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    NBA

    vor 2 Stunden

    Wolves-Star im Rampenlicht

    McDaniels gegen die Nuggets: Pippen für Murray, Provokateur für Jokic

    Jaden McDaniels verteidigt gegen Denver und Jamal Murray so herausragend, dass selbst ein alter Vergleich seine Coachs nicht mehr nach Illusion klingt. Gleichzeitig provoziert er ganz Denver, vor allem Nikola Jokic, und ist am Ende auch wegen seiner Offense der große X-Faktor, wollen die dezimierten Wolves auch ohne Anthony Edwards die Serie zu Ende bringen.

    Jaden McDaniels von den Minnesota Timberwolves.
    Jaden McDaniels von den Minnesota Timberwolves. Matt Blewett-Imagn Images

    Jaden McDaniels sieht erst Tim Hardaway Jr. Ein paar schnelle Dribblings, ein vergeblicher Griff, schon ist er vorbei und hat die ganz lange Startbahn vor sich. Als er die Zone erreicht, baut sich Nikola Jokic vor McDaniels auf. Und irgendwie auch nicht. Jokic, das weiß McDaniels, kann nur wenig ausrichten. Also hebt er ab …

    Wenige Tage zuvor sitzt McDaniels nach dem Sieg der Wolves in Spiel zwei vor seinem Spind. Es geht um die Geheimnisse seines Teams. Was der Schlüsse für einen offensiven Rhythmus gewesen sei, wird McDaniels gefragt. Er blickt auf.

    Danach zählt er einen Großteil der Nuggets-Rotation auf: Jokic, Jamal Murray, Hardaway, Cam Johnson, Aaron Gordon. Das ganze Team. "Sie alle sind schlechte Verteidiger." Nachfrage. "Sie sind ALLE schlechte Verteidiger?". "Sie sind alle schlechte Verteidiger."

    Derlei Aussagen kehren als vervielfachtes Echo zurück. Erst recht, wenn sie vom Außenseiter kommen; von einem, der eigentlich gar nicht viel spricht. Von Beobachtenden gab es Kritik und Anerkennung. Einige sagten, man solle den Bären nicht reizen, andere sagten, genau das sei der richtige Weg. McDaniels war es egal. Er hatte gesprochen, jetzt würde er handeln.

    McDaniels lässt Worten Taten folgen

    "Jetzt musst du sie mit Taten unterfüttern", sagte Wolves-Coach Chris Finch seinem Forward vor Spiel 3. Er möchte ihn vorbereiten und hätte es wahrscheinlich gar nicht zu tun brauchen. McDaniels ist sich Gesamtsituation und Erwartungshaltung bewusst und handelt entsprechend. Als er auf Jokic zufliegt, ist die Arbeit beinahe getan…

    Während des gesamten Spiels attackiert McDaniels tatsächlich die Zone. Er zwingt Denvers Defense, zu reagieren, zwingt Jokic, sich an dem Ende des Feldes zu beschäftigen, an dem er weniger den Unterschied machen kann, an dem er angreifbar ist. Der beste Spieler der Liga lässt Körner, die vorne fehlen. Gleichzeitig entblößt McDaniels gemeinsam mit seinen Teamkollegen Denvers große Schwäche.

    Jaden McDaniels und Nikola Jokic im direkten Duell gegeneinander.
    Jaden McDaniels und Nikola Jokic im direkten Duell gegeneinander. Bruce Kluckhohn-Imagn Images

    Er mag ein wenig übertrieben haben, tatsächlich ist jedoch nicht jeder Nugget ein guter Verteidiger. Gordon, der theoretisch elitäre, fehlt in Spiel drei. Zudem, und das ist das Hauptproblem bzw. Minnesotas großer Vorteil, kann in Denver niemand den Ring beschützen. Auch nicht Jokic…

    …also schlägt es kurz nach McDaniels’ Abheben auch schon ein. Zwischen Jokic und Spencer Jones schwebt der Forward zum Ring und hämmert den Ball durch die Reuse. Das Target-Center explodiert. Es nicht das Ende, mehr ein krönender Vor-Schlusspunkt für eine der besten Team-Leistungen dieser Playoffs.

    Gobert und McDaniels schlucken Denvers Offense

    Dass McDaniels acht seiner zehn Würfe innerhalb der Dreierlinie trifft, ist das eine, noch entscheidender ist, was er und seine Teamkollegen der besten Offense der Regular Season am anderen Ende des Feldes antun. Bei elf Punkten und 14 Prozent von draußen halten die Wolves Denver im ersten Viertel. Es ist ein Teamverdienst und beginnt doch mit Rudy Gobert und McDaniels.

