vor 3 Stunden
LA-Zeit als entscheidender Wendepunkt
Patrick Beverley kann den überraschenden Rücktritt seines früheren Teamkollegen Russell Westbrook nur schwer nachvollziehen. Der ehemalige NBA-Guard sieht die Gründe dafür nicht allein in dessen sportlicher Entwicklung.

"Ich hatte das Gefühl, dass er noch sehr viel Basketball in sich hatte", erklärte Beverley in seinem Podcast. Westbrook habe auch in seiner letzten Saison noch auf einem hohen Niveau gespielt. Für die Sacramento Kings erzielte der frühere MVP in 64 Partien durchschnittlich 15,2 Punkte, 6,7 Assists und 5,4 Rebounds.
Einen großen Anteil an der zunehmend negativen Wahrnehmung Westbrooks schreibt Beverley den Medien zu. "Ich glaube, die Medien haben sein Spiel zerstört", sagte er. Fans hätten dadurch begonnen, Westbrook zu beleidigen und seine Leistungen abzuwerten, was wiederum die Sichtweise von Teambesitzern und Verantwortlichen beeinflusst habe. Wenn Lonnie Walker einen Platz in der NBA finde, könne dies Westbrook "ohne jeden Zweifel" ebenfalls, so Beverley.
Als entscheidenden Wendepunkt bezeichnete der 38-Jährige Westbrooks Zeit bei den Los Angeles Lakers. Der Guard war 2021 mit großen Erwartungen nach Kalifornien gewechselt, harmonierte spielerisch allerdings kaum mit LeBron James und Anthony Davis. Nach zahlreichen Verletzungen, schwachen Ergebnissen und anhaltender Kritik wurde Westbrook zunächst auf die Bank versetzt und später abgegeben.
| Saison | GP | Min | PTS | REB | AST | STL | FG | 3P |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021/22 | 78 | 34,3 | 18,5 | 7,4 | 7,1 | 1,0 | 44,4 % | 29,8 % |
| 2022/23 | 52 | 28,7 | 15,9 | 6,2 | 7,5 | 1,0 | 41,7 % | 29,6 % |
Beverley erlebte Westbrooks Umgang mit der schwierigen Situation selbst mit. Obwohl die Lakers ihn zeitweise starten ließen und den früheren MVP von der Bank brachten, sei Westbrook professionell geblieben. "Er kam zu jedem Teamessen, war immer pünktlich und hat alles mit der Mannschaft gemacht. Er hat alles richtig gemacht", betonte Beverley. Zweifel an dessen Qualitäten als Teamkollege könne er deshalb nicht nachvollziehen.
Westbrook hatte in diesem Sommer noch Angebote aus Sacramento und Washington erhalten, sich letztlich aber gegen eine Fortsetzung seiner Karriere entschieden. Beverley bedauerte den frühen Abschied seines ehemaligen Rivalen und späteren Teamkollegen: "Ich hasse es, dich so früh gehen zu sehen. Du hast noch unglaublich viel Basketball in dir."
sgm