vor 19 Stunden
Dyn-Vertrag endet in zwei Jahren
BBL-Geschäftsführer Dr. Stefan Holz stellt die Medienstrategie der easyCredit Basketball Bundesliga zur Diskussion. Im Interview mit der Zeitung "BIG" äußert er sich zum Dyn-Vertrag, zum Wachstum der Liga, zu neuen Sponsoren und zu stärkeren Vorgaben für die Klubs.

Die Entscheidung für den Streamingdienst Dyn fiel 2022. Ein Argument war laut Holz die Reichweite des Partners Axel Springer, dessen Medien rund 40 Prozent der gemessenen Gesamtreichweite der Liga ausmachen. Der aktuelle Vertrag läuft bis 2029, eine Debatte über die nächste Vergabe kündigt Holz bereits an: "Nach der Ausschreibung ist vor der Ausschreibung."
Dabei gehe es "nicht nur um Rechte und Geld, sondern um unsere Gesamtstrategie". Holz fragt: "Muss es unbedingt die Jagd nach der nächsten Million für die Rechte sein, oder brauchen wir mehr Präsenz im Free-TV? Sponsoren wollen Reichweite. Meiner Meinung nach muss die BBL wieder ein Stück weit vor die Paywall." Die Übertragung des Duells zwischen dem FC Bayern und Alba Berlin in der ARD bezeichnete er als "einen Meilenstein".
Zu den Produktionen bei Dyn sagt Holz: "In unserem Vertrag sind die Standards grob geregelt. Klar ist, die BBL als Medienprodukt darf keinen Schaden nehmen." Dass der Partner auf die Kosten achte und nicht zu jedem Spiel ein Übertragungswagen komme, sei "fair enough". Kommentatoren an festen Standorten, die zugleich als Content Creator arbeiten, hält er für "einen guten Ansatz".
Wirtschaftlich sieht Holz die Liga im Aufwind. Mit Netto hat der Pokal erstmals einen Namenssponsor, nationale Marken meldeten sich teils von selbst: "Das habe ich so zuvor noch nicht erlebt." Rund 18 Millionen Menschen interessieren sich laut Holz für Basketball, vier Millionen stark für die BBL. "Vier Millionen waren vor zehn Jahren einmal unser Ziel", sagt er, man sei "inzwischen auf dem Niveau der Deutschen Eishockey-Liga".
Bei der Vermarktung der Vereine sieht Holz Nachholbedarf: "Es stimmt, dass wir in dieser Hinsicht immer noch zu brav sind." Als Beispiel nennt er nüchterne Transfermeldungen: "So was braucht kein Mensch." Gefragt seien "Storytelling, Storytelling, Storytelling - Gesichter, persönliche Storys und Transparenz", Vorbilder seien Fußball und MMA.
"Wir benötigen da eine stärkere Öffnung der Klubs, wir überlegen, diese hier stärker in die Pflicht zu nehmen", kündigt Holz an. Sportlich sieht er keinen Mangel: "Das Schlimmste, das einer Liga passieren kann, ist Langeweile. Die gibt es bei uns definitiv nicht."
jos