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Alle 16 WM-Teams im Formcheck
Die Basketball-Welt blickt nach Berlin: 16 Nationen kämpfen bei der Frauen-WM um Gold, Deutschland träumt vor heimischem Publikum von einer Medaille. Doch wie stark ist das DBB-Team im Vergleich zur internationalen Konkurrenz wirklich?

Am Freitag ist es endlich so weit: Mit der Partie zwischen Japan und Mali beginnt die Frauen-WM, bevor Deutschland um 17.45 Uhr gegen Medaillenfavorit Spanien in das Turnier startet. Die USA reisen trotz prominenter Ausfälle als Favoritinnen an, dahinter rechnen sich mehrere europäische Nationen sowie Australien Chancen auf das Podium aus. Das Power Ranking bewertet Kaderqualität, Form, Erfahrung und Ausfälle vor dem Turnierstart.
16. Südkorea
Südkorea geht als einer der größten Außenseiter in das Turnier. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Center Park Ji-su, die wegen einer Knöchelverletzung nicht zur Verfügung steht. Damit fehlt die wichtigste Präsenz unter dem Korb.
Die Mannschaft muss sich noch stärker auf ihre Guards und ihren Distanzwurf verlassen. Jihyun Park ist die einzige aktuelle WNBA-Spielerin des Aufgebots. Ohne Ji-su wäre jeder Sieg in Berlin bereits eine Überraschung.
15. Türkei
Mit Kennedy Burke steht nur eine aktuelle WNBA-Spielerin im vorläufigen Aufgebot der Türkei. Dafür kann die Mannschaft auf zahlreiche Profis von europäischen Spitzenklubs zurückgreifen. Burke absolviert derzeit ihre bislang beste Saison in den USA.
Das Team ist taktisch gut ausgebildet und an intensive Partien gewöhnt. Im Vergleich zu den höher eingestuften Nationen fehlt allerdings die individuelle Spitzenqualität. Bereits das Auftaktspiel gegen Belgien dürfte zeigen, was der Türkei in Berlin zuzutrauen ist.
14. Puerto Rico
Puerto Rico setzt vor allem auf Arella Guirantes. Als Scorerin kann sich eigene Würfe erarbeiten und innerhalb kurzer Zeit viele Punkte erzielen. Auch die frühere WNBA-Centerin Imani McGee-Stafford gehört zu den bekannteren Spielerinnen des Teams.
Die Gruppenphase wird mit Australien und Belgien zur großen Herausforderung. Gelingt es den Gegnern, Guirantes aus dem Spiel zu nehmen, fehlen weitere verlässliche offensive Optionen. Schon der Einzug in die K.-o.-Runde wäre daher ein Erfolg.

13. Ungarn
Ungarn ist zum ersten Mal seit 1998 wieder bei einer Weltmeisterschaft vertreten. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Dorka Juhasz von den Minnesota Lynx.
Die Forward kam in der WNBA zuletzt nur unregelmäßig zum Einsatz, zeigte auf europäischer Ebene aber, dass sie eine Mannschaft tragen kann. Ihre Vielseitigkeit und Reboundstärke geben Ungarn eine Chance gegen höher eingeschätzte Gegner. Hinter Juhasz fehlt jedoch individuelle Qualität auf höchstem Niveau.
12. Nigeria
Nigeria reist als amtierender Afrikameister nach Berlin. Die Mannschaft erreichte sowohl bei der WM 2018 als auch bei den Olympischen Spielen 2024 den achten Platz und hat damit bereits gezeigt, dass sie bei großen Turnieren überraschen kann.
Amy Okonkwo ist die einzige Spielerin des vorläufigen Aufgebots, die aktuell in der WNBA aktiv ist. Nigeria lebt vor allem von seiner Physis, Intensität und aggressiven Verteidigung. Die schwankenden Leistungen während der Qualifikation machen das Team allerdings schwer einzuschätzen.
| Gruppe A | Gruppe B | Gruppe C | Gruppe D |
|---|---|---|---|
| Japan | Ungarn | Belgien | USA |
| Spanien | Südkorea | Australien | Tschechien |
| Deutschland | Nigerien | Puerto Rico | Italien |
| Mali | Frankreich | Türkei | China |
11. Mali
Mali nimmt zum dritten Mal an einer Weltmeisterschaft teil und möchte seinen elften Platz von 2022 verbessern. In der Qualifikation besiegte das Team Tschechien und sicherte sich durch eine knappe Niederlage gegen Brasilien das Ticket für Berlin.
Sika Kone und Aicha Coulibaly bringen WNBA-Erfahrung mit, Maimouna Haidara war in der Qualifikation die beste Scorerin. Die junge Mannschaft kann mit Athletik, aggressiver Verteidigung und Offensivrebounds für Probleme sorgen. Für den Kampf um die Medaillen fehlt allerdings die Erfahrung.
10. Japan
Japan ist aufgrund seiner ungewöhnlichen Spielweise gefährlicher, als die Platzierung vermuten lässt. Das Team spielt schnell, bewegt den Ball konsequent und nimmt viele Würfe von außen. Fällt der Dreier, kann Japan nahezu jeden Gegner bezwingen.
Mai Yamamoto ist eine der wichtigsten Spielerinnen des Teams. Die nur 1,63 Meter große Aufbauspielerin bringt Tempo, Kreativität und Scoring mit. Die geringe Körpergröße des Kaders bleibt allerdings die größte Schwäche: Nur eine japanische Spielerin misst mehr als 1,83 Meter.
9. Tschechien
Tschechien ist erstmals seit 2014 wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. An die Mannschaft, die 2010 vor heimischem Publikum Silber gewann, reicht das aktuelle Aufgebot allerdings nicht heran.
Eliska Joklova und Veronika Vorackova sollen das Team anführen. Erschwert wird die Aufgabe durch die Ausfälle von Emma Cechova und Julia Reisingerova. Zudem trifft Tschechien bereits in der Gruppenphase auf die USA, China und das aufstrebende Italien.
8. Italien
Italien erlebt auf internationaler Ebene einen Aufschwung. Bei der EM 2025 gewann das Team Bronze und holte damit seine erste Medaille seit 1995. Die WM in Berlin ist Italiens erstes großes globales Turnier seit den Olympischen Spielen 1996.
Cecilia Zandalasini ist die wichtigste Scorerin und sorgt mit ihrem Distanzwurf für Räume. Costanza Verona soll das Spiel organisieren und die Offensive kontrollieren. In der Qualifikation gewann Italien vier von fünf Partien und setzte sich dabei auch gegen Spanien durch.
7. China
China steht in der FIBA-Weltrangliste weit vorne, reist jedoch geschwächt nach Berlin. Li Yueru kann nicht teilnehmen, nachdem ihr Reisepass nach eigenen Angaben auf dem Postweg verloren gegangen war. Damit fehlt die beste Scorerin und Rebounderin des Teams bei den Olympischen Spielen 2024.
Größe bleibt dennoch Chinas größte Stärke. Han Xu misst 2,11 Meter, das erst 19 Jahre alte Ausnahmetalent Zhang Ziyu sogar rund 2,20 Meter. In Korbnähe ist China damit nur schwer zu kontrollieren, auf den kleineren Positionen fehlt aber die Tiefe früherer Turniere.
6. Deutschland
Der Ausfall von Satou Sabally verhindert eine noch bessere Platzierung. Ohne seine beste Einzelspielerin besitzt Deutschland weniger offensives Starpotenzial, kann den Verlust aber zumindest teilweise über Größe, Vielseitigkeit und Tiefe auffangen.
Leonie Fiebich und Nyara Sabally bringen WNBA-Erfahrung mit, Frieda Bühner und Luisa Geiselsöder dürften im Nationalteam größere Rollen übernehmen als bei ihren Klubs in den USA. Hinter Nyara Saballys Gesundheitszustand stand zuletzt allerdings noch ein Fragezeichen. Ihre Belastbarkeit wird für einen tiefen Turnierlauf entscheidend sein. Vor heimischem Publikum kann das Team von Olaf Lange dennoch jeder Nation gefährlich werden.

