28.04.2025
Pistons liegen 1-3 zurück
Die Detroit Pistons haben auch ihr zweites Heimspiel an die Knicks abgegeben. Nach dem anstehenden fünften Spiel in New York könnte die Playoff-Rückkehr schon wieder beendet sein. Das wäre allerdings keine Tragödie.

Es ist nicht viel länger als ein Jahr her als die Detroit Pistons ihre 28-Spiele-währende Serie verlorener Spiele beendeten. Das änderte allerdings nur wenig daran, dass die Franchise - mal wieder - die Lachnummer der Eastern Conference war.
Nur knapp 15 Monate später trauern die Pistons erneut, diesmal allerdings einem knappen und hochdramatischen Playoff-Spiel gegen die New York Knicks hinterher. Und das auch völlig zurecht. Insbesondere im Schlussviertel wechselte die Führung zwischen beiden Teams immer wieder hin und her. In der finalen Minute brachte Towns die Gäste in Führung (93:94), das letzte Wort hätten jedoch die Pistons haben müssen.
Mit Ablauf der Spieluhr bekam Tim Hardaway Jr. in der linken Ecke den Ball zugespielt, täuschte einmal den Wurf an, womit er Josh Hart in die Luft schickte. Hardaway Jr. stieg nun tatsächlich selbst hoch, wurde dabei allerdings stark durch Hart aus dem Gleichgewicht gebracht. Ein klares Foul - eigentlich. Die Schiedsrichter, die auch in diesem Spiel eine besonders lange Leine ließen, sahen das anders.
Die Pistons, die damit auch ihr zweites Heimspiel abgaben, wüteten auf dem Court. "Ich weiß gar nicht, wie ich noch anders sagen kann. Aber es gab Kontakt bei seinem Wurfversuch", redete sich Pistons-Coach JB Bickerstaff auf der anschließenden Pressekonferenz in Rage. "Der Typ hat seine Füße verlassen und war Timmy ausgeliefert. Ich wiederhole: Dabei gab es Kontakt."
Was die Kamerabilder letztlich eindeutig einfingen, blieb auch den Unparteiischen nicht verwehrt. Es dauerte keine zwei Stunden bis Chefschiedsrichter David Guthrie den Fehler zugab: "Wir haben erkannt, dass Hart Kontakt herstellt, der über ein marginales Maß hinausgeht. Das hätte gepfiffen werden sollen."
Das wurde es nicht. Mit einem Rückstand von 1-3 geht es für die Pistons nun wieder nach New York. Einen solchen Rückstand aufzuholen, gelang in der NBA-Geschichte statistisch gesehen nur in knapp fünf Prozent der Fälle.
Noch eine weitere unglückliche Statistik aus Detroit-Sicht: Durch die beiden Niederlagen zuletzt ist die (saisonübergreifende) Anzahl verlorener Playoff-Heimspiele in Folge auf neun gestiegen. Damit stellte man den Rekord Philadelphias aus den Jahren 1968 bis 1971 ein.
Eine Tragödie ist all das dennoch nicht. Unter der Leitung von Bickerstaff, durch die Komplementierung des jungen Kaders mit Veteranen wie Dennis Schröder und Tobias Harris ist das Team binnen kurzer Zeit enorm gereift. Dazu hat es in Michigan wieder ein Feuer entfacht, wie schon lange nicht mehr.
Mit Jaden Ivey und Isaiah Stewart fehlten zudem zwei junge Schlüsselspieler der nächsten Jahre.
Bereits mit einem Team wie den Knicks konkurrieren zu können, die sich Titelambitionen auf die Fahne schreiben, ist nicht nur ein unfassbarer Fortschritt zur Vorsaison. Es macht zudem sehr viel Lust auf das, was da noch kommt.
Julius Ostendorf