(Noch) mehr Konkurrenz im Frontcourt: Die Gewinner und Verlierer des DBB-Sommers | basketball-world
Basketball WM Männer
01.09.2026
Einer nutzte seine Chance nicht!
(Noch) mehr Konkurrenz im Frontcourt: Die Gewinner und Verlierer des DBB-Sommers
Die deutschen Basketballer haben den DBB-Sommer erfolgreich bewältigt: Sechs Spiele, sechs Siege. Auch personell konnten einige individuelle Erfolge gefeiert und wichtige Argumente für die WM-Nominierungen gesammelt werden. Andere nutzten ihre Chancen hingegen nicht. Wir blicken auf die Gewinner und Verlierer der Länderspiele.
Dennis Schröder gefiel das Zusammenspiel mit Kay Bruhnke. IMAGO/Beautiful Sports International
Die Gewinner
Kay Bruhnke
Bruhnke war vor den Länderspielen in diesem Sommer bis dato nur einmal zur Nationalmannschaft berufen worden. In den Monaten Juli und August war der Center dann gleich bei allen sechs Partien dabei und konnte seine Chance nutzen! Wenngleich der amtierende Champions-League-Sieger mit nahezu voller Kapelle in Polen nur zwei Minuten spielte, dürfte er sich mit zuvor guten Leistungen im Gedächtnis von Alex Mumbru gefestigt haben.
Der 25-Jährige ist wahrscheinlich der wurfstärkste Center, der dem DBB derzeit zur Verfügung steht: Über die sechs Partien hinweg versenkte der Spieler von Rytas Vilnius zwölf Dreier bei 22 Versuchen (54,5 Prozent). Einen Großteil davon zauberte er in den Länderspielen im Juli aufs Parkett und erntete dafür Sonderlob von Mumbru. Gerade auf den großen Positionen ist der Konkurrenzkampf im DBB-Team groß. Bruhnke hat in diesem Wettbewerb nun einige schlagkräftige Argumente für eine WM-Nominierung im nächsten Jahr gesammelt.
Gegner
MIN
PTS
REB
AST
+/-
FGM
FGA
Israel
19:43
15
5
1
9
6
7
Zypern
23:47
16
1
1
34
5
7
Tschechien
07:49
3
0
0
12
1
1
Kroatien
10:33
6
0
0
-5
2
6
Niederlande
16:05
6
Oscar da Sila zählte zu den besten Nationalspielern im August. IMAGO/Newspix
Oscar da Silva
Gleiches gilt auch für Oscar da Silva, der mit 15,2 Punkten in den vier Länderspielen im August auch offensiv vielversprechende Leistungen zeigte. Im Rennen um die WM-Teilnahme 2027 hat da Silva eigentlich schlechte Karten: Auf der Vier herrscht wahrscheinlich die größte Spielerdichte von allen Positionen.
Einen Spielertyp wie es der Münchner ist, gibt es allerdings nicht allzu oft: Ein Teamplayer, der nicht viel moniert, ein mobiler Big, der defensiv fast alle Positionen abdecken kann, und dazu mit hohem Basketball-IQ ausgestattet ist. Einzig der fehlende Distanzwurf könnte ihm noch zum Problem werden.
Da Silvas starke Leistungen für den DBB könnten aber der Grundstein für eine herausragende Saison auf Vereinsebene werden. Irgendwann wird Mumbru seinen Namen nicht mehr ignorieren können.
Gegner
MIN
PTS
REB
AST
+/-
FGM
FGA
Tschechien
16:22
18
4
0
25
7
8
Kroatien
21:53
22
5
1
12
9
11
Niederlande
22:00
15
5
1
19
6
8
Polen
14:56
6
1
0
10
1
2
Durchschnitt
18:48
15,2
Malte Delow
Der frisch gebackene deutsche Meister mit Alba Berlin ist keiner, der durch markige Worte oder eine exzentrische Spielweise auf sich aufmerksam macht. Delow ist viel mehr ein Spieler der Berliner Schule: hervorragendes Basketballverständnis gepaart mit solider Defensive.
Anders als auf den großen Positionen stehen mit Blick auf die WM nächstes Jahr im Backcourt noch einige Fragen und Antworten aus. Delow war in allen sechs Länderspielen zur Stelle, als er vom Bundestrainer gefragt wurde, und belohnte das Vertrauen mit seinem konstanten Spiel. Mit Ausnahme des Kroatien-Spiels zählte Delow stets zu einem der DBB-Spieler mit den höchsten Plus-Minus-Werten.
Gegner
MIN
PTS
REB
AST
+/-
FGM
FGA
Israel
19:55
7
3
3
4
3
8
Zypern
18:12
7
2
5
34
3
5
Tschechien
14:45
3
5
4
15
1
4
Kroatien
12:27
0
1
0
-10
0
0
Niederlande
12:49
5
Sechs Spiele ohne Andi Obst - doch so richtig konnte David Krämer dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. IMAGO/Eibner
In Abwesenheit von Andi Obst rückte Krämer im August in die Starting Five, konnte die Beförderung aber nicht wirklich zur Ansammlung von Argumenten nutzen. Krämer ist freilich einer der offensiv talentiertesten Spieler des Landes, was nicht zuletzt seine 37-Punkte-Explosion im vergangenen Jahr gegen Schweden eindrucksvoll demonstrierte.
Als zweite, dritte oder vierte Option fehlt Krämer aber augenscheinlich der Rhythmus. Trotz fast durchschnittlich 20 Spielminuten in seinen vier DBB-Spielen im abgelaufenen Monat erreichte der Dreierspezialist nicht einmal Zweistelligkeit. Im Schnitt standen sogar nur 6,5 Punkte zu Buche - zu wenig, wenn man Mumbru von sich überzeugen will.
Gegner
MIN
PTS
REB
AST
+/-
FGM
FGA
Tschechien
17:59
9
6
1
13
3
7
Kroatien
19:34
4
5
0
-1
1
3
Niederlande
15:44
8
5
1
5
3
7
Polen
23:28
5
1
0
-9
2
7
Durchschnitt
19:11
6,5
Leon Kratzer
Dass Kratzer im dichten Center-Dschungel des DBB nicht mehr viel Licht sehen wird, liegt auf der Hand. Wo der Bundestrainer den Europameister von 2025 in seiner Rotationsliste stehen hat, überrascht dann aber schon doch. In den beiden Qualifikationsspielen im Juli zählten die Buchmacher insgesamt nur 15 Spielminuten, womit sich der Big Man gar hinter College-Spieler Sananda Fru anstellen musste.
Im längeren August-Fenster wurde er dann gar nicht nominiert und nicht einmal nachträglich eingeladen, nachdem die zwei NBA-Center Isaiah Hartenstein und Ariel Hukporti verletzungsbedingt passen mussten.