18.02.2026
Warum Doncic nur Fünfter ist
Die NBA geht in die letzten beiden Saisonmonate der Regular Season. Völlig offen ist vor allem noch, wer sich den MVP-Award sichern wird.

Bevor wir beginnen, muss man wissen, dass man die Trophäe nur gewinnen kann, wenn man über die Saison mindestens 65 Partien absolviert hat. Und hier wird es für einige Kandidaten schon eng, weswegen wir an dieser Stelle noch mögliche Nachrücker nennen, wenn nach 82 Spiele der ein oder andere doch nicht auf die benötigten Spiele kommt.
Der härteste Cut war Jaylen Brown (Boston Celtics), der in Abwesenheit von Jayson Tatum die beste Saison seiner Karriere spielt und dabei Karrierebestwerte bei den Punkten (29,3) sowie bei Rebounds (6,9) und Assists (4,7) auflegt. Kurios dabei: Die Celtics sind ohne Brown besser als mit ihm (+13,4 ohne Brown). Das mögen Nebengeräusche sein, aber etwas verwunderlich ist es trotzdem.
Stars wie Kawhi Leonard oder Stephen Curry spielen herausragende Saisons, allerdings fehlt ihnen der Team-Erfolg, sowohl die Golden State Warriors als auch die L.A. Clippers befinden sich im Westen derzeit nur in den Play-Ins.
Dazu sollten an dieser Stelle noch Donovan Mitchell (Cleveland Cavaliers) und Anthony Edwards erwähnt werden. Viele Guards schultern große Teile der Offense, auch wenn Mitchell nun mit James Harden hochkarätige Unterstützung bekommen hat.
| Spieler | Spiele | PTS | FG% | 3P% | REB | AST |
|---|---|---|---|---|---|---|
| J. Brown | 49 | 29,3 | 48,3 | 34,8 | 6,9 | 4,7 |
| D. Mitchell | 51 | 29,0 | 48,7 | 37,6 | 4,5 | 5,9 |
| K. Leonard | 41 | 27,9 | 49,1 | 38,3 | 6,4 | 3,7 |
| A. Edwards | 46 | 29,3 | 49,3 | 40,2 | 5,2 | 3,7 |

