vor 7 Stunden
Vier Bs, zwei Finaltickets
Mit Bayern, Bonn, Berlin und Bamberg haben sich erstmals seit 2022 wieder die vier besten Teams der BBL-Hauptrunde für das Playoff-Halbfinale qualifiziert. Wir zeigen, worauf es in den beiden Serien ankommt und welche Duelle den Ausschlag im Rennen um den Finaleinzug geben könnten.

Auf den ersten Blick scheint die Ausgangslage klar. Der FC Bayern Basketball marschierte mit einem 3-0 gegen Trier ins Halbfinale und gewann die Serie mit einer Gesamtpunktedifferenz von +85. Die Münchner hatten seitdem fast eine Woche Zeit zur Regeneration und gehen als klarer Favorit in die Serie.
Bonn musste dagegen gegen Würzburg über die volle Distanz gehen. Doch genau darin könnte eine Stärke der Telekom Baskets liegen, denn kein verbliebenes Team musste in dieser Saison häufiger enge Spiele überstehen. Neun ihrer 13 Partien mit maximal fünf Punkten Differenz konnten die Rheinländer gewinnen. Die Bayern mussten deutlich seltener in die Crunchtime, präsentierten sich dort aber auch stabil.
Ein Schlüsselspieler der Münchner war bislang Oscar da Silva. Obwohl der Nationalspieler meist von der Bank kommt, gehört er zu den effektivsten Akteuren der gesamten Postseason. Seine Abschlussstärke und sein Spiel im Low Post könnten Bonn vor Probleme stellen.
Auf der anderen Seite wird viel von Grayson Murphy abhängen. Der Spielmacher steuert die schwächelnde Bonner Offensive, hatte gegen Würzburg aber ebenfalls Probleme mit seinem eigenen Wurf. Gegen die aggressive Bayern-Defense um Justus Hollatz und Nenad Dimitrijevic wird Murphy noch stärker gefordert sein.
Dazu kommt die Dreierfrage. Mit Andi Obst und Justinian Jessup verfügen die Bayern über zwei Elite-Schützen, die jede Verteidigung auseinanderziehen können. Bonn besitzt mit Joel Aminu und Tylan Birts zwar passende Verteidigerprofile, muss die Münchner Schützen aber über die gesamte Serie kontrollieren.

Kaum ein Duell hat die Bundesliga in den vergangenen Jahrzehnten stärker geprägt als Berlin gegen Bamberg. Kein Aufeinandertreffen gab es häufiger, viele Playoff-Serien und Finals haben diese Rivalität geschrieben. In dieser Saison bekam die Paarung neue Brisanz. Alba Berlin gewann beide Ligaspiele, die BMA365 Bamberg Baskets revanchierten sich dafür mit dem Sieg im Pokalfinale.
Die Voraussetzungen könnten, wie auch in der anderen Serie, kaum unterschiedlicher sein. Berlin musste gegen Vechta über fünf Spiele gehen und kämpfte sich mit viel Aufwand ins Halbfinale. Bamberg erledigte seine Aufgabe gegen Ulm souverän mit einem Sweep und konnte wichtige Kräfte sparen.
Besonders spannend wird das Duell auf den Guard-Positionen. Martin Hermannsson spielte eine starke Viertelfinal-Serie gegen Vechta und war als Scorer und Spielmacher der Motor der Berliner Offensive.
Auf der anderen Seite setzt Bamberg mit Cobe Williams und Zach Ensminger auf eines der vielseitigsten Guard-Duos der Liga. Williams ist als Scorer und Playmaker der Motor der Bamberger Offensive, Ensminger liefert mit seiner Physis, Verteidigung und Spielübersicht wichtige Entlastung. Gelingt es Bamberg, Hermannsson aus seinem Rhythmus zu bringen, könnte das die Berliner Offensive bremsen.

Auch auf den übrigen Positionen verspricht die Serie zahlreiche interessante Matchups. Vom Duell zwischen Justin Bean und Demarcus Demonia bis hin zu Bambergs Defensivanker EJ Onu gegen die Berliner Big Men.
Lukas Hetterich