18.07.2025
Neuer Topverdiener Europas
Hapoel Tel Aviv sorgte mit der Verpflichtung von Ex-EuroLeague-MVP für Schlagzeilen und unterstreicht die großen Ambitionen der Israelis. Der amtierende EuroCup-Sieger plant einen XXL-Kader, auch wegen der Zustände im eigenen Land.

Rund sechs Millionen Euro jährlich soll Micic einstreichen, der serbische Point Guard wird nach zwei verkorksten Jahren in der NBA zum Top-Verdiener in Europa. Real Madrid, Fenerbahce und Piräus boten scheinbar alle mit, die Wahl fiel stattdessen auf den ambitionierten Neuling mit dem extrovertierten Besitzer Ofer Yannay, der schon vor Monaten ankündigte, den Serben wieder in die EuroLeague zu holen.
"Ich habe ihm gesagt, dass wir hier etwas Besonderes aufbauen werden." Dazu gehört auch, dass Micic Anteile am Klub erhält. "Er ist ein schlauer Junge und guter Geschäftsmann", meinte Ofer im israelischen Fernsehen und sprach erneut die Hoffnung aus, dass die EuroLeague weiter wachsen werde oder die NBA früher oder später einsteigt.
| Datum | Heim | Auswärts |
|---|---|---|
| 30.09. | Hapoel Tel Aviv | FC Barcelona |
| 03.10. | Anadolu Efes | Hapoel Tel Aviv |
| 08.10. | Hapoel Tel Aviv | Maccabi Tel Aviv |
| 15.10. | Valencia Basket | Hapoel Tel Aviv |
| 17.10. | Paris Basketball | Hapoel Tel Aviv |
Micic ist das Filetstück der Transferoffensive der Israelis, die vor Micic bereits namhafte Akteure wie Elijah Bryant, Dan Oturo (beide Anadolu), Collin Malcolm (Paris) oder Tyler Ennis (Venedig) verpflichten konnte. Dazu bleiben große Teile des Erfolgsteams des Vorjahres, namentlich Johnathan Motley, Yam Madar, Ish Wainright oder auch Bruno Caboclo.
So stehen derzeit 16 Akteure (ohne Jugendspieler) im Kader, mindestens zwei weitere sollen noch kommen. Es ist aber nicht nur das Ergebnis eines beispiellosen Kaufrausches, sondern hat auch System. Mindestens 64 Pflichtspiele werden die Israelis nur im Ligabetrieb absolvieren, Playoff-Spiele sind noch gar nicht eingerechnet.

Dazu kommt: Israelische Teams werden ihre Heimspiele auf europäischer Ebene erneut im Ausland absolvieren müssen. Im Vorjahr wählte Hapoel das bulgarische Samokov, doch das muss nicht so bleiben. Auf der Seite der EuroLeague wird noch nicht genannt, wo die Partien letztendlich ausgetragen werden.
So oder so: Hapoel hat sich einen Kader gebaut, der es einigen (ausländischen) Spielern erlaubt, nicht nach Israel reisen zu müssen, sondern in der Stadt zu bleiben, wo das Team seine Heimspiele austragen wird. So wird ein Teil im Ausland trainieren, der andere Teil in der israelischen Liga spielen.
Inwieweit das für die Teamchemie förderlich ist, wird sich zeigen, aber es ist ein neuer Versuch, den fehlenden Heimvorteil auszugleichen. Die tiefen Taschen dafür sind vorhanden, die Verpflichtung von Micic dafür der beste Beweis.
Robert Arndt