vor 9 Stunden
Die Hintergründe des Blockbusters
Der Trade von Jaylen Brown zu den Philadelphia 76ers hat die NBA-Welt überrascht. Nun hat Celtics-Präsident Brad Stevens erstmals erklärt, welche Rolle Franchise-Star Jayson Tatum bei der Entscheidung spielte - und warum sich Boston trotz großer Kritik für den Blockbuster entschied.

Stevens stellte zunächst klar, dass Tatum in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden war. "Ich habe eine feste Regel: Ich frage keinen Spieler nach einem anderen Spieler, weil ich ihn nicht in diese Position bringen möchte", erklärte der Teampräsident. "Deshalb hatte Jayson in dieser Angelegenheit keinerlei Mitspracherecht."
Als Hauptgrund für den Trade nannte Stevens die langfristige Flexibilität der Celtics. Durch den Deal erhielt Boston neben Paul George auch zwei Erstrunden- sowie zwei Zweitrundenpicks. "Ich denke, wir hätten auch so wieder sehr gut sein können. Aber ich habe mich dafür entschieden, weiterhin gut zu sein und gleichzeitig mehr Optionen für die Zukunft zu haben", sagte Stevens.
| Saison | Spieler | PTS | REB | AST | STL | FG% |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024/25 | Jayson Tatum | 26,8 | 8,7 | 6,0 | 1,1 | 45,2 % |
| 2024/25 | Jaylen Brown | 22,2 | 5,8 | 4,5 | 1,2 | 46,3 % |
| 2025/26 | Jayson Tatum | 21,8* | 10,0 | 5,3 | 1,4 | 41,1 % |
| 2025/26 | Jaylen Brown | 28,7 | 6,9 | 5,1 | 1,0 | 47,7 % |
*Tatum absolvierte in der Saison 2025/26 aufgrund seiner Verletzung lediglich 16 Spiele.
Der Celtics-Boss verwies dabei auch auf die finanzielle Situation der Franchise. Während beim Titelgewinn 2024 rund 47 Prozent des Salary Caps auf Tatum und Brown entfielen, wären es in der kommenden Saison rund 70 Prozent gewesen. Mit Blick auf die verschärften Gehaltsregeln der NBA sei der Handlungsspielraum dadurch deutlich kleiner geworden.

Ob Boston durch den Trade sportlich besser geworden sei, wollte Stevens nicht beurteilen. Auf die entsprechende Frage antwortete er lediglich: "Das werden wir herausfinden." Gleichzeitig betonte der 49-Jährige, dass die Celtics ihre Entscheidung nicht verteidigen müssten. "Wir sind nicht hier, um uns zu rechtfertigen."
Trotz der überraschenden Trennung fand Stevens ausschließlich lobende Worte für das langjährige Star-Duo. Tatum und Brown hätten eine "bemerkenswerte Partnerschaft" gebildet und gemeinsam eine erfolgreiche Ära mit der Meisterschaft 2024 geprägt. Nun liege es an Tatum, als unumstrittener Franchise-Spieler den nächsten Schritt zu gehen und die neue Mannschaft anzuführen.
sgm