Stats 25/26: 32,8 Punkte, 7,8 Rebounds und 8,6 Assists bei 47,3 Prozent aus dem Feld und 34,5 Prozent Dreier in 35,5 Minuten (42 Spiele) | Verpasste Spiele: 12
Luka Doncic führt derzeit die NBA in Sachen Punkten an, auch mit LeBron James und Austin Reaves an seiner Seite bleibt der Slowene eine offensive Ein-Mann-Armee. Der 26-Jährige ist zwar Dauergast in der MVP-Top-5, eine Trophäe fehlt ihm aber noch. Das liegt auch daran, dass seine Teams in der Regular Season nie unter den ersten Drei in der Conference waren.
Auch in dieser Saison sind die Lakers, die schon einige Verletzungen zu verkraften hatten, nur Fünfter. Hinzu kommt, dass die Kalifornier trotz einer Bilanz von 33-21 ein negatives Net-Rating besitzen (-0,2), was vor allem an der schwachen Defense liegt. Daran hat auch Doncic seinen Anteil, auch wenn die reinen Offensiv-Zahlen nach einem klaren MVP-Case schreien.
Stats 25/26: 24,4 Punkte 11,1 Rebounds und 2,7 Blocks bei 51,1 Prozent aus dem Feld und 36,3 Prozent Dreier in 29,0 Minuten (40 Spiele) | Verpasste Spiele: 14
Gäbe es einen Pro-Minute-MVP, würde Victor Wembanyama vorne liegen. Aufgrund kleinerer hartnäckiger Verletzungen spielt der Franzose nur 29 Minuten pro Spiel, macht in dieser Zeit aber das Beste daraus. Mit Wemby auf dem Feld ist die Spurs-Defense besser als die der OKC Thunder (nur 107,0 zugelassene Punkte pro 100 Ballbesitze), was noch einmal eine deutliche Steigerung zum Vorjahr ist. Und das, obwohl Wemby inzwischen "nur noch" 2,7 Würfe pro Spiel blockt.
Bleibt er verletzungsfrei, wird der Center zum Verteidiger des Jahres gewählt, dazu ist er offensiv effizienter geworden. Die Wurfauswahl ist besser, er nimmt mehr Abschlüsse in Korbnähe und ist dort kaum zu stoppen. Wembanyama hat schon gezeigt, dass im Vergleich zu anderen Bigs auch in der Schlussphase von Spielen dominieren kann, einfach weil sein Skilllevel so hoch ist. In diesem Jahr wird es zwar nicht reichen, aber seine Zeit wird noch kommen.
Stats 25/26: 25,3 Punkte, 5,6 Rebounds und 9,6 Assists bei 46,2 Prozent aus dem Feld und 33,0 Prozent Dreier in 34,9 Minuten (47 Spiele) | Verpasste Spiele: 6
Die Pistons fliegen ein wenig unter dem Radar, gleiches gilt für Cade Cunningham. Bei einer Bilanz von 40-13 steht Detroit und wird aller Voraussicht nach im Osten als Erster über die Ziellinie laufen. Cunningham ist der Motor dieses Teams, er hat seine Effizienz noch einmal gesteigert und bekommt vor allem die Turnover immer besser in den Griff.
Sein Spiel ist gereift, dazu hilft es, dass Detroit endlich sinnvoll zusammengestellt ist und dessen Stärken besser zur Geltung kommen. Mit mehr Platz kann Cunningham besser in Richtung Zone navigieren, seine Länge macht es schwer, seine Würfe aus der Mitteldistanz zu verteidigen. Dazu am anderen Ende des Feldes immer gewillt zu arbeiten und dort ebenfalls ein Faktor.
Stats 25/26: 28,7 Punkte, 12,3 Rebounds und 10,7 Assists bei 59,0 Prozent aus dem Feld und 42,0 Prozent Dreier in 34,3 Minuten (39 Spiele) | Verpasste Spiele: 16
Ein Spiel darf Nikola Jokic nur noch verpassen, ansonsten ist es Essig mit MVP-Titel Nr. vier. Ob es ihn stören würde? Vermutlich nicht. Gleichzeitig sind die Argumente für den Serben ähnlich wie in den Vorjahren. Der Center führt die Liga sowohl bei den Rebounds und Assists an, dazu ist er mal wieder der effizienteste Spieler der NBA.
Das bleibt weiterhin bemerkenswert, da er eben nicht nur in Korbnähe steht und dunkt. 4,6 Dreier nimmt Jokic pro Spiel, dazu zählt er zu den besten Schützen aus der Mitteldistanz und dem Floater-Bereich. Der Joker bleibt eine Offensiv-Maschine, mit ihm erzielt Denver wahnwitzige 129 Punkte pro 100 Ballbesitze, was noch einmal eine Steigerung einer historischen Vorsaison wäre (128,3).

Stats 25/26: 31,8 Punkte, 4,4 Rebounds und 6,4 Assists bei 55,4 Prozent aus dem Feld und 39,0 Prozent Dreier in 33,3 Minuten (49 Spiele) | Verpasste Spiele: 7
Und doch kommen wir hier nicht an Shai Gilgeous-Alexander vorbei. Der amtierende MVP ist einfach nicht mehr zu verteidigen. Die Leichtigkeit, mit der er Scoring zur Kunstform erhebt, ist beeindruckend. Dass ein Guard 55 Prozent aus dem Feld trifft, ist beinahe unerhört, auch weil SGA auch noch fünf Dreier pro Partie nimmt.
Man wird das Gefühl nicht los, dass der Kanadier im Eins-gegen-Eins schlichtweg nicht zu halten ist. Seine weiterhin anhaltende 20-Punkte-Serie (121 Spiele) hält weiter an, in 34 von 49 Partien erzielte SGA sogar 30 Punkte oder mehr. Im Vergleich mit Jokic trennt beide nicht viel. Beide sind historisch gut, beide haben ähnlich On/Off-Statistiken, am Ende gibt für uns aber die bessere Bilanz sowie die den Ausschlag.
Robert Arndt