01.06.2025
Guard-Duo überragt
Der Lauf der Academics Heidelberg geht weiter! Im ersten Halbfinalspiel gegen den großen Favoriten Bayern München gelang den Neckarstädtern die nächste Überraschung. Ausschlaggebend war das furiose Shooting - und die beiden Guards.

Vor Beginn waren die Vorzeichen klar: Für die Bayern zählt - nicht zuletzt als Titelverteidiger - nur ein Seriensieg gegen die Academics. Ein Auftakterfolg im SAP Garden sollte allein schon für die Gemütslage in der bayerischen Landeshauptstadt das klare Ziel sein.
Mit entsprechender Energie starteten die Münchner auch in ihr erstes Heimspiel im BBL-Halbfinale: Vier der ersten fünf Dreier flogen durchs Netz. Doch auch Heidelberg schaffte es frühzeitig aus ihrer Underdog-Rolle herauszutreten. Nach zwischenzeitlichem Neunpunkte-Rückstand (16:7) impfte Center Marcel Keßen (8 Punkte im Q1) seinem Team neues Leben ein. Star-Guard Michael Weathers sorgte kurz vor der Viertelpause gar für den Gleichstand (23:23).
Das Momentum der Gäste setzte sich auch danach weiter fort. Nun meldete sich Topscorer Ryan Mikesell mit zwei Dreiern in Folge an und brachte seine Neckarstädter erstmals in Front (29:32). Und noch eine Hiobsbotschaft für die Hausherren: Mitte des Durchgangs verletzte sich Devin Booker in der Leistengegend, musste ausgewechselt werden und kehrte nicht mehr zurück.
Die Antwort der Bayern ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Die beiden Guards Weiler-Babb (18/5/7) und Napier (14P) rissen das Spiel nun an sich. Per Dreier besorgte ersterer den Münchnern die erneute Führung. Zweiterer erhöhte 70 Sekunden vor dem Kabinengang auf +5 (48:43). Doch wie schon im ersten Durchgang sollten die Gäste aus Heidelberg das letzte Wort behalten: Per Korbleger stellte Keßen (17/11) auf 48:45.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Bayern wieder griffiger. Fünf Punkte von Johannes Voigtmann bescherten dem FCBB die erste zweistellige Führung des Spiels (61:51). Doch Heidelberg ließ sich nicht abschütteln: Ein 9:0-Lauf machte die Partie wieder spannend. Ein Grund dafür: Die Academics schossen von der Dreierlinie weiterhin alle Lichter aus (13/23).
Das sollte sich auch im Schlussviertel nicht so schnell ändern. Zwei Dreier vom starken DJ Horne distanzierten den Favoriten aus München plötzlich auf fünf Punkte (72:77). Im ausverkauften SAP Garden machte sich beinahe Resignation breit. Für ein letztes Aufbäumen sorgte noch Kapitän Vladimir Lucic (22, 8/15), der in den Schlussminuten sechs Zähler erzielte. Doch für die Entscheidung sorgte erneut das furiose Guard-Duo der Academics. Erst erhöhte Horne (26, 6/10 Dreier) auf +6. Dann setzte Weathers (23, 7/12) den Schlusspunkt.
Julius Ostendorf
Bereits in drei Tagen kommt es zum zweiten Aufeinandertreffen in Heidelberg (ab 20 Uhr). Der Sportsender Dyn überträgt das Duell live und exklusiv.