18.03.2026
Duell um den Gruppensieg
Für Alba Berlin geht es am Mittwochabend um viel - aber nicht um alles. Gegen AEK Athen BC fällt die Entscheidung im Kampf um den Gruppensieg. Und um die beste Ausgangsposition für das Viertelfinale.

Die Lage ist dabei klar und anspruchsvoll zugleich: Alba muss nicht nur gewinnen, sondern auch den direkten Vergleich drehen. Acht Punkte Rückstand aus dem 80:88-Hinspiel in Athen gilt es aufzuholen, nachdem die Berliner dort Ende Januar eine zweistellige Führung noch aus der Hand gegeben hatten.
"Es ist ein wichtiges Spiel", sagt Trainer Pedro Calles. "In erster Linie, weil wir zu Hause vor unseren Fans spielen. Außerdem entscheidet es darüber, wer Erster oder Zweiter wird in unserer Gruppe." Der Unterschied ist dabei keineswegs nur kosmetischer Natur. "Als Erster hast du die Chance auf ein zusätzliches Heimspiel", so Calles.
Tatsächlich bringt der Gruppensieg Vorteile mit sich. In der Best-of-three-Serie im Viertelfinale würde Alba anderen Gruppensiegern aus dem Weg gehen und hätte bei einem entscheidenden dritten Spiel Heimrecht. Doch leichte Gegner gibt es in der Runde der besten Acht ohnehin nicht mehr - die Champions League hat in der Spitze zuletzt noch einmal an Qualität gewonnen.
| Gruppensieger | Unicaja Malaga, Teneriffa |
| Gruppenzweite | Joventut Badalona, Nymburk |
| TBD | AEK Ahen, Alba Berlin |
Trotz der klaren Rechnung will Calles den Fokus nicht zu sehr auf Szenarien und Punktedifferenzen legen. "Zuerst wollen wir den besten Basketball spielen, den wir spielen können", sagt der Spanier. "Wir werden versuchen, das Spiel zu gewinnen - wissen aber auch, dass wir gegen einen starken Gegner spielen. Wir können nicht vorhersagen oder planen, dass wir mit acht Punkten gewinnen."
Auch Center Norris Agbakoko sieht die Prioritäten klar verteilt. "Für uns geht es erstmal darum, auf dem Parkett alles zu geben und das Spiel zu gewinnen", sagt der 26-Jährige. "Gegen Ende können wir dann schauen, mit wie vielen Punkten."
Dass Alba überhaupt die Chance auf Platz eins hat, ist Ausdruck einer bislang stabilen internationalen Saison. "Im Großen und Ganzen haben wir uns sehr gut präsentiert", so Agbakoko. "Wir haben viele tolle Spiele gemacht und uns als Team weiterentwickelt." Nun gehe es darum, den nächsten Schritt zu machen. "Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem wir sehen werden, wie weit wir sind."

Der Gegner ist dabei ein echter Gradmesser. AEK hat bislang eine starke Saison gespielt und sich in der Gruppe kaum Blöße gegeben. "AEK ist eines der Favoritenteams", sagt Agbakoko. "Wir haben im Hinspiel über weite Strecken geführt und waren auf Augenhöhe - das gibt uns Selbstvertrauen."
Entscheidend wird sein, ob Alba über 40 Minuten die nötige Konstanz aufs Parkett bringt. "Wir müssen konsequent verteidigen, das Rebounding kontrollieren und vor allem schnell spielen", betont Agbakoko. "Wenn wir diese Dinge umsetzen, haben wir gezeigt, dass wir jedes Team schlagen können."
Bei aller Bedeutung des Spiels bleibt die Einordnung dennoch nüchtern. Das Ergebnis entscheidet über die Ausgangsposition - nicht über das Weiterkommen. "Es ist wichtig", sagt Calles. "Aber es ist nicht das letzte Spiel der Saison."
Franziska Staupendahl