08.04.2025
Madrid und Barcelona noch unentschlossen
Beim Aktionärstreffen der EuroLeague in Barcelona stand das heiß diskutierte Projekt "NBA Europe" im Fokus. Während sich viele Klubs klar zur EuroLeague bekennen, bleiben Unsicherheiten - allen voran bei Schwergewichten wie Real Madrid.

Das Aktionärstreffen der EuroLeague in Barcelona bot den 13 Anteilseignern die Gelegenheit, ihre Haltung zur Zukunft der Liga öffentlich zu machen - und gleichzeitig auf das potenzielle Konkurrenzprojekt NBA Europe zu reagieren. Laut übereinstimmenden Medienberichten bekräftigten die meisten Klubs ihr langfristiges Engagement für die EuroLeague. Besonders Fenerbahce Istanbul und Panathinaikos Athen, zuletzt als mögliche Kandidaten für einen Wechsel zur NBA Europe gehandelt, nutzten das Treffen für ein klares Bekenntnis zur aktuellen Struktur.
Anders sieht es bei Real Madrid und dem FC Barcelona aus. Die Königlichen zögern, sich über das Jahr 2026 hinaus zur EuroLeague zu bekennen - zu dem Zeitpunkt läuft ihre aktuelle Zehnjahreslizenz aus. Insidern zufolge zählt Real Madrid zu den Wunschkandidaten der NBA für ein europäisches Expansionsteam. Auch Barcelona ließ eine Entscheidung offen und wird laut Quellen wohl dem Kurs von Madrid folgen.
Zwei weitere Anteilseigner - ASVEL Villeurbanne und EA7 Emporio Armani Milan - baten um mehr Zeit für eine formale Entscheidung. Während Milans Zurückhaltung offenbar rein formale Gründe hat, wird bei ASVEL spekuliert, ob Tony Parker tatsächlich mit der NBA Europe flirtet. Parker bestätigte in der Vergangenheit Gespräche über neue Möglichkeiten, betonte im Meeting jedoch den Wunsch, vorerst Teil der EuroLeague zu bleiben.
In einer offiziellen Mittelung bezeichnete der Organisator ECA die Expansionspläne der NBA als "Bedrohung für die langjährige Tradition des europäischen Basketballs", signalisierte aber auch "Offenheit für einen Dialog". Sie EuroLeague betonte, dass sie den Dialog mit allen Parteien suche, die sich ernsthaft für das Wachstum des europäischen Basketballs engagieren wollen. Gleichzeitig spricht sich der Vorstand jedoch klar gegen alle Vorhaben aus, "die die Grundwerte, das Erbe und die Fangemeinde des europäischen Sports untergraben und das Risiko bergen, treue Fans zu verlieren".
Laut BasketNews haben bisher sieben der 13 Anteilseigner eine langfristige Bindung an die EuroLeague bereits offiziell zugesichert. Vier weitere Klubs stehen kurz davor, den Schritt ebenfalls zu gehen - ein wichtiges Signal im Hinblick auf laufende Verhandlungen mit dem Investor BC Partners. Der Finanzpartner will sich demnach nur dann engagieren, wenn mindestens elf Aktionäre an Bord bleiben. Noch laufen die Gespräche über Beteiligungsanteile.
Auch FIBA-Generalsekretär Andreas Zagklis war in Barcelona anwesend und präsentierte den Clubvertretern die Pläne rund um NBA Europe. Zwar gab es anschließend keinen endgültigen Richtungswechsel, doch das Thema bleibt hochrelevant. Die EuroLeague hat mit dem Treffen einen ersten Schritt hin zu mehr Klarheit gemacht - doch die Dynamik rund um das mögliche NBA-Projekt bleibt bestehen.
| Anadolu Efes (Türkei) |
| Baskonia (Spanien) |
| FC Barcelona (Spanien) |
| Fenerbahce (Türkei) |
| Maccabi Tel Aviv (Israel) |
| Olympiakos Piräus (Griechenland) |
| Olimpia Milano (Italien) |
| Panathinaikos Athen (Griechenland) |
| Real Madrid (Spanien) |
| FC Bayern München (Deutschland) |
| ASVEL Villeurbanne (Frankreich) |
| Zalgiris Kaunas (Litauen) |
| CSKA Moskau (Russland) |
Sam Müller