20.02.2026
"Vielleicht zaubern sie noch einen Hasen aus dem Hut"
Nach dem überraschenden Ende seiner Amtszeit als Chef der EuroLeague äußerte sich Paulius Motiejunas nun erstmals öffentlich. Dabei erneuerte der Litauer seine Kritik am europäischen NBA-Projekt und zog das geplante Startdatum in Zweifel.

Nach vier Jahren endete das Mandat von Motiejunas im Januar vorzeitig, nachdem die 13 A-Lizenzinhaber die Vertragsauflösung einstimmig beschlossen hatten. Über die Gründe seiner Entlassung wollte Motiejunas im Gespräch mit der litauischen Seite "LRT" nicht spekulieren, deutete aber an, dass es mit dem geplanten NBA-Projekt zu tun habe. "Im europäischen Basketball - sowohl in der NBA als auch in der FIBA - tut sich viel. Es gibt viele Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinen."
Motiejunas galt als starker Kritiker des geplanten europäischen NBA-Ablegers. Laut FIBA-Schatzmeister Ingo Weiss sei die EuroLeague unter Federführung des Litauers dafür verantwortlich gewesen, dass die Gespräche rund um eine Kooperation mit der NBA in eine Sackgasse verliefen.
Motiejunas hielt nun dagegen und erklärte, dass die Zusammenarbeit der einzig mögliche Weg sei: "Die Gründung einer neuen Liga muss durch Vereinigung und Zusammenarbeit erfolgen, nicht durch die Schaffung von etwas Neuem." Gleichzeitig erneuerte der 56-Jährige die Kritik an den Machern hinter dem Projekt, denen er einen "völlig anderen" Blick auf das Geschäft in Europa bescheinigte.
Auch das kolportierte Startdatum im kommenden Jahr zog der Litauer in Zweifel. "Ich halte das für unrealistisch. Mindestens sechs Teams von Grund auf neu zu gründen ist nicht einfach - Arenen zu bauen ist noch schwieriger. Nicht alle Städte, die sie im Auge haben, verfügen über passende Arenen."
Etwas sarkastisch schob er hinter: "Wir entwickeln den Basketball seit 26 Jahren weiter. Aber vielleicht wissen wir etwas nicht, was sie wissen. Vielleicht ziehen sie noch einen Hasen aus dem Hut. Diese Unsicherheit ist genau das, was aktuell Zweifel sät. Unsere und ihre Standards sind radikal unterschiedlich."
jos