01.03.2026
Thiemann mit Karrierebestwert
Dank einer furiosen Aufholjagd hat sich Deutschland für die Niederlage vor zwei Tagen in Kroatien revanchiert. In Bonn setzte sich der Welt- und Europameister mit 91:89 nach Verlängerung durch, obwohl das Team von Bundestrainer Alex Mumbru Mitte des dritten Viertels noch mit 15 Punkten hinten lag.

3:30 Minuten vor dem Ende war Deutschland noch mit zehn Punkten hinten, danach erzielte Kroatien keinen Punkt mehr und der amtierende Welt- und Europameister drehte das Spiel in der Verlängerung komplett. Bester Scorer der Deutschen war Johannes Thiemann, der mit 24 Punkten (8/14 FG, 7/9 FT, 12 Rebounds) so viele Punkte wie noch nie im DBB-Trikot erzielte. Der noch kurzfristig angereiste Oscar da Silva unterstützte mit 15 Zählern und elf Abprallern. Bei den Kroaten war erneut Mario Hezonja (30) der beste Scorer, dazu gefiel Jaleen Smith (12, 9 Assists). Ex-NBA-Spieler Dario Saric (11, 4/11) steckte nach gutem Start in Foulproblemen.
Im Vergleich zum Spiel von vor zwei Tagen verblieben lediglich Louis Olinde und Johannes Thiemann in der Starting Five, Nelson Weidemann, Malte Delow und Christian Sengfelder wurden von Jack Kayil, David Krämer und Leon Kratzer ersetzt. Die Kroaten änderten nichts und machten genau da weiter, wo sie in Zagreb aufgehört hatten.
Nach knapp drei Minuten waren aber auch die Deutschen, nach zwei Olinde-Dreiern brauchten die Kroaten eine Auszeit. Das half während bei den Deutschen ansonsten nur Thiemann gescort hatte. Bei den Gästen war wieder Saric gut drauf, Deutschland hielt mit jeder Menge Offensiv-Rebounds dagegen, da Silva hatte schon im ersten Viertel vier davon. Dennoch führte Kroatien mit 24:22 nach den ersten zehn Minuten.
Ein Problem war die schwache Dreierquote, doch im Halbfeld wirkte vieles wieder zu statisch, exemplarisch traf Krämer bei einem Stepback-Dreier nur das Brett. Mitte des Abschnitts hatte die Mumbru-Auswahl nur vier Pünktchen erzielt, Kroatien setzte sich ein wenig ab (26:34). Thiemann, ein Dreier von Tim Schneider sowie ein Kayil-Dunk weckten aber das Team. Saric musste derweil mit drei Fouls auf die Bank, doch die Gäste trafen in Person von Roko Badzim jetzt plötzlich auch die schweren Dreier und baute die Führung wieder aus. Mit 50:41 für Kroatien ging es in die Kabinen.
jos
Besserung trat nicht ein, Kroatien scorte weiter nach Belieben und verhinderte so die gefürchteten Fastbreaks. Mitte des dritten Viertels betrug der Rückstand 15 Zähler, auch weil das DBB-Team die Dreier (oft sehr offen) auch nicht traf. Ein And-1 von Malte Delow und ein erzwungener Turnover von Schneider brachten etwas Hoffnung. Es war wieder mehr Tempo drin, aber die Gäste setzten mit Hezonja weiter Nadelstiche. Mit der Sirene war Olinde von draußen noch einmal zur Stelle, sodass Deutschland wieder auf 62:67 dran war.

Das Momentum war da, aber Delow und Thiemann ließen nun leichte Punkte liegen. Plötzlich blieb das DBB-Team 4:30 Minuten ohne Punkt, bevor wieder Olinde einen Dreier traf. Der Spanier-Legionär war kurz darauf mit einem Block zur Stelle. Kayil (14, 6 Assists) verkürzte mit zwei Sprungwürfen auf fünf Zähler, Krämer stellte kurz darauf auf 74:77. Der Guard war lange nicht im Spiel, doch eine Minute vor Schluss glich der Madrid-Legionär mit seinem ersten Dreier aus.
Kroatien wackelte, das DBB-Team verteidigte in den letzten Minuten endlich aggressiv. Krämers Wurf zur Führung ging daneben, aber Olinde erzwang einen Sprungball und somit den letzten Ballbesitz für Deutschland. Hier hatte Krämer weitere Chancen auf den Sieg, doch der Madrilene vergab - Verlängerung.
Dort eröffnete zwar Kroatien, aber Kayil und Thiemann netzten Jumper und hinten stand die Defense felsenfest. Erst Hezonja sorgte per And-1 für Entlastung (86:82). Deutschland scorte aber weiter, Hezonjas schneller Dreier 14 Sekunden vor Schluss brachte die Kroaten aber wieder auf drei Zähler ran. Krämer traf dann zumindest einen Freiwurf, sodass das DBB-Team den Sieg über die Ziellinie zitterte.
Deutschland bleibt in der Gruppe trotz des Sieges Zweiter, weil die Kroaten den direkten Vergleich gewonnen haben. Weiter geht es am 3. Juli mit dem Spiel in Isreal, drei Tage später ist Zypern in Bamberg zu Gast.