05.12.2025
Kanadier gibt sich selbstkritisch
Seit dem Rücktritt von Trainer Zeljko Obradovic war Partizan Belgrad fast ausnahmslos mit sich selbst beschäftigt. Auch während des gestrigen Spiels wurden die Schlagzeilen weitestgehend abseits des Feldes geschrieben. Dennoch verpassten es die Bayern ihrer jüngsten EuroLeague-Talfahrt ein Ende zu setzen.

Die Niederlage in der serbischen Hauptstadt war bereits die fünfte in Folge in der Königsklasse. Tabellarisch sind die Münchner damit auf Rang 17 abgerutscht - das anvisierte Ziel Playoffs rückt in immer weitere Entfernung.
"Diese Niederlage hat nichts mit der Atmosphäre hier zu tun, wir müssen uns verbessern", machte Forward Isiaha Mike später deutlich. Hintergrund war das gellende Pfeifkonzert der heimischen Fans, die vor allem zu Beginn Teile ihrer eigenen Mannschaft ausgebuht hatten. "Offenkundig war die Situation etwas seltsam", bestätigte auch Bayern-Trainer Gordon Herbert, der zudem erklärte, kürzlich mit Obradovic über seine Situation getextet zu haben.
Der langjährige Basketballlehrer war vor wenigen Tagen von seinem Amt zurückgetreten, was eine Welle der Empörung unter Anhängern von Partizan Belgrad auslöste.
Sportlich wussten die Bayern das daraus resultierende Partizan-Chaos nicht für sich zu nutzen. Wie bereits in den vergangenen EuroLeague-Spielen wirkten die Münchner im Ballbesitz häufig zu ideenlos und auf Einzelaktionen besinnt.
Zahlreiche Ballverluste waren die Folge. Auch im Reboundduell unterlag man - mit Ausnahme von Johannes Voigtmann (18 REB) - dem Gegner sehr deutlich. "17 Ballverluste und 14 verlorene Rebounds am defensiven Brett - sie hatten wegen dieser Zahlen 20 Ballbesitze mehr als wir", so Herbert. "So ist es schwer, ein Basketballspiel zu gewinnen."
Isiaha Mike sah vor allem die Switch-lastige Defensive der Serben für das stagnierende Münchner Spiel verantwortlich. "Wir werden uns zusammen das Video anschauen und uns noch besser auf Teams vorbereiten, die mit Länge switchen können", versprach er.
Weiter geht es für den amtierenden deutschen Meister bereits am Sonntag gegen Pokalsieger MBC. Die Partie beginnt um 15 Uhr und wird live von Dyn übertragen.
jos