5. Spanien
Nach der verpassten WM 2022 meldete sich Spanien mit der Silbermedaille bei der EM 2025 zurück. In der Qualifikation brachte die Mannschaft die USA stärker in Bedrängnis als jeder andere Gegner und reist mit realistischen Medaillenambitionen nach Berlin.
Alba Torrens ist die einzige Spielerin des Kaders mit WM-Erfahrung und übernimmt eine zentrale Führungsrolle, während Megan DiLeo als erste Option in der Offensive gefragt sein wird. Besonders spannend ist das junge Duo Awa Fam und Iyana Martin, das Spanien langfristig prägen soll.
4. Belgien
Belgien hat sich vom Außenseiter zu einer festen Größe im europäischen Frauenbasketball entwickelt. Nach dem EM-Titel 2025 reisen die Belgian Cats mit berechtigten Hoffnungen auf ihre erste WM-Medaille nach Berlin.
Im Mittelpunkt steht Emma Meesseman, die offensiv kaum Schwächen besitzt und Spiele aus der Zone, der Mitteldistanz oder als Passgeberin kontrollieren kann. Julie Allemand und Julie Vanloo bilden dazu einen der besten Backcourts des Turniers. Für Gold könnte die Tiefe nicht ganz reichen, ein Platz auf dem Podium ist aber realistisch.
3. Australien
Australien stand bei seinen vergangenen drei WM-Teilnahmen jeweils auf dem Podium. Mit Ezi Magbegor und Alanna Smith besitzen die Opals weiterhin einen starken Frontcourt, der Spiele auf beiden Seiten des Feldes prägen kann.
Schwer wiegt allerdings der Ausfall von Kapitänin Sami Whitcomb, die wegen anhaltender Knieprobleme fehlt. Damit verliert Australien Führung, Erfahrung und wichtige Punkte. Mit Sandy Brondello verfügt das Team dafür über eine der erfolgreichsten Trainerinnen des internationalen Frauenbasketballs.

2. Frankreich
Frankreich ist der wohl größte Herausforderer der USA. Im Olympiafinale 2024 fehlte beim 66:67 nur ein Punkt zur Goldmedaille, zwei Jahre später erscheint der Kader noch breiter.
Gabby Williams verbindet Scoring, Erfahrung und starke Verteidigung. Mit Carla Leite und Dominique Malonga stehen zudem zwei der größten Talente des internationalen Frauenbasketballs bereit. Insgesamt gehören acht aktuelle WNBA-Spielerinnen zum französischen Aufgebot.
1. USA
Der Weg zum Titel führt erneut über die USA. Der Olympiasieger gewann die vergangenen vier Weltmeisterschaften und verfügt auch ohne die verletzten A’ja Wilson und Kelsey Plum über den tiefsten Kader des Turniers.
Napheesa Collier und Breanna Stewart sind die Leader des Teams, während Caitlin Clark, Angel Reese und Paige Bueckers vor ihrem Debüt bei einem großen internationalen Turnier stehen. Insgesamt sieben Spielerinnen sind jünger als 27 Jahre. In der Qualifikation gewann das Team von Kara Lawson seine fünf Spiele mit durchschnittlich 42 Punkten Vorsprung.
Sam Müller