karten spielen sollte. Können also die Guards rund um Weidemann und Mark Smith genügend kreieren? Es sollte angezweifelt werden.
Das könnte für Bamberg den Unterschied ausmachen, noch konnte niemand Bamberg konstant stoppen. Die Franken haben nach den Bayern und Vechta den drittbesten Angriff und sind in ihrem gefürchteten Fastbreak kaum zu halten. Hinzu kommt natürlich der Heimvorteil, in der Brose Arena ist es traditionell schwer, etwas mitzunehmen.
Tipp: Bamberg in 5.

Ähnlich knapp sollte es auch in dieser Serie zugehen. Auf dem Papier sollte Würzburg mehr Qualität haben, allerdings spielte das Team von Coach Sasa Filipovski eine vergleichsweise schwache Rückrunde. Das lag unter anderem am Guard-Duo Marcus Carr und Davion Mintz, die ihre starke Form nur bedingt bestätigen konnten. Mintz soll zudem bereits bei EuroLeague-Klub Dubai im Wort stehen.
Bonn hatte im Gegensatz zu Würzburg keine internationalen Verpflichtungen, sodass - ähnlich wie in Bamberg - ein kleinerer Kader für die Saison reichte. Aus diesem stach keiner so wirklich heraus, am ehesten noch Spielmacher Grayson Murphy und der Ex-Chemnitzer Jeff Garrett, doch im Kollektiv erspielten sich die Rheinländer dank guter Defense den Heimvorteil.
| Bonn | Stat | Würzburg |
|---|---|---|
| 21-13 | Bilanz | 20-14 |
| 111,4 (7.) | O-Rating | 111,1 (9.) |
| 106,1 (4.) | D-Rating | 108,6 (7.) |
| +5,3 (5.) | Net-Rating | +2,5 (7.) |
| 1-1 | Vergleich | 1-1 |
Das Dauerthema bleibt dagegen der Dreier. Eine Quote von 27 Prozent über die Saison ist unerhört schlecht, keiner im Team trifft besser als 36 Prozent - und das ist mit Jalen Finch eine Nachverpflichtung. Die Rechnung sollte also simpel sein: Trifft Bonn den Dreier zumindest im Ligadurchschnitt, also knapp 35 Prozent, dann ist man schwer zu schlagen.
Doch warum sollte sich dies genau jetzt ändern? Für Würzburg spricht dagegen die Erfahrung und Verfügbarkeit von Ausnahmespielern wie Carr oder Mintz, die in engen Spielen so wichtig werden können. Es bleibt die Frage, wie viel man von der deutschen Rotation um Eddy Edigin, Christian Skladanowski oder Alen Pjanic bekommt, doch Filipovski wird sich sicherlich etwas einfallen lassen. Überhaupt ist der erfahrene Coach im Vergleich zu Marko Stankovic (erste Playoffs) ein echtes Faustpfand für die Würzburger.
Tipp: Würzburg in 4.
Robert Arndt