    Gemeinsam verteidigen beide über die gesamte Serie Jokic und Murray. Sie stehen einem der gefährlichsten Duos der Liga, zwei der besten Offensivkatalysatoren der NBA gegenüber, die im Duett schon mal den Eindruck des Unvermeidlichen vermitteln. Denvers Offense ist gebaut, um zu dominieren. Größtenteils dominiert Minnesotas Defense. Weil Gobert einzigartig ist. Weil McDaniels einzigartig ist.

    Die Minnesota Timberwolves um Jaden McDaniels und Rudy Gobert stellen die Nuggets vor große Probleme.
    Die Minnesota Timberwolves um Jaden McDaniels und Rudy Gobert stellen die Nuggets vor große Probleme. Matt Blewett-Imagn Images

    McDaniels? Defensiv "so besonders, wie das, was ANT offensiv kann"

    Als Finch die Wolves während der Saison 2020/21 übernimmt, fällt ihm dieser schlaksige Rookie direkt auf. "Was er am defensiven Ende des Feldes macht, ist besonders", sagt Finch im März 2021. "Es ist so besonders, wie das, was ANT (der damalige Nummer-1-Pick Anthony Edwards, Anm. d. Red.) offensiv kann. Es ist so besonders wie alles, was ihr bis jetzt gesehen habt. Ich kann mich an keinen Defender, Rookie, erinnern, der gleich so einen Einfluss hatte."

    Finch spricht seine Worte, nachdem McDaniels nacheinander Luka Doncic, James Harden und seinen heutigen Teamkollegen Julius Randle verteidigt. Gegen zwei der besten Offensivspieler der Liga und einen physischen Forward hinterlässt er als Rookie nachhaltig Eindruck. Während der folgenden Summer League erklärt ihm Finch, dass er, auch wenn es natürlich eine großes Ziel sei, einmal etwas von Scottie Pippen haben könne.

    Doch der Aufstieg geht nicht nahtlos weiter. Während seines zweiten Jahrs entschlüsseln Gegenspieler kurzfristig McDaniels defensiven Ansatz, hängen ihm immer wieder Fouls an, wenn er sie unter Druck setzt, danach kurz zurückweicht, um schlussendlich nach dem Ball zu schlagen. Sein Dreier verabschiedet sich ebenfalls.

    Nach 36 Spielen hat McDaniels mehr Fouls (119) als erfolgreiche Würfe (103) und verliert seine Rolle als Starter. Trotz allem ist Minnesota mit seinem Forward selbst während dieser Phase defensiv leicht besser als ohne ihn.

    Damals gelernt, heute umgesetzt: Basketballer, nicht Schütze

    Als das Coronavirus das halbe Team lahmlegt, erhält McDaniels seine Starterrolle zurück; dazu einen wertvollen Tipp: Er sei kein Schütze, sondern ein Basketballspieler, sagt ihm sein Coach. Er solle also einfach aggressiv sein, und die Würfe würden schon fallen. "Definiere dich nicht danach, ob du Würfe triffst oder nicht."

    Heute brechen all die Erfahrungen, all die Ratschläge wieder hervor. Über die gesamte Serie gegen Denver traf McDaniels bislang einen einzigen Dreier. In fünf Spielen. Bei 14 Versuchen. Dennoch spüren die Nuggets seine Präsenz zu jeder Zeit.

    McDaniels cuttet, attackiert, ist ständig in Bewegung. 78,1 Prozent seiner Würfe nimmt er innerhalb des Perimeter. 66,7 Prozent seiner Zweier geht ein Assist voraus. Wie von Finch vor einem halben Jahrzehnt vorgeschlagen, ist McDaniels aggressiv.

    Jaden McDaniels: Seine Stats gegen die Nuggets

    MinutenPunkteFG %ReboundsAssists
    34,415,048,46,22,6

    McDaniels verpasst erste Serie gegen Denver

    Vor zwei Jahren ist er ein wenig zu aggressiv. Während des drittletzten Spiels der Regular Season kassiert McDaniels spät im ersten Viertel sein zweites Foul. Ungünstig. Es geht um viel. Gewinnen die Wolves, sichern sie Rang acht im Westen und können mit einem einzigen Play-in-Sieg die Playoffs erreichen. Frust.

    Auf dem Weg in den Tunnel holt McDaniels aus. Ein Schlag gegen die Wand. Alles vorbei. Knochen in der Hand geben nach. McDaniels fällt für den Rest der Saison aus und muss zusehen, wie Minnesota zwar tatsächlich als 7-Seed in die Postseason einzieht, gegen den späteren Meister Denver in Runde eins aber chancenlos ist (1-4). Ob ihn die Beobachterrolle Jahre später noch antreibt?

