02.06.2025
Herbert prangert Mentalität an
In der regulären Saison bezwangen die Bayern Heidelberg noch doppelt. In den Play-offs kassierte der Titelverteidiger der BBL nun seine erste Niederlage der Postseason. Cheftrainer Gordon Herbert stellte anschließend die Mentalität seines Teams infrage.

In der regulären Saison sah Heidelberg gegen die Bayern in zwei Spielen kein Land. Im ersten Play-off-Duell sah das ganz anders aus. Die Neckarstädter waren im SAP Garden fast über die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe mit dem Favoriten und setzten sich dank furiosem Scoring in der Schlussphase auch verdient durch.
"In der regulären Saison haben wir in München und in Heidelberg mit Leichtigkeit gewonnen", sagte Bayern-Kapitän Vladimir Lucic im Nachgang, machte allerdings klar: "Das ist nicht mehr dasselbe Team." Insbesondere im Laufe der Play-offs habe sich der Tabellenfünfte der Hauptrunde wesentlich gesteigert: "Sie haben durch den Sieg gegen Chemnitz natürlich Selbstvertrauen gewonnen und spielen jetzt viel besser."
Das Spiel habe seine Mannschaft schließlich in der Schlussphase hergeschenkt. "Wir haben noch mit zehn Punkten geführt. Ein paar dumme Fehler führten zu einfach Körben und offenen Dreiern für sie."
Trainer Gordon Herbert nannte zudem die ungenügende Mentalität seiner Mannschaft als Grund für die Niederlage. "Bis zu einem gewissen Grad haben wir gespielt, um nicht zu verlieren", sagte der Kanadier auf der anschließenden Pressekonferenz. Darüber hinaus sei auch die Defensivleistung nicht ausreichend gewesen: "Gegen den MBC haben wir gut verteidigt, heute nicht. Es gab zu viele Würfe, die wir nicht gut verteidigt haben."
Ein besonderes Wiedersehen gab es indes für Heidelberg-Forward Paul Zipser. Der Forward hatte selbst viele Jahre bei den Bayern gespielt und gastierte nun erstmals im neu gebauten SAP Garden. "Sehr" emotional sei diese Rückkehr gewesen. "Ich habe mich natürlich sehr gefreut, viele bekannte Gesichter zu sehen."
Mit fünf Punkten und vier Vorlagen konnte der 31-Jährige auch sportlich einen Eindruck hinterlassen. Das Ergebnis habe ihn allerdings nicht wirklich überrascht: "Wir wissen, dass wir schon einige Überraschungen in diesem Jahr zustande gebracht haben. Aber wir wissen auch, was wir können. Ich war eher überrascht, dass wir das Spiel über unsere Offensive gewonnen haben und nicht über unsere Defensive. (...) Aber: nehm ich", schmunzelte er.
Bereits am Mittwoch kommt es in Heidelberg zum zweiten Aufeinandertreffen (20 Uhr/live bei Dyn). "Jetzt ist der Vorteil natürlich auf ihrer Seite", wusste auch Bayerns Lucic. "Es wird ein hartes Spiel, sie sind sehr motiviert und denken, dass sie eine Chance auf die Finals haben. Unsere Aufgabe wird es sein, ernsthaft zu antworten."
Julius Ostendorf