11.05.2025
Randle sammelt fünf Assists im Schlussviertel
In Spiel 3 gegen die Warriors zeigte Julius Randle, warum er für Minnesota so wertvoll geworden ist. Mit Spielintelligenz, Übersicht und Präsenz in der Crunchtime prägte er das Geschehen - und erhielt nach dem Schlusspfiff den Spielball als Anerkennung.

Nach dem Spiel stand ein Teammitarbeiter der Timberwolves mit einem Geschenk bereit: dem Spielball. Julius Randle hatte sich diesen verdient - mit 24 Punkten, 12 Assists und zehn Rebounds wurde er erst der zweite Spieler in der Franchise-Geschichte, dem in den Playoffs ein Triple-Double gelang. Doch nicht nur die Zahlen, auch seine Kontrolle über das Spielgeschehen im vierten Viertel sorgten für Anerkennung.
"Ich habe einfach Vielseitigkeit in meinem Spiel", sagte Randle nach dem 102:97-Erfolg in San Francisco. "Es geht darum, den Kopf zu benutzen und zu nehmen, was die Defense gibt. Wenn sie nicht doppeln: scoren. Wenn sie doppeln: meine Jungs finden." Fünf seiner Assists sammelte der 30-Jährige allein im Schlussabschnitt, in dem Minnesota Golden State mit 33:24 überflügelte.
Ob Kickout zu Jaden McDaniels zum +6 (3:20), And-One-Anspiel auf Gobert zum +7 (2:05) oder der Corner-Dreier von Edwards zum 96:89 (1:19) - Randle traf in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen. "Er war unglaublich, Mann. Hat alle auf den Cuts gefunden, immer den offenen Mann. Genau das haben wir von ihm gebraucht", sagte Anthony Edwards, der 28 seiner 36 Punkte in der zweiten Hälfte erzielte. "Er macht das Spiel für mich viel leichter - ich bin froh, dass er da ist."
Auch Jaden McDaniels fand klare Worte: "Wenn sie einen Großen auf ihn stellen, ist er zu schnell. Wenn sie einen Kleinen bringen, ist er zu stark. Er ist schwer zu verteidigen."

Randle war erst kurz vor der Saison im Trade mit den Knicks nach Minnesota gekommen - zusammen mit Donte DiVincenzo und einem Erstrundenpick für Karl-Anthony Towns. Seither hat sich laut Head Coach Chris Finch nicht nur das Spiel der Wolves, sondern auch deren Richtung verändert: "Er gibt uns fast einen zusätzlichen Point Guard auf dem Feld. Seine Entscheidungsfindung, seine Vielseitigkeit - das ist alles für uns. Das hat unsere Saison gedreht."
Dass Randle auch mit seiner Physis Einfluss hatte, zeigte sich etwa in den Fouls, die er gegen Draymond Green zog - Green foulte im Schlussviertel aus. Für Jimmy Butler, der Golden State mit 33 Punkten anführte, ein spürbarer Verlust: "Er ist der beste Verteidiger in diesem Team. Wenn er raus ist, fehlt einer, der alles absichert, der alles switchen kann und der jeden freien Ball jagt."
Trotz der Niederlage zeigte sich Warriors-Coach Steve Kerr nicht unzufrieden: "Ich mochte unser Spiel heute. Wir konnten es am Ende nicht zumachen, aber wir haben Schritte gemacht. Ohne Steph [Curry] müssen wir Dinge anpassen, aber ich mag unser Setup." Jonathan Kuminga (30 Punkte) und Butler hielten Golden State lange im Spiel - doch die Kontrolle lag am Ende bei Randle und den Timberwolves.
Oder wie Naz Reid es schlicht ausdrückte: "Er ist ein erwachsener Mann - mehr muss man nicht sagen."
sgm