14.05.2025
14 Media Members haben teilgenommen
Die Dallas Mavericks ziehen trotz minimaler Chancen den ersten Pick im NBA Draft 2025 - und lassen damit nicht nur die San Antonio Spurs "leer" ausgehen, sondern lösen in Fankreisen auch altbekannte Spekulationen aus. Doch die Liga begegnet der Gerüchteküche mit Offenheit - und messbaren Fakten.

Als die letzte Kugel mit der Nummer sieben aus der Lottery-Maschine fiel, war klar: Der Top-Pick im NBA Draft 2025 geht an die Dallas Mavericks. Mit einer Chance von lediglich 1,8 Prozent hatten sie das niedrigste Wahrscheinlichkeitsprofil aller acht verbliebenen Teams - und trotzdem fiel das Losglück auf sie. Trotz einer gelungenen Lottery hätte es für San Antonio noch besser ausfallen können: Von den acht noch möglichen Kombinationen vor der finalen Kugel hatten allein die San Antonio Spurs drei Optionen auf den ersten Pick - darunter auch durch das 2023 erworbene Pick-Recht der Atlanta Hawks im Rahmen des Dejounte-Murray-Trades. Am Ende entschied die letzte Kugel zugunsten der Mavericks - und gegen den Topfavoriten.
Besonders bitter: Selbst die Chicago Bulls, die in der regulären Saison die gleiche Bilanz wie Dallas (39-43) aufwiesen, verloren kurz zuvor den Tie-Breaker per Münzwurf - ein unscheinbares Detail, das ihnen nun den ganz großen Wurf kostete.
Tatsächlich reiht sich Dallas damit in eine Liste von "unwahrscheinlichen" Lottery-Siegern ein: Chicago 2008 (Derrick Rose Homecoming), Cleveland 2003 (LeBron bleibt zu Hause) und 2011 (nach dem LeBron-Abgang), New Orleans 2012 und 2019 (nach dem Trade von Chris Paul bzw. Davis). Und nun Dallas - wenige Monate nach dem Blockbuster-Trade von Luka Doncic zu den Lakers.
Doch wer die Lotterie für manipuliert hält, ignoriert nicht nur die Statistik, sondern auch den offenen Prozess dahinter. Die Ziehung findet in einem abgeschirmten, aber transparenten Rahmen statt: 14 unabhängige Medienvertreter, darunter Salt Lake Tribune-Reporter Andy Larsen, sind anwesend - und bestätigen regelmäßig die Korrektheit des Ablaufs. "Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Es war korrekt", schrieb Larsen, obwohl sein Team, die Utah Jazz, mit einer 17:65-Bilanz selbst zu den großen Verlierern gehörte.
Fakt ist: Seit der Reform der Lottery-Regeln 2019, bei der die Wahrscheinlichkeiten flacher verteilt wurden, ist der Unterschied zwischen den schlechtesten Teams und denen mit minimaler Chance deutlich geringer. Die Mavericks lagen nur 12,2 Prozentpunkte hinter den Favoriten Hornets, Wizards und Jazz. In kleinen Stichproben - sieben Lotteries seit 2019 - sind Abweichungen vom Erwartbaren statistisch völlig normal. Zwei "unwahrscheinliche" Erfolge in Folge sind dabei keineswegs Beweis für Manipulation.
Wer trotzdem zweifelt, kann sich die Ziehung selbst anschauen: Hier geht’s zum offiziellen Video der Lottery-Ziehung.
sgm