vor 21 Stunden
Matchup gegen Wemby ist kompliziert
Gegen die Los Angeles Lakers war Isaiah Hartenstein noch einer der wichtigsten Spieler der Oklahoma City Thunder, doch zum Auftakt der Serie mit den San Antonio Spurs bekam der Deutsche nur sporadisch Minuten. Nach der Partie erklärte Coach Mark Daigneault seine Maßnahme.

Gerade einmal 12:10 Minuten stand Isaiah Hartenstein in einem Spiel auf dem Feld, welches zwei Verlängerungen und eine Brutto-Spielzeit von 3:05 Stunden hatte. Zwei Punkte, zwei Rebounds, zwei Assists und zwei Blocks sammelte der deutsche Center ein, spielte nach der Pause aber nur sporadisch, obwohl er wie gewohnt als Starter begann.
Coach Mark Daigneault reagierte dennoch schnell, nachdem die Thunder in den ersten 2:30 Minuten keine Punkte erzielen konnten. Hartenstein musste runter, Guard Alex Caruso wurde der fünfte Starter und sollte mit 31 Punkten einen neuen Playoff-Bestwert aufstellen. "Unser Plan war es, seine Minuten zu staffeln und dass wir mehr mit Caruso spielen", sagte der Coach. "Ich wusste nur nicht, wie schnell ich das machen würde. Das war aber von Anfang an der Plan."
Der Grund dafür war offensichtlich. In der Defense stand Hartenstein Spielmacher Stephon Castle gegenüber, was er kann. Allerdings stellten die Spurs auf der Gegenseite Wembanyama gegen ihn, der aber so weit von Hartenstein absank, dass die Zone komplett verstopft war. San Antonio respektiert wenig überraschend den Wurf des Deutschen nicht, der seine letzten 26 Dreier allesamt vergeben hat.
Im Jersey der Thunder hat er noch gar nicht von draußen getroffen, letztmals war vor über zwei Jahren in den Playoffs für New York gegen die Indiana Pacers erfolgreich. Dabei kann es der Deutsche eigentlich, zu Juniorenzeiten drückte Hartenstein häufiger ab, für die Clippers verwandelte er in einer Saison mal 14 von 30 Versuchen.
So oder so: Die Spurs würden damit leben und das macht es schwer, einen Platz für den 28-Jährigen in der Serie zu finden. Frontcourt-Kollege Chet Holmgren (8 Punkte, 2/4 Dreier, 8 Rebounds) bekleckerte sich zwar auch nicht mit Ruhm, wird aber respektiert. So spielte Hartenstein nur noch, wenn Wembanyama eine Pause bekam. In diesen Minuten gegen Spurs-Backup Luke Kornet spielte der Deutsche schließlich seine Qualitäten besser aus, als defensiver Anker und verkappter Spielmacher.

Ob Daigneault für die weiteren Spiele etwas ändern wolle, ließ er nicht durchblicken, doch sicherlich wird er nach Ansätzen suchen, wie Hartenstein mehr spielen kann. Schließlich ist der Big Man ein wichtiger Spieler und könnte defensiv vor allem beim Rebounding und gegen Wemby helfen.
Ein Ansatz wären mehr Touches und Hand-Offs, wenn Wemby weiter absinkt, das ist nur eine Option für mehr offene Würfe. Dennoch: Dieses Matchup ist nicht optimal für den Deutschen, der in dieser Postseason in durchschnittlich 24,1 Minuten 9,0 Punkte, 8,0 Rebounds und 1,2 Steals auflegt. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Hartensteins Minuten weniger werden. Auch in der Finals-Serie gegen die Indiana Pacers beorderte Daigneault den Deutschen sogar auf die Bank, letztlich konnte sich dieser aber immer wieder in die Rotation spielen.
rar