    Tatsächlich ein bisschen Scottie Pippen

    In jedem Duell seither zählt McDaniels zu den Protagonisten. Bereits 2024 bremste er Murray merklich ein. Diesmal tut er es erneut. Was McDaniels veranstaltet, erinnert tatsächlich ein wenig an Pippen. Er nimmt Denvers Point Guard früh auf, sucht den Kontakt, wenn Murray nach vorn dribbelt. Situativ weicht McDaniels dann zurück, um plötzlich wieder Druck auszuüben. Um Blöcke manövriert er sich geschickt herum.

    Wie Pippen bringt McDaniels dabei eine für Murray - und viele andere Guards - komplizierte Mischung aus Länge und Agilität mit. Sie erschwert dem Kanadier das Manövrieren. Selten bekommt Murray wirklich Raum, häufig muss er schwere Würfe am Mann nehmen. Was Gobert für Jokic ist, ist McDaniels für Murray. Und er genießt es.

    McDaniels provoziert Jokic - und ganz Denver will Rache

    Denn Denver scheint mehr zu sein. Über 30 Mal trafen sich beide Teams während der vergangenen Jahre. Es gab intensive Playoff-Spiele, viel Härte, Aversionen entstanden und wuchsen. Die Nuggets, das gibt McDaniels selbst zu, motivieren ihn. Er möchte sie schlagen und gibt ihnen am Ende von Spiel vier noch einen mit.

    Als die Uhr eigentlich auf Null tickt, alles vorbei ist, bekommt McDaniels unter Denvers Korb noch einmal den Ball. Statt ihn festzuhalten, legt er ihn entspannt durch den Ring. Jokic gefällt es nicht. McDaniels hat ein ungeschriebenes Gesetzt gebrochen und gepunktet, als sonst keiner mehr mitspielt. Eine kleine Schubserei entsteht. Die nächste Irritation zwischen beiden Teams.

    "Alle hassen mich, ich liebe es" McDaniels genießt seine Rolle

    McDaniels ist es egal. Wie auch die Pfiffe und Buh-Rufe in Spiel fünf in Denver, sagt er jedenfalls. Früh handelt er sich allerdings sein zweites Foul ein, womit Minnesota nicht nur ohne die seit Spiel drei Lang- und längere Zeit verletzten Donte DiVincenzo und Edwards, sondern auch noch ohne einen ihrer beiden wichtigsten Verteidiger dasteht.

    McDaniels sitzt lange auf der Bank, findet nie einen echten Rhythmus. Denver zieht davon und klaut das Spiel. Als er einen Dunk durch die Reuse drückt, schaukelt Christian Braun noch ein wenig am Ring und zeigt auf McDaniels. "Got ya!"

    "Es ist cool, ich mag es", sagt McDaniels hinterher über die Atmosphäre. Er liebe eine solche Umgebung. "Wenn mich jeder hasst, all den Hass von den Zuschauern in meine Richtung… ich liebe es. Mir ist es egal. Es pusht mich." Ganz funktioniert hat es nicht.

    Werden bei den Timberwolves schmerzlich vermisst: Donte DiVincenzo und Anthony Edwards.
    Werden bei den Timberwolves schmerzlich vermisst: Donte DiVincenzo und Anthony Edwards. Cary Edmondson-Imagn Images

    Gelingt den Wolves ohne Edwards und DiVincenzo noch ein Sieg?

    In Spiel sechs hat Minnesota nun einen weiteren Versuch. Einen womöglich entscheidenden. Ein Spiel sieben in Denver wollen die Wolves ohne zwei ihrer wichtigsten Spieler sicherlich vermeiden. Gleichzeitig ist es kompliziert. Ohne Edwards und DiVincenzo könnte das Talentgefälle zu groß sein. So gut Ayo Dosunmu spielt. So gnadenlos Minnesota verteidigt.

    Wobei der Schlüssel genau dort liegt. Zwingen die Wolves Denver ihre Physis auf, überrennen sie die Nuggets, lassen sie Denvers Offense nicht zur Entfaltung kommen, ist ein Sieg keinesfalls unmöglich. McDaniels ist dafür essenziell. Vorne wie hinten. Defensiv muss er erneut Pippen imitieren, offensiv den Ring attackieren. Gute Verteidiger, so denkt er, lauern dort ohnehin nicht…

    Jokic in MVP-Form lässt Denver wieder träumen: War das der Wendepunkt?

    Playoffs: Alle Serien im Überblick

    Max Marbeiter

    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets
    116
    :
    105
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets
    114
    :
    119
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    113
    :
    96
    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    112
    :
    96
    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets
    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets
    125
    :
    113
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    Minnesota Timberwolves
    MINMinnesotaMinnesota Timberwolves
    01.05.
    03:30
    Denver Nuggets
    DENDenverDenver Nuggets