23.05.2025
EL-Final-Four in Abu Dhabi
Noch vor ein paar Monaten spielte Daniel Theis in der NBA, nun kämpft der 32-Jährige mit der AS Monaco um den Titel in der EuroLeague. Die Monegassen gehen als Außenseiter in das Final Four, eine Statistik spricht jedoch für das Team aus dem Fürstentum.

Auch für Daniel Theis gibt es im Alter von 32 Jahren noch Premieren. Der Center stand 2022 mit den Boston Celtics in den NBA Finals, gewann mit Deutschland 2023 den WM-Titel und kann mit der Teilnahme am Final Four der EuroLeague mit der AS Monaco nun einen weiteren Punkt abhaken.
Zum zweiten Mal nach 2023 haben die Monegassen nun das Endturnier erreicht und womöglich noch nie standen die Chancen so gut auf den Titel wie in diesem Jahr, auch weil die Unterschiede in der Spitze nur minimal sind. Olympiakos, Panathinaikos und Fenerbahce sind ebenfalls mit dabei, das Quartett eint die brutale Qualität, die angesammelt wurde.
Auch Monaco muss sich nicht verstecken. Mit Ex-MVP Mike James sowie den französischen Olympia-Silbermedaillengewinnern Elie Okobo und Matthew Strazel haben die Männer aus dem Fürstentum den womöglich besten Backcourt Europas und ergänzten dieses Ensemble im Februar noch mit Theis, der nach fast acht Jahren aus der NBA zurückkehrte.
Ex-Bayern-Trainer Andrea Trinchieri adelte den deutschen Nationalspieler umgehend als "besten Center der EuroLeague" und der Big Man konnte in seinen Auftritten zumeist überzeugen. 12,2 Punkte und 5,4 Rebounds verbuchte Theis in 13 Partien, zumeist ist er es, der für Monaco startet und auch die Spiele auf der Fünf beendet.
"Die Umstellung war nicht schwer, weil es die Jungs mir sehr leicht gemacht haben", betonte Theis kürzlich. "Ich bin zu einem Team gekommen, das vorher schon gut gespielt hat. Ich wollte mithelfen, das Final Four zu erreichen und das haben wir geschafft."
Die Monegassen mögen zwar das Talent haben, sind aber auch eine launische Diva. Im Dezember wurde Coach Sasa Obradovic geschasst, für ihn kam die griechische Legende Vassilis Spanoulis, der aber bisweilen an seiner Mannschaft und deren teils unerklärlichen Leistungsschwankungen ein ums andere Mal verzweifelte.
Letztlich reichte es doch für das Final Four, in einer knappen Serie mit Barcelona wurde in Spiel 5 das Ticket nach Abu Dhabi gelöst. "Es zeigt unseren Charakter. Wir haben Rückschläge weggesteckt und gekämpft. Mit dieser Einstellung können wir jeden schlagen", ist sich Theis sicher.
Aufgrund des Modus ist das immer möglich. Anders als in der BBL oder der NBA werden ab dem Halbfinale keine Serien mehr ausgetragen, sondern Do-or-Die-Spiele an einem neutralen Ort - in diesem Jahr in Abu Dhabi. Monaco trifft in seinem Halbfinale auf den Top-Seed Piräus und geht entsprechend als leichter Außenseiter ins Spiel.
Die Griechen schlugen in ihren Viertelfinale Real Madrid mit 3-1 und können auf geballte Erfahrung zurückgreifen. Vergangenen Sommer wurden mit Sasha Vezenkov und Evan Fournier zwei europäische Stars aus der NBA für viel Geld zurückgeholt, die Griechen haben Berichten zufolge ein Budget von fast 40 Millionen Dollar zur Verfügung.

Was allerdings gegen Olympiakos spricht: Seit der Einführung einer Hauptrunde im Jahr 2016 konnte der Erste der Regular Season noch nie die EuroLeague gewinnen. Für die Griechen ist es die vierte Final-Four-Teilnahme in Folge, zuletzt gewann Piräus 2013. Finals-MVP damals? Der heutige Monaco-Coach Spanoulis.
Dieser will seinem Ex-Klub erneut in die Suppe spucken. Spanoulis war es auch, der Theis von Monaco überzeugen konnte. In Bamberger Zeiten machte der DBB-Star einst mit Teamkollege Nikos Zisis zusammen Urlaub, dort lernte Theis seinen heutigen Coach kennen und machte kein Geheimnis daraus, dass dies ein Faktor in seiner Entscheidungsfindung gewesen sei.
Der Deutsche war vermutlich die beste Nachverpflichtung in der EuroLeague, auch dank ihm darf Monaco erstmals von der Krone Europas träumen - auch wenn diese erstmals im Mittleren Osten vergeben wird.
rar