vor 6 Stunden
NBA oder Alba Berlin?
Lange galten die Gonzaga Bulldogs als kommende Station in der Karriere von Youngster Jack Kayil. Wie basketball-world.news nun exklusiv erfuhr, hat der Alba-Berlin-Sprössling diesen Plan endgültig abgeräumt. Grund dafür ist unter anderem der sich abzeichnende Sprung in die NBA - aber nicht nur das.

Es war wohl die große College-Nachricht der vergangenen Wochen in Basketball-Deutschland: Jack Kayil wird seine Anmeldung für den NBA-Draft nicht zurückziehen. Grundlage für diese Entscheidung war das positive Feedback von Seiten verschiedener Teams, die dem 19-Jährigen "Erstrundenpotenzial" attestierten.
Knapp eine Woche nach Bekanntwerden dieses Entschlusses teilte Kayils Management der prestigeträchtigen Gonzaga University mit, dass ein Wechsel ans College somit vom Tisch sei. "Jack wird definitiv nicht aufs College gehen - für kein Geld der Welt. Das ist endgültig", machte Kayils Agent Milan Nikolic im Gespräch mit basketball-world.news deutlich.
Dabei ließ er auch durchblicken, dass der aktuelle Point Guard von Alba Berlin niemals ein großes Interesse an einem Wechsel aufs College gehabt habe. Vielmehr sei das immer eine Notlösung gewesen, falls die Zeichen nicht auf NBA-Draft stehen würden. Und selbst dann würde Kayil "zu Tausend Prozent lieber in Europa bleiben wollen."
Dass das College für Kayil immer nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe, sei zweierlei bedingt: "Jeder, der Jack kennt, weiß, dass er ein bodenständiger, respektvoller junger Mann ist, der seine Familie, Freunde und den engsten Kreis schätzt. Der monetäre Aspekt war nie wirklich vorhanden." Andererseits habe Kayil bei seinen College-Besuchen auch nicht das Gefühl bekommen, sich dort wie gewünscht weiterentwickeln zu können.
"Viele von Jacks Freunden sind jetzt auf dem College. Er hat sich das auch angeschaut, mir dann aber klar zu verstehen gegeben, dass er sich dort nicht sieht. 'Das ist kein Basketball, der mir Spaß macht'", habe er gesagt. Laut Nikolic sei es ein weit verbreiteter Trugschluss, dass das College der eigenen Basketballkarriere in jedem Fall zuträglich wäre. Sportliche Weiterentwicklung sei hier nun einmal häufig nicht die alleinige Priorität.

Kayil geht damit für seinen NBA-Traum all-in - eine Entscheidung, die Nikolic nur als folgerichtig empfindet: "Mit unserem aktuellen Informationsstand macht es komplett Sinn, im Draft zu bleiben, damit sich Jack seinen Traum erfüllen kann."
Und sollte es wider Erwarten doch nichts mit der NBA werden? Dann ist noch völlig offen, was passiert. Trotz "beidseitigem Interesse" dürfte sich eine Verlängerung in Berlin äußerst schwierig gestalten. Grund dafür ist, dass Kayil weiterhin beim serbischen Klub Mega Basket unter Vertrag steht und nur per Leihe in seine Geburtsstadt zurückgekehrt ist. Die verankerte Ausstiegsklausel gilt allerdings nur für einen Wechsel nach Amerika - ob NBA oder College.
Julius Ostendorf