30.01.2026
DBB-Kapitänin auf dem Weg zurück
Die Heim-WM in Berlin im September rückt immer näher. Unklar ist jedoch nach wie vor der Gesundheitszustand von Kapitänin Marie Gülich. Nun sprach sie erstmals über ihren Weg zurück aufs Parkett sowie ihre Pläne auf Vereinsebene.

Es war ein Schock im vergangenen Jahr. Nur wenige Wochen vor dem Start der Europameisterschaft riss sich Gülich das Kreuzband. Bis heute befindet sich die Anführerin der deutschen Basketballerinnen auf dem Weg zurück aufs Parkett. Nicht zuletzt NBA-Star Moritz Wagner musste diesen Prozess durchleben. Insgesamt 13 Monate fiel er mit derselben Diagnose aus.
Gülich ist inzwischen seit knapp acht Monaten zum Zuschauen verdammt. Dabei hat sie laut eigener Aussage das Gröbste bereits hinter sich: "Es gibt Höhen und Tiefen in dem Reha-Prozess", sagte sie am Rande des NBA Berlin Games gegenüber basketball-world.news. "Jetzt gerade arbeite ich mich so ein bisschen aus der Tiefe heraus. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon sehr zuversichtlich und freue mich auf mein Comeback."
Wann es soweit sein wird, ist aktuell aber noch völig unklar. Der nächste Schritt auf dem Weg zurück beginnt für sie in den kommenden Wochen. "Ab Mitte Februar werde ich meine Reha bei Alba Berlin fortsetzen." Zuletzt hatte sie der DBB im Regenerationsprozess unterstützt. "Ich kann die Einrichtungen und Ressourcen mitbenutzen. Man hat sich bereiterklärt, mir zu helfen. Das ist schön, weil es den Prozess vereinfacht."

Ein Comeback in der noch laufenden Saison, die je nach Wettbewerb im März oder April endet, ist allerdings nahezu ausgeschlossen. Die Frage nach ihrem nächsten Vereinstrikot konnte Gülich freilich auch deshalb noch nicht beantworten. Es ist schlicht zu früh dafür.
Eine Rückkehr nach Deutschland kommt für Gülich aber vorerst nicht infrage. Die 31-Jährige, die einst mit dem zwölften Pick im WNBA-Draft ausgewählt wurde, lief zuletzt im Jahr 2014 hierzulande auf. Nach College, der US-Liga, zahlreiche Stationen in Europa und zuletzt Taiwan sieht die Centerspielerin ihre Karriere auch weiterhin auf der internationalen Bühne stattfinden.
"Es ist schwer zu sagen, weil ich Alba Berlin für alles natürlich sehr dankbar bin. Aber sehe ich mich noch ein bisschen im Ausland, vor allem in der EuroLeague. Es ist auf jeden Fall mein Ziel, wieder auf diesem Level anzukommen und da mitzuhalten."
Gute Chancen einer Teilnahme bestehen jedenfalls bei der Weltmeisterschaft im September, die komplett in Berlin stattfinden wird. Für Gülich und ihre Natio-Kolleginnen stellt das Turnier eine Chance dar, aus dem Schatten der Männer herauszutreten. "Durch den Herrenbasketball gab es einen riesigen Basketballpush. Ich habe das Gefühl, dass der Zug nochmal mehr Gas geben muss. Die WM kann helfen, eine richtige Basketballkultur aufzubauen."
Ausgetragen wird das Turnier, an dem 16 Teams teilnehmen sollen, in der Berliner Uber Arena sowie der Max-Schmeling-Halle. Los geht's am 4. September, der Weltmeister wird bereits neun Tage später, am 13. September gekrönt.
Julius Ostendorf