30.06.2025
Was machen die Lakers?
LeBron James hat die Option in seinem Vertrag für die kommende Saison gezogen. Einen Verbleib bei den Los Angeles Lakers garantiert dies nicht. Dessen Agent Rich Paul lässt zwischen den Zeilen durchblicken, dass es keine Nibelungentreue gibt. Ist ein Trade wirklich möglich?

Die Nachricht, dass LeBron James seine Option über rund 52 Millionen Dollar bei den Lakers gezogen hat, erscheint zunächst einmal als etwas Gutes für die Franchise. Allerdings steht es im Kontrast dazu, was James in den vergangenen Jahren machte. Oft war es so, dass die Option ablehnte und dann als Free Agent einen neuen Deal (zumeist einen „1+1-Vertrag“) unterzeichnete.
Dazu lassen die Kommentare von Agent Rich Paul aufhorchen: "LeBron will um eine Championship spielen", betonte der Berater direkt nach der Verkündung. "Er weiß, dass die Lakers etwas für die Zukunft aufbauen. Er versteht das, aber für ihn ist es wichtig, dass er eine realistische Chance hat, um eine Meisterschaft zu spielen."
Was Paul damit andeutet: Durch den Trade für Luka Doncic werden die Lakers alles tun, um das Fenster mit dem Slowenen zu maximieren. Doncic ist 26, LeBron wird hingegen 41 Jahre alt im Dezember. Für ihn steht der kurzfristige Erfolg im Zentrum, während die Lakers eigentlich keine kurzsichtigen Entscheidungen treffen können, da sie auch an die Zeit in zwei, drei Jahren denken müssen, wenn James seine Karriere beendet hat.
"Wir verstehen, dass es schwer ist, eine Meisterschaft zu gewinnen und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen", wird Paul weiter zitiert. "Wir müssen aber auch einschätzen, was das Beste für LeBron an diesem Punkt in seinem Leben und seiner Karriere ist. Er will aus jedem Jahr, das ihm bleibt, das Maximum herausholen. Die Lakers verstehen und unterstützen das. Sie wollen das Beste für ihn."

Es wird also mal wieder Druck ausgeübt, es ist eines der zahlreichen Power Plays, die James in seiner Karriere bereits ausgeübt hat. Es mag vorsichtig formuliert sein, dennoch wird auch klargestellt, dass James mit einer möglichen Übergangssaison nicht einverstanden ist. Nach dem Aus in der ersten Runde in der abgelaufenen Saison will James noch einmal richtig um den Titel spielen.
"Jede Saison, die nicht in den Finals oder mit dem Titel endet, ist für mich eine Enttäuschung", sagte LeBron nach dem Playoff-Aus. Ob die Lakers das bieten können? Es fehlt weiterhin ein Center, der mehr als nur biederer Durchschnitt ist, dazu stieg mit Dorian Finney-Smith ein Schlüsselspieler aus seinem Vertrag aus.
ESPN meldet zudem, dass alles darauf hindeutet, dass 2025/26 tatsächlich die letzte Spielzeit für James sein könnte. "Savannah möchte, dass ich im nächsten Jahr aufhöre", soll James bei einem Essen in New York City zu seinem Kumpel Kevin Love gesagt haben. Savannah ist die Frau von James, mit der der Superstar schon seit High-School-Zeiten zusammen ist.
Ist ein Trade also realistisch? Zunächst einmal kontrolliert LeBron sein Schicksal. Er hält eine seltene No-Trade-Klausel, kann also jegliche Deals ablehnen. Gleichzeitig würden die Lakers auch seinen Wunsch respektieren müssen, zu groß wäre der mediale Druck. Schon 2024 baggerten die Golden State Warriors an LeBron, dieser lehnte damals aber ab.
Vielmehr ist Los Angeles zum Lebensmittelpunkt der James-Familie geworden. Sein ältester Sohn Bronny steht ebenfalls im Lakers-Kader, der zweite Sohn Bryce wird dagegen ab kommender Saison für Arizona auflaufen. In den sozialen Medien wurde dennoch über eine mögliche Rückkehr nach Cleveland gemutmaßt, ein solcher Deal wäre aber kompliziert.
Womöglich ist es - wie schon erwähnt - erneut nur ein Trommeln, um Druck auf die Franchise auszuüben. Wenn die Vergangenheit eines gezeigt hat, dann, dass LeBron und sein Camp sehr kalkuliert vorgehen. So dürfte es auch in diesem Fall sein, denn warum sollte James im vermutlich letzten Jahr seiner Karriere noch einmal einen Trade anstreben, wenn er in der Vergangenheit sich stets damit rühmte, alle seine Verträge geehrt zu haben?
Robert Arndt