vor 9 Stunden
Wutrede im Livestream
Nach seinem überraschenden Trade zu den Philadelphia 76ers hat Jaylen Brown sich in einem Livestream seinen Frust über die Boston Celtics von der Seele geredet.

"Boston hat mich rausgeworfen", sagte der sichtlich mitgenommene Brown während eines Twitch-Streams am Donnerstagabend. "Pack deine Koffer, tschüss, Kumpel. Raus hier", fuhr er fort und bemängelte die schlechte Kommunikation der Celtics: "Ich muss sagen, ich verarbeite immer noch alles, ehrlich gesagt. Es ist eine Mischung aus Aufregung und Enttäuschung. Es sind viele Emotionen. Ich verarbeite noch alles, also gebt mir etwas Zeit."
Zugleich bezeichnete er die Celtics auch als respektlos, nachdem er ohne Vorwarnung nach zehn Jahren mit der Franchise von einem auf den anderen Tag getradet wurde. "Ich muss sagen, da wurde definitiv eine Botschaft gesendet, und diese Botschaft wurde empfangen. Ich war nicht begeistert von der Menge an Respekt, die während dieses Prozesses gezeigt wurde. Ich denke, es mangelte ein bisschen an Respekt", erklärte er.
Brown wurde am Donnerstag für Paul George, einen Erstrundenpick, einen Pick Swap und zwei Zweitrundenpicks zu den Sixers getradet, was in der gesamten NBA-Welt für Verwirrung sorgte.
Auch Brown selbst kann sich keine Erklärung darauf machen. "Ich denke definitiv, da steckt mehr dahinter. Ich hätte mir nur gewünscht, dass mir das ‚Mehr dahinter' erklärt worden wäre, denn wenn es mir erklärt worden wäre, glaube ich, hätte ich es verstanden", führte er aus und meinte, er habe "genug Respekt verdient, um diese Erklärung zu bekommen", lag aber damit "offensichtlich falsch".
Da für ihn der Trade auch so überraschend kam, fuhr er direkt zunm Trainingscenter der Celtics, um sich von der Echtheit der Situation zu überzeugen. "Ich bin zur Anlage gefahren, meine Schlüsselkarte wurde abgelehnt. Verdammt. Ich wollte nur sehen, ob es wirklich wahr ist", erklärte der emotionale Forward.
Vor allem, dass er in Zukunft für den langjährigen Rivalen der Celtics auflaufen wird, kann er noch nicht ganz begreifen. "Mein Kopf macht gerade eine 360-Grad-Drehung. Buchstäblich. Ich war darauf programmiert, zu denken: Philly? Nein, Feind. Jetzt ist es was, Boston? Jetzt ist es Feind in die andere Richtung. Es ist komplett umgekehrt", sagte er.

Während des Livestreams rief er auch seine neuen Teamkollegen VJ Edgecombe und Tyrese Maxey an. "Der Process ist zurück", sagte er Maxey und meinte, es gäbe "viel zu tun". Edgecombe sagte er, dass er "Fan" seines Spiels sei und sich auf die Zusammenarbeit freue.
Auch über seine letzte Saison bei den Celtics verlor Brown noch einige positive Worte, die bis dato die beste seiner Karriere war. "Es war ein großartiges Jahr. Sie haben uns abgeschrieben. Sie sagten, wir würden das nicht schaffen oder jenes nicht erreichen, und wir haben es trotzdem gezeigt", sagte er und meinte, es sei eine "Ehre" gewesen, fast die gesamte Saison lang die erste Option des Teams gewesen zu sein.
Zudem habe er bereits viele Nachrichten aus Philadelphia bekommen, weshalb er sich sehr auf die Community freue.
In seinen zehn Jahren in Boston wurde Brown fünfmal All-Star, zweimal All-NBA-Spieler und gewann 2024 die Meisterschaft, die ihm auch den Titel des Finals-MVP einbrachte.
gfr