27.02.2026
Verpasste EuroBasket 2025 als Tiefpunkt
Das DBB-Team trifft am Freitag und Sonntag auf Kroatien. Das Land vom Balkan feierte nach der Unabhängigkeit große Erfolge, ist seit einigen Jahren aber in ein Loch gefallen. Was sind die Gründe für den Absturz dieser Basketball-Nation?

Gut ein Jahr ist es her, als der kroatische Basketball seinen endgültigen Tiefpunkt erreichte. Eine 80:83-Niederlage gegen Frankreich sorgte dafür, dass Kroatien seit der Unabhängigkeit von Jugoslawien eine Europameisterschaft verpasste. Bei den beiden vorherigen Weltmeisterschaften fehlten die Kroaten und auch auf Vereinsebene sieht es nicht besser aus.
Kein einziger kroatischer Klub nimmt an EuroLeague, EuroCup oder Champions League teil, die beiden kroatischen Vereine Zadar und Split befinden sich in der Adria-Liga in der Abstiegsrunde. Was ist mit dieser Basketball-Nation passiert, die Drazen Petrovic, Toni Kukoc, Dino Radja oder Bojan Bogdanovic hervorbrachte und 1992 noch bei den Olympischen Spielen hinter den USA Silber gewann?
"Wir haben keine Spieler in der EuroLeague und unsere Vereine in der ABA League spielen auch keine Rolle", ärgerte sich der damalige Präsident Radja vor einigen Jahren. Mit Ivica Zubac und Karlo Matkovic spielen immerhin zwei Akteure in der NBA, in den Nationalmannschafts-Fenstern während der Saison können aber auch sie nicht helfen.

Vieles ist mal wieder eine Frage des Geldes. Cedevita Zagreb, immerhin fünffacher Meister, fusionierte zum Beispiel mit Olimpija Ljubljana, Ex-Rivale Cibona hat massive finanzielle Probleme. Diese begannen unter anderem mit dem EU-Beitritt im Juli 2013, weil es der Regierung von nun an verboten war, Vereine finanziell zu unterstützen. In Serbien dagegen werden auch heute noch Roter Stern und Partizan mit über fünf Millionen Euro jährlich unterstützt.
Im Gegensatz zu Serbien spielt in Kroatien zudem der Fußball aufgrund der Erfolge der Nationalmannschaft eine größere Rolle. Somit ist der Talent-Pool deutlich kleiner als im Nachbarland. So bürgerte man unter anderem Ex-Alba-Guard Jaleen Smith ein, weil einfach keine guten Guards zur Verfügung standen.
Zusammen mit Real Madrids Mario Hezonja bildet er die Achse des Teams - und inzwischen ist klar, dass Hezonja rechtzeitig zum Spiel gegen Deutschland anreisen wird. Der Forward stand am Vortag noch mit den Königlichen gegen den FC Bayern auf dem Parkett, flog aber anschließend gemeinsam mit David Krämer per Charter direkt zum Nationalteam.
Immerhin ist die Lage für die Kroaten nicht schlecht. Durch den Auswärtssieg in Israel ist das Ticket für die zweite Quali-Runde so gut wie gebucht, mit Michael Ruzic (19) kommt zudem ein hoffnungsvolles Talent nach. Dass dieser aber aus Kroatien nach Spanien wechselte, um eine ordentliche Ausbildung und Spielzeit zu bekommen, sagt auch viel über die Zustände im Land aus.
Der Vorteil gegen Deutschland ist aber, dass das Grundgerüst steht und mit Dario Saric ein erfahrener NBA-Spieler wieder mit im Kader steht, da dieser erst kürzlich von den Chicago Bulls entlassen wurde. Denn klar ist auch: Noch ein Turnier wollen die stolzen Kroaten nicht verpassen.
| Spieler | Größe (cm) | Position | Jahrgang | Team |
|---|---|---|---|---|
| Roko Badzim | 197 | SG | 1997 | Merkezefendi |
| Luka Bozic | 196 | PG | 1996 | CB Granada |
| Danko Brankovic | 214 | C | 2000 | Rio Breogan |
| Mateo Dreznjak | 195 | SF | 1999 | Studentski Centar |
| Mario Hezonja | 206 | SF | 1995 | Real Madrid |
| Dominik Mavra | 188 | PG | 1994 | Rio Breogan |
| Toni Nakic | 200 | SG | 1999 | UCAM Murcia |
Robert Arndt
| Kresimir Radovcic | 192 | PG | 1997 | Cibona Zagreb |
| Michael Ruzic | 203 | PF | 2006 | Joventut Badalona |
| Jaleen Smith | 193 | G | 1994 | Türk Telekom |
| Dario Saric | 208 | PF | 1994 | Free Agent |
| David Skara | 200 | F | 1995 | Olimpija Ljubljana |